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Auflagen sind kaum zu erfüllen

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So eng ging es in den vergangenen Jahren immer in der Wechselzone zu – das darf in diesem Jahr auf keinen Fall so sein. (Foto: Bittner)

In der aktuellen Krise mit Corona stehen auch die Zeichen für den Thumsee-Triathlon – traditionell mit vielen Teilnehmern aus dem Landkreis Traunstein – nicht gut. Die 37. Auflage würde am Sonntag, 12. Juli, steigen, organisiert wie immer von der Triathlon-Abteilung des TSV Bad Reichenhall.


Spartenleiter Werner Mayer – seit 2012 als Hauptorganisator in der Verantwortung des sportlichen Dreikampfs – weiß: »Der DOSB will Anfang Mai mit den einzelnen Sportverbänden ausarbeiten, unter welchen Voraussetzungen die Sportarten und damit die Sportveranstaltungen selbst durchgeführt werden können.«

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Die Deutsche Triathlon-Union (DTU) und der Bayerische Triathlon-Verband (BTV) eruieren derzeit Möglichkeiten, wie in diesen Zeiten Triathlon-Wettkämpfe unter den gegebenen Voraussetzungen abgehalten werden könnten. »Wir haben bereits eine erste E-Mail vom BTV bekommen, dass man pro 100 Teilnehmer eine Wechselzone von etwa 600 Quadratmetern bräuchte. Das heißt momentan, dass wir einen wesentlich größeren Aufwand hätten, zusätzliche Helfer und zudem mehr Platz benötigen würden«, informiert Werner Mayer.

Und damit sei klar: »So kann es sicher keinen Thumsee-Triathlon geben, wie wir ihn gewohnt sind. Bei der Startnummernausgabe, am Start selbst, in der Wechselzone, beim Zieleinlauf samt Verpflegung und bei der Siegerehrung ging es doch bislang immer sehr eng zu. Hier müsste einiges gemacht werden, damit nicht alle so nahe beieinander sind.«

Beim Thumsee-Triathlon weilen neben den rund 150 Teilnehmern noch zahlreiche Zuschauer, viele Helfer, die Feuerwehr sowie die Wasserwacht vor Ort. »Damit wird es am Seewirt-Gelände teils schon recht eng. Aber gerade das macht ja die familiäre Atmosphäre aus, von ihr lebt unsere Veranstaltung doch«, sagt Mayer.

Der TSV Bad Reichenhall muss nun jedoch ohnehin abwarten, welche Auflagen von den Verbänden ausgearbeitet werden. »Erst danach können wir beraten, ob wir diese überhaupt mit unseren vorhandenen Mitteln umsetzen können. Bis spätestens Mitte Mai sollten wir uns aber entscheiden, ob ein Wettkampf machbar ist oder nicht.« Dazu gehört natürlich die finanzielle Kalkulation. Es fallen schließlich auch Fixkosten an, egal ob das Teilnehmerfeld voll ist oder ob aufgrund der Abstandsregeln vielleicht nur ein Drittel des sonst üblichen Teilnehmer-Kontingents starten könnte«, so der Organisator.

Für Werner Mayer ganz persönlich stellt sich ein zusätzliches Problem in den Weg: »Da ich in Österreich wohne und arbeite, weiß ich bislang noch nicht, ob ich in der Vorbereitung oder bei der Veranstaltung selbst überhaupt über die Grenze darf.«

Insgesamt stellt der TSV-Triathlon-Chef die Sinnfrage: »Selbst wenn Behörden und Verbände eine Austragung erlauben würden, müssten wir uns gut überlegen, ob es in solchen Zeiten wirklich sein muss, einen Triathlon in der gewohnten Form tatsächlich durchzuführen. Denn es gibt aktuell wahrlich wichtigere Themen – wie zum Beispiel die Gesundheit eines jeden Einzelnen sowie die vielen bedrohten, wirtschaftlichen Existenzen.« bit

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