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Auftakt zur »Mini-WM« in Ruhpolding

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So will sie auch nach ihrem Heim-Weltcup in Ruhpolding jubeln: Franziska Hildebrand, die sich auf »meine Strecken und meinen Schießstand« freut.

Die Strecken sind bereit, die Sportler auch: Ab dem heutigen Freitag beginnt in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena die »Mini-Weltmeisterschaft« mit den IBU-Weltcups 4 und 5. Weltcup 4, den die Ruhpoldinger bekanntlich von Oberhof übernahmen, bietet dabei ein straffes Programm. Je zwei Rennen stehen heute, morgen und am Sonntag auf dem Programm, ehe am kommenden Dienstag dann Weltcup 5 – der »echte« Ruhpoldinger – eröffnet wird.


Doch auch Weltcup 4 soll für die Fans zum »echten« Ruhpoldinger Ereignis werden. Dazu wollen auch die deutschen Sportler beitragen, von denen zahlreiche am heimischen Stützpunkt trainieren.

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Luise Kummer rückt für Franziska Preuß nach

Insgesamt 13 hat der Deutsche Skiverband (DSV) für den Weltcup nominiert. Ob nun die »13« zur Glückszahl« für die deutschen Athleten wird? Als 13. Sportlerin kam zumindest Luise Kummer (SVE Frankenhain) hinzu. Die 22-Jährige wird im Sprint am heutigen Freitag (14.30 Uhr) sowie – im Idealfall – im Verfolgungslauf am morgigen Samstag antreten. Dazu müsste sie im Sprint unter die besten 60 kommen. Zuzutrauen wäre es ihr, lief sie doch in der »Zweiten Liga«, dem IBU-Cup, in Ridnaun im Sprint auf Rang 13 und verbesserte sich dann im »Verfolger« auf den neunten Rang. In der IBU-Cup-Gesamtwertung ist sie Zehnte.

Kummer rückt für Franziska Preuß (SC Haag) nach. Die Sportlerin des heimischen Stützpunkts laboriert nach Angaben von Damen-Cheftrainer Gerald Hönig »noch immer an einer muskulären Verhärtung im Lendenwirbelbereich.« Daher wird sie voraussichtlich erst am Sonntag beim Massenstart dabei sein. Ebenfalls aus dem Stützpunkt dabei sind Vanessa Hinz (SC Schliersee) und die in dieser Saison überraschend starke Maren Hammerschmidt (SK Winterberg).

Richtig begeistert von ihrem Saisonverlauf ist Franziska Hildebrand (WSC Clausthal-Zellerfeld), ebenfalls aus dem heimischen Stützpunkt. Sie ist Gesamtdritte im Weltcup, »das ist sehr schön und spornt mich an.« Nach einer Erkältung im Dezember hofft sie nun, dass alles gut auskuriert ist, denn »während der 'Zwischentage' konnte ich in Absprache mit meinem Heimtrainer sehr gut trainieren«, so die 28-Jährige. Sie betont: » Ich freue mich auf die Rennen von Ruhpolding, das sind ja meine Strecken und mein Schießstand.«

Hildebrand hat ebenso wie Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen) auch schon einen Sieg in ihrer Saisonbilanz stehen – ob da in Ruhpolding noch ein Platz auf dem obersten Podest hinzukommt? Leicht wird es nicht, denn neben der starken DSV-internen Konkurrenz sind es vor allem internationale Stars wie Gabriela Soukalova (Tschechien), Marie Dorin Habert (Frankreich), Kaisa Mäkäräinen (Finnland) und Dorothea Wierer (Italien), die mit den deutschen Biathletinnen um die Spitzenplätze wetteifern.

Auch die deutschen Männer, angeführt vom Weltcup-Gesamtdritten Simon Schempp (SZ Uhingen/Stützpunkt) haben bei den Wettkämpfen ab dem heutigen Sprint viel vor. Schempp war nach dem Biathlon auf Schalke einige Tage etwas angeschlagen, fühlte sich aber seit Neujahr »wieder voll belastbar.«

Simon Schempp muss um Einsatz bangen

Doch ausgerechnet zum Auftakt des Heim-Weltcups in Ruhpolding könnte Schempp ausfallen. Weil der dreifache Saisonsieger immer noch leicht erkältet ist, ist sein Start am heutigen Freitag (11.45 Uhr/ARD und Eurosport) im Sprint-Wettkampf gefährdet. »Mittlerweile sind wir soweit, dass wir sagen, wenn ich nicht 100 Prozent habe, dann gehe ich hier nicht an den Start. Und das könnte passieren«, sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner am Donnerstag nach dem Training.

Das Training für den Heim-Weltcup musste etwas improvisiert ablaufen: »Wegen der Vorbereitungen für den Weltcup konnten wir zwar die vergangenen Tage nicht mehr im Stadion trainieren, aber wir haben eine ganz gute Lösung gefunden: Vormittags sind wir zum Training nach Hochfilzen und am Nachmittag haben wir dann – so lange es ging – in Ruhpolding auf Rollerski trainiert«, erläutert Schempp das Programm. Dieses absolvierte er gemeinsam mit Andi Birnbacher (SC Schleching/Stützpunkt) sowie Herren-Disziplintrainer Andi Stitzl (SC Bergen).

Ein weiterer Teil des Teams bereitete sich zunächst in Obertilliach, anschließend in der Nähe von Sillian vor. Und Herren-Cheftrainer Mark Kirchner hat ebenso wie Gerald Hönig und das gesamte deutsche Aufgebot hohe Ziele: »Wir hoffen, an die guten Leistungen der Weltcups vor Weihnachten anknüpfen zu können.«

Hönig lobt auch die Organisatoren: »Mein ganz spezieller Dank geht an die vielen ehrenamtlichen Helfer in Ruhpolding und auch in Oberhof, die gemeinsam alles dafür getan haben, dass wir trotz der derzeit schwierigen Witterungsbedingungen und trotz der Absage in Oberhof zwei Weltcupwochen in Deutschland erleben dürfen.«

Nun gilt es, sich im Kampf um Weltcup-Spitzenplätze mit »Dominator« Martin Fourcade (Frankreich), Altmeister Ole Einar Björndalen und dessen Landsmann Emil Hegle Svendsen schon im heutigen Sprint gut zu positionieren, um am morgigen Samstag (12.45 Uhr) im Verfolgungslauf das zu tun, was die allgemeine Devise des deutschen Teams ist: »Angreifen«... who