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Balks »Joker« stachen im Schneegestöber

SB Chiemgau Traunstein: Abfalter, Bauer, Marchl, Thalhauser, Tobias Berz, Schön (69. Reiter), Mauerkirchner (87. Fabian Trzewik), Probst, Schneider, Maximilian Trzewik, Dengel (69. Wittmann).

FC Bischofswiesen: Zaar, Hochreiter, Jansing, Kuhn (72. Jung), Parma (57. Tschischke), Nico Böttger, Kern, Huthöfer, Koller, Vorberg, Freimanner.

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Schiedsrichter: Gräbel (TSV 1860 München).

Zuschauer: 170.

Tore: 0:1 (9.) Freimanner, 1:1 (37.) Mauerkirchner, 2:1 (50., Foulelfmeter) Probst, 2:2 (57.) Vorberg, 2:3 (61.) Koller, 3:3 (72.) Wittmann, 4:3 (79.) Reiter.

Rote Karten: keine. – Gelb-Rote Karten: keine.

Der SB Chiemgau Traunstein hat das Kellerduell der Fußball-Bezirksliga Ost gegen Schlusslicht FC Bischofswiesen mit 4:3 für sich entschieden und damit einen wichtigen »Dreier« im Kampf gegen den Abstieg gefeiert. Traunsteins Trainer Gerhard Balk bewies mit einem Doppelwechsel im Schneegestöber ein glückliches Händchen, denn die beiden »Joker« Arthur Wittmann und Manfred Reiter drehten nach einem 2:3-Rückstand das Spiel.

»Wir haben trotz der extremen Platzverhältnisse super nach vorne gespielt«, freute sich Balk, »aber hinten hat einiges nicht gepasst«, gab er unumwunden zu. Dass seine Einwechslungen Erfolg brachten, kommentierte er so: »Ich musste beim 2:3 reagieren. Schön, dass es dann gleich so gut geklappt hat.«

FCB-Offensivmann Peter Freimanner war sich nach der Begegnung darüber im Klaren, »dass der Abstieg jetzt kaum noch verhindert werden kann.« Aber die Mannschaft sei dennoch intakt. »Wir haben ja wieder mit vier, fünf 18- oder 19-Jährigen gespielt.«

Der SBC legte vor 170 Besuchern im EHG-Stadion mit Einbahnfußball in Richtung Gäste-Tor los – und das sollte sich während der gesamten ersten Halbzeit auch nicht ändern. Nach drei Minuten schoss Stefan Mauerkirchner nach Flanke von Patrick Schön FCB-Torhüter Tobias Zaar an. In der 9. Minute machten die Traunsteiner Defensivleute dem Laternenträger ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, Freimanner war der Nutznießer und schob den Ball nach Vorarbeit von Sebastian Vorberg und Sebastian Parma zum 0:1 ins Netz.

Patrick Schön, der an einer Fußabwehr von Zaar scheiterte (12.), und Mauerkirchner, der nach Zuspiel von Maxi Probst das FCB-Gehäuse verfehlte (16.), vergaben die nächsten Chancen der Balk-Elf. In der 22. Minute forderten die Gastgeber nach einem Schubser von Tobias Kern an Schön einen Strafstoß, doch die Pfeife von Schiedsrichter Stefan Gräbel blieb stumm.

Die Traunsteiner machten weiter Druck: Georg Dengel scheiterte aus halblinker Position an Zaar (27.), Tony Schneider und der nachsetzende Probst brachten den Ball ebenfalls nicht im FCB-Gehäuse unter (29.), Mauerkirchner knallte das Leder nach schöner Probst-Hereingabe an die Latte (33.).

In der 37. Minute war der hochverdiente Ausgleich dann aber doch fällig: Eine tolle Flanke von Florian Marchl verwertete Mauerkirchner per Kopf zum 1:1. Für das letzte Glanzlicht im ersten Durchgang sorgte Max Bauer, dessen Freistoßaufsetzer – abgefeuert vom linken Sechzehner-Eck – am langen Eck des FCB-Kastens vorbeiflog (45.).

Eine Konzessionsentscheidung könnte der Elfmeter gewesen sein, den Gräbel nach einer kaum erkennbaren Attacke von Andreas Hochreiter an Dengel pfiff. Probst war's egal – er verwandelte vom Punkt souverän zum 2:1 (50.). Niemand mehr gab jetzt noch einen Pfifferling auf die Gäste vom Riedherrn, die aber nach einer Tony-Schneider-Chance (52./Zaar lenkte den Ball zur Ecke) per Doppelschlag den Spieß umdrehten.

Zunächst unterlief Maxi Trzewik ein Fehler, Freimanner scheiterte zwar noch am toll reagierenden Andi Abfalter, doch Vorberg versenkte den Nachschuss im Netz – 2:2 (57.). Nur vier Minuten später war Sebastian Koller bei einem Konter »durch« und traf über den zu weit vor seinem Kasten stehenden Abfalter zum 2:3 für Bischofswiesen.

Traunstein spielte trotz dieses neuerlichen Rückstandes munter nach vorne, doch Bauer – schön freigespielt von Marchl – fand in Zaar seinen Meister (65.). Auf der Gegenseite verhinderte Abfalter das 2:4, als er gegen Vorberg prächtig reagierte (67.).

Arthur Wittmann war keine drei Minuten auf dem Platz, da versenkte er das Leder nach Vorarbeit von Bauer und Reiter per Kopf zum 3:3 in den Bischofswieser Maschen (72.). Und es kam noch besser für den Fusionsclub aus der Großen Kreisstadt: Freistoßflanke Bauer, Kopfball Reiter – 4:3 (79.).

Doch damit war die höchst spannende und unterhaltsame Partie keineswegs gelaufen. Ein völlig unnötig von Abfalter verursachter Freistoß, den Vorberg trat, segelte an Freund und Feind vorbei ins Toraus; Glück für die Platzherren (90.). Die Riesenchance zum 5:3 ließ Probst aus, der den Ball zwar über Zaar lupfte, doch das Ziel knapp verfehlte. cs