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Befreiungsschlag für die TVT-Basketballer

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Einen schweren Stand hatten die Traunsteiner mit Markus Haindl (von links) gegen die SG Heising-Kottern mit James Townsend und Gabriel Rundel. Am Ende setzte sich der TVT aber mit 79:74 gegen den Verfolger durch. (Foto: Weitz)

Nach 40 nervenaufreibenden Spielminuten war die Erleichterung bei den TVT-Basketballern am Samstagabend förmlich greifbar: Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung bezwang Traunstein die SG Heising-Kottern vor über 100 Zuschauern in der heimischen Ludwig-Thoma Halle mit 79:74. Durch den Sieg gegen einen direkten Verfolger in der Bayernliga verschaffte sich der TVT weiter Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Beflügelt von dem Erfolg in der Liga gelang Traunstein tags darauf noch eine kleine Sensation: Mit einem 88:84-Erfolg gegen den TSV Weilheim zog die Mannschaft ins Viertelfinale des Bayernpokals ein.


Vor dem Wochenende hatte die Erste Herrenmannschaft des Turnvereins nur einen Sieg vor der Allgäuer Spielgemeinschaft gelegen, die weiterhin Rang elf und damit den ersten von zwei fixen Abstiegsplätzen belegt. Die Mannschaft von TVT-Trainer Enes Tadzic agierte in den ersten Minuten sichtlich nervös und musste drei schnelle Dreipunktewürfe der Gäste hinnehmen. Insbesondere der Neuzugang aus der Pro B, Fabian Feil, sowie US-Import James Townsend stellten die Traunsteiner Defensive vor erhebliche Probleme. Angeführt von Thomas Weber holten die Gastgeber jedoch auf und kamen bis zur Viertelpause auf 15:19 heran.

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Im folgenden Abschnitt stellte Traunsteins Markus Haindl seine individuelle Klasse eindrucksvoll zur Schau. Der wendige Guard versetzte ein ums andere Mal seine Verteidiger und avancierte zum spielbestimmenden Akteur. Allein 18 seiner insgesamt 22 Punkte erzielte er in dieser Phase und sicherte dem TVT somit die knappe 43:42-Halbzeitführung.

Thomas Weber betreibt Schadensbegrenzung

Nach der Pause übernahm Townsend, der insgesamt 30  Punkte erzielte, das Ruder für die Gäste. Zwei erfolgreiche Dreier von Thomas Weber sorgten für Schadensbegrenzung, jedoch setzte sich Heising-Kottern bis zur Mitte des dritten Viertel erstmals deutlich ab (53:60).

Nach einem Foulpfiff an der Traunsteiner Zone kam es in Minute 27 zur Schlüsselszene des Spiels: Während eines hitzigen Wortgefechts holte James Townsend zum Schlag aus und traf Thomas Weber am Kinn. Statt des US-Imports wurde jedoch zum Erstaunen von Fans und Mitspielern Thomas Weber von den Schiedsrichtern aufgrund angeblicher Schauspielerei direkt der Halle verwiesen. Ohne ihren treffsicheren Kapitän kämpften sich die Traunsteiner aufopferungsvoll bis zum Viertelende Punkt für Punkt an die Gäste heran (62:63).

Im letzten Abschnitt bewies Traunsteins Marko Vasic bei zwei schnellen Abschlüssen eine ruhige Hand, Julian Rosnitschek legte direkt nach und brachte die Hausherren in der 32. Minute mit 68:65 in Front. Fabian Feil und James Townsend konterten umgehend, nach einem Dreier von Stefan Gruber schafften die Gäste abermals den Ausgleich.

Beim Stand von 71:71 stellte Valentin Rausch die Führung der Heimmannschaft wieder her. Knapp 90 Sekunden vor dem Ende kam es für die Allgäuer doppelt bitter: Fabian Feil trat in der Rückwärtsbewegung auf die Auslinie und verletzte sich dabei ohne Kontakt eines Gegenspielers schwer am Knie.

Erbost über die Leistung der Schiedsrichter, denen nicht erst in der hektischen Schlussphase sichtlich die Kontrolle über die Partie entglitt, kassierten Gästetrainer Lukas Koch und die Heisinger Bank zum Ende drei technische Fouls in Folge. Der nervenstarke Valentin Rausch brachte alle fälligen Freiwürfe im Korb unter und entschied somit das Spiel zugunsten der Traunsteiner. Mit nun zwei Siegen Vorsprung auf die Abstiegsplätze sowie dem gewonnenen direkten Vergleich gegen die beiden Schlusslichter Heising-Kottern und Grünwald verschafft sich der TVT vorerst Luft im Kampf um den Klassenerhalt und klettert sogar auf den 9. Rang.

Nur 15 Stunden nach dem Erfolg in der Liga legten die Traunsteiner Basketballer im Bayernpokal nach und bezwangen den TSV Weilheim überraschend mit 88:84 nach Verlängerung.

In einem hochklassigen Spiel erwischte der Regionalligist den besseren Start und setzte sich bis zur Mitte des ersten Viertels erstmals ab (8:17). Nach einer Auszeit kam der TVT jedoch besser ins Spiel, stoppte die Angriffe der Gäste und übernahm mit einem 12:2-Lauf sogar die Führung. Im zweiten Abschnitt hielt vor allem Marko Vasic mit sechs Punkten dagegen, jedoch griffen die Mechanismen der Weilheimer nun besser. Sie zeigten sich sowohl von jenseits der Dreipunkte-Linie als auch in Korbnähe äußerst treffsicher und zogen bis zur Halbzeit bis auf 46:39 davon.

Ein Trio punktet für den TV Traunstein

Nach der Pause übernahm aufseiten des Heimteams das Trio Valentin Rausch, Thomas Weber und Julian Rosnitschek, das alleine 26 der 27 Traunsteiner Punkte im dritten Viertel erzielte und auch in der Verteidigung zahlreiche gegnerische Ballverluste erzwang.

In einem ausgeglichenen vierten Abschnitt setzte sich weder Weilheim noch der TVT entscheidend ab. In der folgenden fünfminütigen Verlängerung agierten die Traunsteiner geschickter und belohnten sich schließlich mit dem Einzug ins Viertelfinale.

Für den TVT spielten am Wochenende Markus Haindl (22 Punkte/8 Dreier), Thomas Weber (12/16), Marko Vasic (12/11), Valentin Rausch (12/20), Stefan Gruber (11/13), Sebastian Kösterke (4/0), Julian Rosnitschek (4/18), Franz Hell (2), Lukas Schwankner (0/2), Frederik Jürgens und Sebastian-Brian Foltys. SG/SK