weather-image

Bauer behält vom Punkt die Nerven

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die entscheidende Szene im Spiel des SBC gegen Töging: Entschlossen verwandelt Max Bauer den Strafstoß. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Kaltenhauser, Bauer, Berz (ab 60. Thudt), Schön, Mauerkirchner (ab 84. Wendlinger), Tahir, Balck (ab 78. Peetz), Willberger, Daniel, Kennedy.


FC Töging: De Souza Lima, Volkov, Zeiller, Kirschner, Giglberger, Samed Bahar (ab 53. Ostermaier), Ganghofer (ab 68. Deißenböck), Bichlmaier, Karayün, Leipholz (ab 46. Bley), Baßlsperger.

Anzeige

Schiedsrichter: Pfister (SV Oberbergkirchen).

Zuschauer: 740.

Tor: 1:0 (41., Foulelfmeter) Bauer.

Max Bauer hat Aufsteiger SB Chiemgau Traunstein zum ersten Sieg in der Fußball-Landesliga Südost geschossen: Der Kapitän verwandelte in der 41. Minute einen von Andreas Zeiller an Stefan Mauerkirchner verursachten – und auch berechtigten – Elfmeter sicher zum 1:0 (1:0)-Sieg des Aufsteigers gegen den FC Töging. Die Innstädter, als einer der Bayernliga-Kandidaten in die Saison gestartet, kassierten damit bereits am zweiten Spieltag ihre erste Niederlage.

»In der ersten Halbzeit hat uns die nötige Einstellung gefehlt, da war die Laufbereitschaft nicht so da wie ich mir das vorstelle. Nach der Pause waren wir bemüht, hatten aber keine Durchschlagskraft«, analysierte Gästetrainer Mario Reichenberger. Ebenso wie sein Traunsteiner Kollege Adam Gawron bezeichnete er den Sieg der Hausherren als »verdient«. Denn vor der tollen Kulisse von 740 Besuchern im Jakob-Schaumaier-Sportpark hatten die Chiemgauer die besseren Chancen, auch wenn sie Torhüter Welder De Souza Lima aus dem Spielverlauf nicht überwinden konnten.

»Wir haben 90 Prozent richtig gemacht und uns auch taktisch gut verhalten«, freute sich Gawron, »wir hatten uns vorgenommen, Mut zu zeigen – das haben meine Jungs auch getan.« In der Tat wirkten die Traunsteiner im Vergleich zum verpatzten Auftakt in Deisenhofen wie verwandelt, gingen aggressiv in die Zweikämpfe und überzeugten auch in spielerischer Hinsicht. Das taten zwar auch die Töginger phasenweise, doch das Team um Kapitän Benedikt Baßlsperger erspielte keine zwingenden Chancen, die größte Gefahr für den Kasten von Issa Ndiaye entstand durch Distanzschüsse oder Standards. Dennoch zollte Gawron den Tögingern ein Lob: »Diese Mannschaft ist schon stark«, sagte er, »sie wird am Ende auf alle Fälle unter den ersten Fünf landen.«

Los ging’s mit einer Möglichkeit für Yunus Karayün, der aus spitzem Winkel Ndiaye prüfte (12.). Sieben Minuten später brannte es erstmals im Töginger Strafraum: Mauerkirchner bereitete mustergültig für Tobias Berz vor, dessen Versuch blockte Zeiller ab, und der Nachschuss von Andy Balck verfehlte das FC-Tor. Auch die nächsten Chancen waren auf SBC-Seite zu notieren: Bei einem Schuss von Patrick Schön hatte De Souza Lima Probleme (21.), dann wurde ein Treffer von Davut Tahir nicht gegeben (25./Abseits). So war die Traunsteiner Führung durch den Elfer kurz vor der Pause verdient, wenngleich Karayün noch einmal den Hammer auspackte und beinahe den Ausgleich erzielt hätte (44./Glanztat von Ndiaye).

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste auf den Ausgleich, hätten aber bereits in der 48. Minute den zweiten Gegentreffer kassieren können: De Souza Lima zeigte sich gegen den allein vor ihm auftauchenden Mauerkirchner per Fußabwehr auf dem Posten. Dann rückte der Traunsteiner Waldemar Daniel zweimal ins Rampenlicht: Zunächst verhinderte er in der Defensive bei einem Angriff über Andreas Bichlmaier und Markus Bley Schlimmeres (51.), dann präsentierte er sich nach einer Kombination über Jochen Thudt und Mauerkirchner in der Offensive, verzog jedoch im Abschluss (65.).

Die letzten zehn Minuten waren bereits angebrochen, als es Schlag auf Schlag ging: Schön scheiterte mit einem zu schwachen Abschluss am Gästetorwart (82.), auch Mauerkirchner konnte De Souza Lima nicht überwinden (84.). Auf der anderen Seite demonstrierte Thomas Deißenböck zweimal seine Schussstärke: Erst probierte er es mit Kraft (85./knapp vorbei), dann bei einem Freistoß vom linken Strafraumeck mit viel Gefühl – Ndiaye holte das Leder mit einer überragenden Flugeinlage aus dem Winkel (88.).

Das war’s aus Töginger Sicht. In der Nachspielzeit waren die Gastgeber dem 2:0 dreimal sehr nahe, doch Tahir (Freistoß), Daniel Willberger und Thudt brachten den Ball nicht im Netz unter. Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel im SBC-Lager über den ersten Landesliga-Sieg der Vereinsgeschichte riesengroß, die Fans verabschiedeten ihr Team mit anhaltendem Applaus in die Kabine.

Reichenberger ärgerte sich hinterher nicht nur über die verlorenen Punkte, sondern auch über eine kuriose Situation aus der 68. Minute: Als Maximilian Ostermaier verletzt am Boden lag (starke Rippenprellung), wollte der Trainer eine just in diesen Sekunden geplante Auswechslung (Deißenböck für Hannes Ganghofer) zurücknehmen, weil er sonst sein Kontingent ausgeschöpft gehabt hätte. Der Referee blieb aber hart, ließ den Wechsel regelkonform gelten. »Nur, weil Thomas schon zwei Meter im Spielfeld stand – das kann ich überhaupt nicht verstehen«, klagte der Töginger Trainer. Die Folge war: Ostermaier musste bis zum Schluss durchhalten, obwohl er eigentlich nicht mehr spielfähig war.

Begeistert waren nicht nur die Traunsteiner Anhänger, sondern vor allem der 1. Vorsitzende des SBC, Prof. Dr. Engelbert Thaler: »Eine gute Premiere vor eigenem Publikum, der Sieg war absolut verdient.« Trotz einer 20-minütigen Phase zu Beginn, »in der man schon noch eine gewisse Verunsicherung gespürt hat«, sei der SBC hinten gut gestanden und habe »sehr kompakt« gewirkt. Im Hinblick auf das neuerliche Heimspiel am morgigen Samstag (18 Uhr) gegen den punktgleichen SV Planegg-Krailling warnte Thaler jedoch: »Es gibt keinen Grund zum Abheben, wir müssen auf dem Teppich bleiben und engagiert weitermachen.« cs