Auf der Suche nach einem neuen Team

Bildtext einblenden
Vor wenigen Wochen war noch alles in bester Ordnung und Schlittenhunde-Musher Andi Birkel aus Weißbach strahlte mit seinen Huskies um die Wette – doch dann verstarben »Epo« (rechts) und »Jack« (Mitte). »Pepper« ist mit zwölfeinhalb Jahren der älteste der jetzt noch neun Siberian Huskies. (Foto: Bittner)

Von »Spirit« mussten Andi Birkel und Sabine Steinbacher, die beiden Schlittenhunde-Musher vom SC Weißbach, im Sommer krankheitsbedingt Abschied nehmen. Er war erst sechs Jahre alt. »Das war natürlich viel zu früh, aber damit müssen wir immer wieder zurechtkommen«, sagen sie.


Kurz vor dem ersten Rennen in Langtaufers schlug das Schicksal erneut zu: Durch äußerst unglückliche Umstände musste der Weißbacher zwei weitere Hunde begraben. »Epo« – für Andi Birkel »der beste Hund«, den er je hatte – und Engländer »Jack«, ein möglicher neuer Leithund, wurden überfahren – ein herber und schwer zu verkraftender Rückschlag.

Anzeige

»Spirit war bei der WM im März im Bayerischen Wald mein bester Hund«, sagt Andi Birkel, der seit 1996 mit Leidenschaft und Begeisterung Musher und aktuell amtierender WM-Dritter ist. »Er war der verrückte Geist des Rudels. ,Crazy Spirit', der immer verrückte Dinge im Kopf hatte, fehlt der Bine und mir extrem – wie jeder Hund, der gehen muss«.

Mit »Bine« meint Birkel seine Lebensgefährtin Sabine Steinbacher, die von der Vier- in die Zwei-Hunde-Klasse wechseln wollte. Momentan stehen die beiden Musher jedoch vor einer ungewissen Zukunft, weil das Weißbacher Rudel jetzt nur noch aus neun Hunden besteht. Sie mussten sich erst wieder sammeln und überlegen, ob es überhaupt weitergeht mit diesem Sport. Denn einige Huskies befinden sich bereits in einem »gesetzteren Alter«.

Andi Birkel selbst möchte unbedingt in seiner angestammten Sechs-Hunde-Kategorie bleiben, benötigt dabei aber immer mindestens zwei seiner Siberians als Reserve – »Fun« (8) und »Dawson« (10) sollen diese Rolle einnehmen. Somit bleiben für Sabine Steinbacher nicht mehr viele Hunde übrig. »Diese Situation macht es uns gerade nicht gerade einfach«, erklärt Andi Birkel. »Sollte Dawson das Tempo in meinem Team nicht mitgehen können, fährt nur die Bine mit einem dann sehr starken Vierergespann.«. Er selbst würde dann auf einen Start verzichten.

Einen echten Leithund für diese Saison hat Andi Birkel noch nicht gefunden. Durch den Tod von »Jack« wurde die Suche nach einem neuen, harmonierenden Team noch schwieriger: Gesetzt ist nur »Nugget«, sechs Jahre alt. Dazu befindet sich seine »Sky« (4) im Führungsrennen, die »richtig gut Gas gibt«, wie der Weißbacher sagt. Zuletzt trainierte er mit »Flow« ganz vorne – »das könnte was werden«, ist der 55-Jährige schon wieder recht zuversichtlich.

Neu im Team ist »Flip«, 16 Monate jung, den Birkel seit 2018 im Team hat und der in diesem Jahr das erste Mal starten darf. Seit Anfang September, als das Training langsam begann, ist Andi Birkel auf der Suche nach seinen »Top Sechs«. Diese Woche geht es erst mal nach Tschechien, zu Dauer-Konkurrent, aber auch Freund Stepan Krkoska. Der mehrfache Weltmeister besitzt einen privaten Super-Trail: »Den nutzen wir gern zum Testen«, freut sich Birkel über das Angebot.

Der Saisonhöhepunkt steht vom 6. bis 9. Februar im Terminkalender: die Weltmeisterschaft des Hauptverbands WSA in Zuberec in der Slowakei. Von der WM 2012 kennt Andi Birkel die Strecken am Fuße der Westtatra gut.

Die Deutsche Meisterschaft findet unmittelbar davor vom 31. Januar bis zum 2. Februar in Frauenwald im Thüringer Wald statt. »Für mich einer der schönsten Trails«, schwärmt Birkel. Der Termin sei jedoch unglücklich gewählt – denn er ist wenige Tage vor der WM. Damit bleiben den Teilnehmern nur wenige Tage für die Heimfahrt aus Thüringen und die sofort folgende 750-Kilometer-Anreise nach Zuberec – anstrengend für Mensch und Tier. bit

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein
Einstellungen