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Auftakt nach Maß für Traunsteiner Ringer

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Einen wesentlichen Teil zum Erfolg des TV Traunstein gegen Mietraching trug Eduard Tatarinov (blaues Trikot) bei. Hier bringt er seinen Gegner Roman Lehner an den Rande einer Schulterniederlage. (Foto: Wittenzellner)

Auftakt nach Maß für die Ringer des TV Traunstein in der Bayernliga: Die Mannschaft, die mit einer Mischung aus jungen und erfahrenen Ringern angetreten war, zeigte sich beim niederbayerischen Vertreter SV Mietraching von ihrer besten Seite. Sieben von zehn Mattenduellen konnten die TVT-Ringer für sich entscheiden und präsentierten sich beim 24:14-Erfolg in einer konzentrierten und versierten Verfassung. Wesentlichen Anteil am Gesamterfolg hatten die beiden Nachwuchsakteure Eduard Tatarinov (66 kg, griechisch-römisch) und Ilja Vorobev (66 kg, Freistil) die mit hoch eingeschätzten Gegnern fertig wurden.


Den Auftakt machte im ungewohnten freien Stil Artur Tatarinov (55 kg), der seinem relativ unerfahrenen Gegner Markus Grunick nicht die Spur einer Chance ließ. Mehrere Beinschrauben beendeten den Kampf nach nur 30 Sekunden mit einer technischen Überlegenheit für den Traunsteiner – 0:4.

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Dem folgte das ungleiche Schwergewichtsduell zwischen Vitali Zeleznjak (TVT) und dem Mietrachinger Philipp Steinkirchner, der fast 20 Kilogramm mehr auf die Waage brachte. Im letzten Aufeinandertreffen hatte Zeleznjak seinen Gegner aufs Blatt gelegt; dieses Mal tat er sich, insbesondere aufgrund des deutlichen Gewichtsnachteils, im klassischen Stil schwer. Bei einem unabsichtlichen Zusammenstoß verletzte sich der TVT-Ringer am Kopf. Die Verletzung ließ ein Weiterringen nicht mehr zu, der TVT-Ringer musste aufgeben und sich im Krankenhaus versorgen lassen – 4:4.

Fest eingeplant waren die Punkte von Routinier Stanislaw Dziopak (60 kg, griechisch-römisch), der seinem jungen Mietrachinger Konkurrenten Simon Scholler beim Punkterfolg keine Entfaltungsmöglichkeiten ließ – 7:4. Kampflos konnten die Gastgeber das Halbschwergewicht für sich entscheiden, da der deutsche Spitzenringer Florian Lederer ohne Traunsteiner Gegner blieb. Die Gastgeber gingen mit 8:7 erstmals in Führung.

Dass der Ungar Adrian Kranitz im Freistil-Leichtgewicht gegen den Traunsteiner Ilja Vorobev favorisiert war, machten schon dessen internationalen Erfolge, unter anderem bei der Weltmeisterschaft, deutlich. Dass Vorobev davor keinen Respekt hatte, merkte der Ungar schnell, als er innerhalb von einer Minute durch gekonnte Aktionen des Traunsteiners nach Punkten deutlich zurück lag. Ein Kreuzwurf und ein geschicktes Ausnutzen der Kampfsituation brachten dem Traunsteiner zum Entsetzen der Gastgeber-Zuschauer nach gut zwei Minuten den Schultersieg – für TVT-Betreuer Christoph Huber einer der Schlüsselkämpfe. 11:8 hieß die Führung zur Pause aus Sicht der Traunsteiner.

Mit das schwerste Los hatte Traunsteins Neuzugang Gökan Tetik im Greco-Mittelgewicht gezogen. Mit dem Ex-Bundesligaringer Levente Füeredy aus Ungarn bekam er eine fast unlösbare Aufgabe zugesprochen. Tetik verteidigte geschickt, konnte aber nach gut der Hälfte der Kampfzeit eine Niederlage durch Disqualifikation nicht verhindern. 12:11 – Traunstein war erneut in Rückstand geraten.

Eduard Tatarinov (60 kg) ging im ungewohnten klassischen Stil auf die Matte – auch hier waren die Gastgeber mit Roman Lehner favorisiert. Dass dieser der geschickten Ringweise des Traunsteiners, der sich Punkt um Punkt erkämpfte, zwar alles entgegensetze, dabei aber letztlich unerwartet deutlich mit 4:11 verlor, war bei den Gastgebern völlig ungeplant – 13:14, die Führung hatte erneut gewechselt.

Diese wurden im Anschluss ausgebaut, als sich Borislav Dobrev gegen den körperlich starken und routinierten Matthias Scholler einen 9:4-Punktsieg holte, dabei aber nicht mehr tat, als unbedingt nötig war – 14:17.

Diesem Erfolg folgte der nächste Sieg: Ivan Borislav holte sich seine vier Wertungspunkte kampflos ab, nachdem Mietraching diese Gewichtsklasse unbesetzt ließ – 14:21. Auch im letzten Kampf war ein TVT-Ringer »Chef« auf der Matte. Alexej Patalaschko (74 kg, griechisch-römisch) war dem Mietrachinger Patrick Feilmeier überlegen, was sich auch in einem 6:0-Punktsieg zeigte. Der Endstand für Traunstein hieß somit unerwartet hoch 24:14. »Das war ein Auftakt, wie wir uns diesen besser nicht hätten wünschen können«, zog Christoph Huber Bilanz und lobte den Einsatz- und Kampfeswillen der TVT-Ringer.

Für alle Aktiven ungewohnt waren die, im Zuge der Olympiabemühungen überarbeiteten Ringkampfregeln. Kampfrichter Mustafa Durak hatte die Sportler vor dem Kampf nochmals mit einigen wichtigen und grundlegenden Neuerungen vertraut gemacht. Die Ringer setzten das Regelwerk auf der Matte gut um. awi