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Arbeiten für eine gute Sache

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Veronika Böker (von links), Herbert Fritzenwenger und Claudia Funk sind für die Verpflegung der Zuschauer in der Chiemgau-Arena verantwortlich – und haben dabei mit ihrem großen Helferteam eine jede Menge zu tun. (Foto: Brenninger)

In der Container-Küche herrscht schon früh am Morgen reger Betrieb. Es duftet bereits nach Kaffee und die Brotzeit für die freiwilligen Helfer, die gerade die Strecke präparieren, wird hergerichtet.


Und dann muss natürlich auch alles für den Tag vorbereitet und gekocht werden: Denn schließlich ist das Küchenteam nicht nur für die Verpflegung der Helfer zuständig, sondern für alle Stadionbesucher. »An einem guten Tag brauchen wir schon mal allein 122 Leberkäse und 45 Halsgrat und an die 2000 Wurst- und Käsesemmeln sowie 8000 Semmeln als Beilage für Wiener Würstel und Suppen«, weiß Veronika Böker und fügt hinzu: »Das ist schon ein immenser Aufwand.«

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Sie ist im Verpflegungsteam, das für die Zuschauer in der Chiemgau-Arena zuständig ist, für den Einkauf, die Küche und die Bestückung der einzelnen Hütten verantwortlich. Ihre Kollegin Claudia Funk kümmert sich um das Personal und die Kasse. Früher haben diese Aufgaben Erika und Herbert Fritzenwenger, der jetzt der Gesamtchef des Teams ist, inne gehabt. Die Fritzenwengers waren auch vor 40 Jahren schon dabei, als es in Ruhpolding mit dem Biathlon los gegangen ist, und bauten den Bereich Verpflegung langsam auf.

Auch diese Gruppe arbeitet ehrenamtlich – und das auch noch für einen guten Zweck. Denn die Einnahmen kommen zu 100 Prozent der Skiabteilung des SC Ruhpolding zugute. Sie werden überwiegend für den Jugendbereich genutzt – also für die Trainer oder für die Bereitstellung der Fahrzeuge zu den Wettkämpfen. »Eine schöne Sache«, findet Veronika Böker das und deshalb hilft sie auch gerne aktiv mit – und das schon seit Jahren. Dabei wohnt sie nicht mal mehr in Ruhpolding, sondern ist mit ihrer Familie mittlerweile in Bergen zuhause. »Aber mein Sohn ist Skispringer und nach wie vor beim SC Ruhpolding aktiv.«

»Viele nehmen sich extra Urlaub, um zu helfen«

Und es gibt noch einen weiteren Aspekt, den Veronika Böker, Herbert Fritzenwenger und Claudia Funk so beeindruckend finden, denn es sind nicht nur Mitglieder des SC beim Verpflegungsteam dabei. »Das ginge gar nicht«, sagen sie. Denn allein pro Hütte werden drei bis vier Leute benötigt, dazu kommt dann auch noch das Küchenpersonal. »Die Helfer sind im Durchschnitt drei bis fünf Tage im Einsatz«, fügt Veronika Böker hinzu und freut sich über die Einsatzbereitschaft: »Das ist einfach der Wahnsinn: Viele nehmen sich wirklich extra Urlaub, um zu helfen.« Und es sind in diesem Jahr 25 Hütten in der Arena, die vom SC betreut werden.

Eine Änderung gibt es übrigens in diesem Jahr auch: Denn fünf zusätzliche Hütten werden erstmals nicht vom Skiclub betreut, sondern von verschiedenen Caterern übernommen. Für Böker ist das aber gar kein Problem: »Ich sehe das positiv«, sagt sie, »denn die Caterer bieten die Produkte an, die wir nicht haben.« Es sei also eine gute Ergänzung, fügt sie hinzu.

Und was hat das SC-Küchenteam nicht auf Lager? »Pizza zum Beispiel«, sagt Böker. »Das haben wir einmal probiert, aber wir haben einfach die Menge nicht zusammengebracht.« Diesen Aufwand können die Caterer nun vielleicht besser stemmen. »Und das wäre ja eine weitere Aufwertung für unsere Veranstaltung.«

Die Vorbereitungen für Veronika Böker, Herbert Fritzenwenger und Claudia Funk haben übrigens bereits wieder im Sommer begonnen. »Da muss der Bestand durchgezählt werden, mögliche Fehlerquellen werden dann bereits durchgesprochen und Lösungen dafür gefunden.« Und schon vor Wochen sind auch bereits die Bestellungen gemacht worden. Veronika Böker achtet beim Einkauf übrigens darauf, dass »es Produkte aus der Region sind, wir denken nicht nur gewinnorientiert«.

Zudem haben die Helfer bereits die Hütten wieder auf Vordermann gebracht. Und natürlich wird dann auch noch alles vom Landratsamt überprüft. »Wir haben da viele Vorschriften einzuhalten.« In den Wochen vor dem Biathlon-Weltcup erfolgen dann die Anlieferungen – und die Waren werden auf die sechs Lagercontainer und eine große Lagerstätte verteilt. Was die Bestellungen betrifft, arbeitet Veronika Böker auch eng mit Küchenchefin Ina Thaurer zusammen. Sie versteht ihr Handwerk, schließlich hat sie 20 Jahre lang auf der Frasdorfer Hütte gekocht. »Sie hat Ideen ohne Ende und kann die Mengen einfach auch richtig einschätzen«, ist Böker froh um die Unterstützung.

Das Wetter spielt eine ganz wichtige Rolle

Was die beiden allerdings nicht in der Hand haben, ist das Wetter – und das spielt eine ganz wichtige Rolle für das Verpflegungsteam. »Das Schlechteste für uns ist Regen«, sagte Böker, »dann kommen die Leute einfach spät in die Arena und essen auch nicht so viel.« Aber darauf könne man natürlich reagieren. »Wir machen dann einfach weniger«, sagt Böker und fügt hinzu. »Gut, dass es nicht so viele Regentage bisher gegeben hat.«

Bei Schneefall hat das Team hingegen ganz andere Probleme. »Da verlieren wir etwa schon viel Zeit dadurch, dass wir erst einmal alles freischaufeln müssen.« Und auch die Versorger, also die zwölf Leute, die von den einzelnen Containern für den Nachschub sorgen, haben alle Hände voll zu tun, die benötigten Sachen zu den Hütten zu bringen. »Am besten ist es einfach, wenn die Sonne scheint«, lacht Veronika Böker, »und wenn dann noch ein Deutscher oder ein Norweger gewinnt, ist das auch gut für unser Geschäft.« SB