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Auswärtskampf mit Schönheitsfehlern

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Er ist eine Bereicherung für das Traunsteiner Team: Igor Dereszewski (rotes Trikot) war wie schon im Vorrundenkampf erfolgreich. (Foto: Wittenzellner)

Der Ausfall von diversen Siegringern und einige Entscheidungen des Mattenleiters, die aus Traunsteiner Sicht zumindest diskussionswürdig waren, sorgten letztlich dafür, dass aus einem im Vorfeld erwarteten sicheren Sieg für den TSV Traunstein beim ESV München-Ost nur ein 26:26-Unentschieden wurde. Die Tabellenführung in der Ringer-Landesliga Süd bleibt trotzdem erhalten – weil Titelkonkurrent TSV Aichach diesmal kampffrei war. Die Kämpfe im Einzelnen:


57 kg: Daniel Flemmer wollte im klassischen Stil zu oft einen Schulterschwung gegen Mahmatjan Russlan ziehen. Das misslang und so ging der Sieg an die Gastgeber. Im freien Stil drehte er den Spieß um und legte seinen Kontrahenten mit einem Kopfzug aufs Blatt.

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61 kg: Yusuf Raiskhel war wieder wie gewohnt zweimal Chef auf der Matte. Nur zwei Minuten brauchte er gegen Michelangelo Frate. Im klassischen Stil tat er sich schwerer. Nachdem er unglücklich auf dem Kopf gelandet war, war er zeitweise etwas neben der Spur. Dennoch stand nach vier Minuten Kampfzeit beim 22:6 der Sieg mit technischer Überlegenheit fest.

66 kg: Im griechisch-römisch fiel Ben Wittenzellner verletzt aus. Andreas Rasumny bot in den ersten Minuten eine starke Leistung gegen Maximilian Becker. Dann fehlte die Routine und er musste sich in der fünften Minute auf Schulter geschlagen geben. Im freien Stil musste Tobias Einsiedlers Münchner Gegenüber Becker eine Reihe von Kreuzwürfen in Serie zulassen. Nach eineinhalb Minuten war mit technischer Überlegenheit für Einsiedler die Arbeit getan.

75 kg: Andreas Dik machte gegen Marius Rieger nach eineinhalb Minuten mit einer Beinschleuder Schluss. Im klassischen Stil musste er allerdings die Überlegenheit von Michael Mössinger anerkennen, hatte aber auch Pech, dass die Wertung für einen Kopfzug von ihm nicht gegeben wurde.

86 kg: Samet Demircan kam gegen den fast zwei Köpfe größeren Simon Baylacher nicht zurecht und musste sich noch in der ersten Runde auf Schulter geschlagen geben. Siegringer Luca Zeiser musste krankheitsbedingt passen. So musste Saber Mansuri trotz eines Gewichtsnachteils von fast 15 Kilogramm gegen Fintan Blessinger ran. Am Ende stand eine 3:7-Niederlage zu Buche. – 98 kg: Igor Dereszewski hatte Blessinger im Freistil-Halbschwer vor sich. Seine Spezialtechnik des erlaubten Beinfegers brachte den Gastgebertrainer in Rage. Letztlich legte der TVT-Ringer seinen Gegner bereits nach eineinhalb Minuten auf die Schultern. Im klassischen Stil fehlte Zoltan Keri beim TVT, Thomas Müller konnte sich für den ESV über vier geschenkte Punkte freuen.

130 kg: Im klassischen Stil fehlte erneut Keri. Freistiler Dereszewski siegte gegen ESV-Schwergewicht Müller mit 10:4 nach Punkten.

»Blöd gelaufen, ein Sieg war an sich eingeplant« wusste TVT-Abteilungsleiter Hartmut Hille nicht so recht, ob er sich über den Punktgewinn freuen oder über den Verlust ärgern sollte. Nun läuft alles auf das große Saisonfinale am kommenden Samstag (19.30 Uhr) zu, wenn Mitfavorit TSV Aichach seine Visitenkarte abgibt.

»Keine Frage, wir wollen vor heimischem Publikum den Grundstein für den Meistertitel legen« betont Abteilungschef Hartmut Hille. Die hat man beim TVT selbst in der Hand. »Wir hoffen, dass uns unsere Fans Rückendeckung geben« setzt Hille auf die Unterstützung der Traunsteiner Ringsportfreunde. awi

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