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Auf den Spuren von Ted Ligety

Georg Hegele aus Pittenhart ist ein großer Fan von Ted Ligety. »Sein Fahrstil ist schön anzusehen, aber schwer nachzumachen«, schwärmt der 17-Jährige von dem US-Amerikaner, der bei der alpinen Ski-WM drei Goldmedaillen holte.

Einmal so zu fahren wie sein Vorbild, ist Hegeles großes Ziel. Seine erste große Bewährungsprobe erwartet den Skirennläufer des SC Bergen in diesen Tagen: Er ist einer von 44 deutschen Nachwuchssportlern, die sich eine Woche lang beim 11. European Youth Olympic Festival im rumänischen Brasov mit Nachwuchssportlern aus ganz Europa in sieben Sportarten (Langlauf, Ski alpin, Biathlon, Snowboard, Skispringen, Eiskunstlauf und Shorttrack) messen.

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»Ich freue mich sehr darauf. Da ich aber in meiner Altersklasse zu den Jüngeren gehöre, wird es schwer, vorne zu landen. Ein Platz unter den besten 15 wäre gut«, so Hegele, der in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und – wenn er nominiert wird – im Teamwettbewerb starten wird.

Der Erfolg des 17-Jährigen kommt nicht von ungefähr. Bereits mit vier Jahren stand er das erste Mal auf Skiern – seine Mutter Anneliese war Skilehrerin und nahm ihn einfach mit in die Berge. Mit sechs bestritt er seine ersten Rennen. Seinen bis dahin größten Erfolg feierte Hegele in der Altersklasse S 14, in der er Deutscher Meister wurde. Derzeit gehört Hegele dem D/C-Kader des deutschen Ski-Verbands an und fährt beinahe an jedem Wochenende FIS-Rennen oder NJR-Rennen (National Jouth Races) in Deutschland, Österreich und Italien. Gleich beim ersten Saisonrennen gelang ihm der Sieg beim Riesenslalom in Pfelders/Tirol. Einige Platzierungen unter den besten Fünf sind bis heute noch dazu gekommen.

Klar, dass Georg Hegele für seinen Sport einiges entbehren muss. Wegen der Rennen am Wochenende fehlt er oft freitags in der Schule. »Das Gymnasium Trostberg, wo ich nächstes Jahr mein Abitur machen werde, kommt mir sehr entgegen«, so Hegele. Die Klausuren werden meist an den Tagen geschrieben, an denen der 17-Jährige anwesend ist. Viele seiner Teamkollegen und Konkurrenten besuchen die Eliteschule des Sports in Berchtesgaden. Dieser Schritt kam für Georg Hegele aber nicht in Betracht. »Da wollte ich nie hin. Ich habe hier viele Freunde, die ich dann nicht mehr sehen würde und mit der Schule habe ich hier auch keine Probleme«, so der Nachwuchs-Skirennläufer.

Wie es mit seiner sportlichen und beruflichen Zukunft weiter geht, darüber ist er sich noch nicht recht im Klaren: »Ich würde gerne studieren – nur was, weiß ich noch nicht.« Auf jeden Fall will er weiter an seiner Skikarriere feilen. Nächstes Ziel ist der Sprung in den C-Kader. Dann könnte er bei Europacuprennen starten. Bei guten Resultaten kann er sich auch Starts im Weltcup vorstellen. »Bei den Männern hat man auch mit 22 und älter noch Chancen, das zu schaffen«, so Hegele ganz bedacht, aber dennoch optimistisch.

Bis es soweit ist, stehen jetzt erst einmal die Wettbewerbe in Brasov – der Slalom am morgigen Dienstag, der Riesenslalom am Donnerstag und eventuell der Team-Wettbewerb am Freitag – in seinem Fokus. Erst Anfang Februar hatte Hegele von seiner endgültigen Nominierung erfahren. Ausschlaggebend dürften seine guten Platzierungen im DSV-Jugend-Cup gewesen sein.

Seine Eltern werden von Pittenhart aus ihrem Sohn das Beste wünschen. »Wir sind schon stolz, dass er dabei ist«, sagt Mutter Anneliese. Sie und ihr Mann Georg senior unterstützen den Filius bei Rennen in der Nähe oft an der Piste. Ted Ligety hat jüngst gezeigt, wie man einen Hang am schnellsten hinunter fährt. Dies würde ihm Georg Hegele in Brasov nur allzu gerne nachmachen ... apf