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Auftakt der »Russland-Festspiele« für heimische Fahrer

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Auf diese Gegner trifft er auch in Russland wieder: Günther Bauer (Mitte), hier im »Sandwich« zwischen Franz Zorn (links/Nr. 8) und Dimitri Khomisewitsch. (Foto: Weitz)

Verpatzte Generalprobe – gelungene Premiere? Darauf hoffen die beiden heimischen Eisspeedway-Piloten Günther Bauer (Schleching) und Stefan Pletschacher (Ruhpolding) beim Auftakt der Eisspeedway-Grand-Prix-Serie (Weltmeisterschaft) in Krasnogorsk (Russland) an diesem Samstag und Sonntag.


Beide wollten zuletzt beim Sanok-Cup in Polen antreten. Doch der Ruhpoldinger konnte gar nicht erst hinfahren, »weil bei uns in der Firma zu viel zu tun war.« Bauer fuhr zwar hin und überzeugte auch am ersten Tag in Polen in der Qualifikation, in der er sich souverän einen Platz im Finale tags darauf sicherte, doch am zweiten Tag ereilte ihn das Pech. Es gab Probleme mit dem Federbein und dem Motor seiner Maschine und dann auch noch mit dem Motor seines Transporters.

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Max Niedermaier stark

Insgesamt kam Bauer so beim Sieg von Dimitri Koltakow vor Igor Konjonow (beide Russland), Franz Zorn (Österreich) und Stefan Svensson (Schweden) auf den zehnten Platz.

Einen starken achten Platz erkämpfte der Edlinger Max Niedermaier, der in den Punkteläufen sogar sieben Zähler holte, dann aber im entscheidenden Lauf um die Plätze 5 bis 8 gegen hochkarätige Konkurrenz »nur« Vierter und damit Gesamtachter wurde. Dieses Rennen gewann der frühere Serien-Weltmeister Nikolaj Krasnikow – normalerweise nicht mehr aktiv – vor Ex-Weltmeister Per-Olof Serenius (Schweden) und GP-Stammfahrer Grzegorz Knapp (Polen).

Bauer dagegen konnte wegen der technischen Probleme diesen Lauf nicht erreichen. »Mein Motorrad hat der Manfred Knappe schon hergerichtet, aber das mit dem Bus ist schwierig, da nimmt jetzt der Stefan Pletschacher was von meinem Material mit«, so Bauer.

Pletschacher selbst bedauerte zwar den verpassten Test in Sanok, geht aber dennoch zuversichtlich in die WM.

»Das Trainingslager mit Anatolij Bondarenko hat mir viel gebracht, und er wird mir auch während der WM wieder Tipps geben«, freut sich der 35-Jährige. Bondarenko – 1979 und 1980 selbst Weltmeister – spricht gut deutsch, kann zudem für den Ruhpoldinger an der Grenze dolmetschen »und erkennt bei mir Fehler beim Fahren sofort. Dann kann er mir genau sagen, was ich an meiner Linie ändern soll«, freut sich Pletschacher.

Bis zur chinesischen Grenze

Für ihn dauert die »Russland-Rundreise« noch länger als für Bauer: Von Krasnogorsk (Nähe Moskau) geht es für beide zunächst zur Team-Weltmeisterschaft nach Togliatti am 8./9. Februar (ca. 1000 Kilometer südöstlich von Moskau). Eine Woche später folgt der Grand Prix in Blagowestschensk, das fast 8000 Kilometer entfernt von Moskau an der chinesischen Grenze liegt.

Für Bauer geht es danach erst einmal zurück in die Heimat – Pletschacher, der noch die Europameisterschaft bestreitet, fährt dagegen noch nach Kamensk-Uralski (Nähe Jekaterinburg), das gut 1600 km östlich von Moskau liegt.

Dieser Aufwand soll sich natürlich lohnen. Auch wenn Bauer keine genauen Ziele vorgibt, weil er heuer seine Form und sein Material noch nicht einschätzen kann: Er möchte mit Sicherheit wieder einer der besten Westeuropäer in der WM-Wertung werden. Pletschacher peilt einen Platz »zwischen zehn und zwölf« an, bevor es zu den westeuropäischen GP-Rennen in Assen (Niederlande/8./9. März) und im heimischen Inzell (22./23. März) geht.

In Krasnogorsk geht Bauer am heutigen Samstag gleich im ersten Lauf ins Rennen. Dort trifft er auf Igor Konjonow (Russland), Grzegorz Knapp (Polen) und Per Anders Lindström (Schweden). Pletschacher ist erstmals im vierten Lauf des Tages im Einsatz, wobei er auf Stefan Svensson (Schweden), Rene Stellingwerf (Niederlande) und Dimitri Khomisewitsch (Russland) trifft. who