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»Arizona Joe« ist Vize-Europameister

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Josef Steffl (Mitte) wurde von Marina Gasteiger und Bürgermeister Rudi Jantke für seine sportlichen Erfolge im Westernschießen ausgezeichnet. (Foto: Eder)

»Arizona Joe«, wie sich Josef Steffl aus Grassau nennt, ist für seine Erfolge im Westernschießsport im Grassauer Rathaus von Bürgermeister Rudi Jantke und Sportreferentin Marina Gasteiger ausgezeichnet worden. Mehrfach hatte er in den vergangenen Jahren an Bezirks- und Deutschen Meisterschaften teilgenommen, im Vorjahr wurde er gleich zweimal Deutscher Meister und bei den Europäischen Meisterschaften mit einem Teilnehmerfeld von 300 Schützen in Tschechien Vizemeister.


Gerne würde Josef Steffl, der schon mehrfach Amerika bereist hat, auch einmal an einer Weltmeisterschaft in Amerika teilnehmen, wie er bei der Auszeichnung berichtete. Das sei jedoch wegen der Sicherheitsbestimmungen sehr schwierig, zumal bei den Wettkämpfen mit den eigenen Waffen geschossen wird. Dennoch wurden er und seine Frau 2013 in Amerika für ihr authentisches Aussehen mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

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In Gehrock, mit schillernder Weste, weißem Hemd, schwarzer Schleife und Stresemann-Hose nahm Josef Steffl auch die Sportlerehrung im Rathaus entgegen – Kleidung, die in Nord-Amerika 1880 getragen wurde, wie der Westernschütze erklärte. Authentizität sei wichtig beim Westernschießen, bei den Schießwettbewerben werde auch auf die entsprechende Kleidung wert gelegt.

1988 ist Josef Steffl dem Mietenkamer Schützenverein beigetreten und hat dort gelernt, mit Gewehr und Pistole umzugehen. Der »Wilde Westen«, die nordamerikanische Geschichte, Indianer und Cowboys faszinierten ihn bereits seit seiner Kindheit. Die historischen Waffen begeisterten den Westernschützen und so war seine erste Waffe auch eine »Winchester« von 1892 von Rossi.

Erst vor zehn Jahren kam er dann zum Westernschießen: Er und ein paar seiner Freunde wurden 2007 zu einem offiziellen Westernschießen des Bunds Deutscher Sportschützen (BDS) als Gäste nach Kühlbach bei Schrobenhausen eingeladen und durften dort auch mitschießen. Die Begeisterung war so groß, dass sich die Freunde bei einem Sicherheits- und Regellehrgang des BDS im Westernschießen anmeldeten. Damit war der Grundstein für dieses neue Hobby gelegt.

Trainiert werde einmal wöchentlich in Fridolfing. Aber auch das »Trocken-training« zu Hause gehört zu den Übungen. Schließlich müssen die Abläufe – Pistole aus dem Halfter nehmen, nachladen und zielen – schnell und präzise sein. Wie der begeisterte Schütze berichtete, wird bei den Wettkämpfen auch auf die Abläufe und nicht nur auf das Schießergebnis geachtet. Bei einem Fehler – wie die Waffe falsch zu halten – wird der Schütze disqualifiziert.

Josef Steffls Ehefrau Martina ist ebenfalls begeistert von dem Hobby, wie der Schütze erzählte. Selbst schießen kann sie zwar nicht, da ihr die Waffen zu schwer sind, sie besucht mit ihrem Mann aber viele Turniere. tb