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Aufopferungsvolle Aufholjagd wird nicht belohnt

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Seine Leistung brachte ihm viel Applaus: TVT-Ringer Eduard Tatarinov (rotes Trikot) drehte auf, bereits nach knapp drei Kampfminuten war Schluss und sein Sieg stand fest. (Foto: Wittenzellner)

Sie haben alles gegeben, trotzdem hat es nicht gereicht: Die Traunsteiner Ringer mussten gegen den Bayernliga-Tabellenführer ASV Au/Hallertau eine 16:24-Niederlage hinnehmen. 150 Zuschauer sahen eine Reihe von guten Kämpfen und engagierte Traunsteiner Ringer. Sie sahen aber auch, wo der Schuh drückt.


Die jungen Ringer in den Eingangsklassen 57 kg und 61 kg haben es mit Alters- und teilweise Gewichtsnachteilen schwer, das Schwergewicht war nicht besetzt. Geschwächt wurde der TVT noch zusätzlich durch eine Sperre des ungarischen Spitzenringers Patrik Szabo durch den Verband nach dessen Hauterkrankung, was bei den TVT-Verantwortlichen viel Unverständnis hervorrief. Erneut musste man nach den ersten fünf Kämpfen einem 4:16-Rückstand hinterherlaufen, der bis zum Schluss nicht mehr aufgeholt werden konnte. – Die Kämpfe im Überblick:

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57 kg (Freistil): Alters- und Gewichtsvorteile gaben letztlich den Ausschlag, dass Traunsteins Jung-Ringer Luca Zeiser gegen Gerhard Linseisen das Nachsehen hatte und noch in der ersten Runde nach gutem Beginn geschultert wurde. 0:4

130 kg (Griechisch-römisch): Gegen den 120-Kilo-Mann Sascha Iannacone konnte der TVT keinen adäquaten Gegner aufbieten und ließ die Klasse leer laufen. 0:8

61 kg (G): Unüberwindbar war die Hürde für den Traunsteiner Nachwuchsringer Philipp Schrag gegen den erfahrenen Griechen Kyrillos Poutakidis. Der Gästeringer nutzte eine Unachtsamkeit des jungen Traunsteiners und drehte diesen mehrfach in der Bodenlage, so dass Schrag eine Niederlage mit technischer Überlegenheit hinnehmen musste. 0:12

98 kg (F): Die Taktik von Betreuer Christoph Huber ging auf, Gökhan Tetik nutzte nach kurzem Abtasten seine Chance und legte den Auer Andriy Burygin noch in den ersten zwei Minuten unter dem Jubel der Traunstein Fans aufs Blatt. 4:12

66 kg (F): Mahsun Ersayin hatte gegen den aus Afghanistan kommenden Siegringer Abdul Satar Qaderi einen ganz schweren Stand machte seine Sache aber in dem offenen Mattenduell sehr gut – inklusive einer spektakulären Wende mit anschließendem Punktgewinn. Bei leichtem Rückstand geriet er knapp vor dem Pausengong aber in die gefährliche Lage und musste sich dem neuen Gästestar beugen. 4:16.

86 kg (G): Alexej Patalaschko, am vergangenen Wochenende noch schmerzlich vermisst, stellte sich Hasan Soykan, der bisher alle Mattenduelle für sich entscheiden konnte. Der körperlich starke Gästeringer, der im vergangenen Jahr noch zwei Niederlagen im Freistil gegen den Traunsteiner Ivan Dobrev hinnehmen musste, war der tonangebende Ringer und konnte den Traunsteiner zum Entsetzen der Zuschauer in der zweiten Runde schultern. 4:20

66 kg (G): Im vergangenen Jahr war TVT-Ass Artur Tatarinov gegen Martin Soller nach einem souveränen Kampfverlauf noch unglücklich aufs Blatt gegangen. Die »offene Rechnung« beglich der Traunsteiner auf seine Weise: Bei blitzschnellen Aktionen, bei denen der Auer nicht die Spur einer Chance hatte, ging er konzentriert zu Werke. 15:0 Punkte, eine technische Überlegenheit noch in der ersten Runde sprachen eine deutliche Sprache. 8:20.

86 kg (F): Dimitar Stoyanov musste wie schon in der vergangenen Woche über 15 Kilogramm Gewichtsnachteil ausgleichen und hatte dazu mit Rainer Morasch einen erfahrenen Athleten vorgesetzt bekommen. Der Ex-Hallbergmooser Bundesligaringer war der tonangebende Ringer. Beim Versuch einen Angriff zu starten, wurde der Traunsteiner abgefangen und von dem körperlich deutlich überlegenen Gästeringer geschultert. 8:24.

75 kg (F): Eduard Tatarinov – mit einer bisher ausgezeichneten Leistung in seinen drei Kämpfen – wurde gegen den Hallertauer Christian Frankenberger seiner Favoritenrolle mehr als gerecht. Blitzschnelle Beinangriffe und feine Techniken kennzeichneten das ungleiche Mattenduell, das der Traunsteiner nach seinem Schultersieg mit einem Novum krönte: Er benötigte für seinen Sieg mit 4:0 Mannschaftspunkten mit 2:37 Minuten die exakt gleiche Kampfzeit wie sein Zwillingsbruder Artur. 12:24

75 kg (G): Den Abschluss lieferte wie gewohnt Plamen Petrov. Mit Vladislav Jakubovics hatte er alles andere als einen leichten Gegner vorgesetzt bekommen – sechs Kilogramm Gewichtsnachteil inklusive. Traunsteins Ausnahmeringer lies aber nichts anbrennen. Eine Spur vorsichtiger zu Werke gehend beschränkte er sich statt seiner bewährten verkehrten Ausheber mehr auf Durchdreher am Boden – diese waren beim 20:4 äußerst effektiv. Mehr als zum 16:24-Endstand reichte es aber nicht mehr.

»Letztlich mussten wir gegen den Tabellenführer mit einer Niederlage rechnen. Aber bei dem Kampfverlauf tut die schon weh«, betonte TVT-Abteilungsleiter Hartmut Hille. Gleichzeitig blickt man beim TVT vor allem auch auf die beiden kommenden Kämpfe, wenn man bei den direkten Tabellennachbarn TV Unterdürrbach und anschließend zu Hause gegen den SC Isaria Unterföhring Farbe bekennen muss.

TVT-Nachwuchs setzt sich durch

Zurück in der Erfolgsspur ist dagegen der Nachwuchs in der Grenzlandliga: Gegen die KG Vigaun/Abtenau holte sich die Truppe einen ungefährdeten 28:11-Sieg. Für Traunstein waren erfolgreich: Sabina von Ellerts (29 kg), Maximilian Bach (38 kg), Ben Wittenzellner (46 kg), Tobias Einsiedler (50 kg), Luca Zeiser (55 kg) und kampflos Robert Stump (60 kg) und Philipp Schrag (76 kg). Nicht geklappt hatte es dagegen für Mateo Gmaz (31 kg), Leopold von Ellerts (34 kg) und Leonard Rube (42 kg). awi