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Anton Hochreiter einstimmig als Gauschützenmeister bestätigt

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Der neuen Vorstandschaft des Alzgaus Trostberg gehören an: Gauschützenmeister Anton Hochreiter (rechts), die drei Damen (von links) Anna Holzner, Angelika Bartl und Mathilde Leitl, dahinter von links Alexander Roß, Robert Wölfle, Peter Heinze, Reinhard Brodschelm, Uwe Richters, Thomas Oettl und Stefan Baumgartner.

Anton Hochreiter bleibt auch die nächsten vier Jahre Gauschützenmeister des Alzgaus Trostberg. Die Schützenmeister der 37 Mitgliedsvereine bestätigten ihn in der Jahreshauptversammlung im neuen Kienberger Bürgersaal einstimmig im Amt.


2. Gauschützenmeisterin wurde Anna Holzner, 3. Uwe Richters von der SG Purkering und 4. Reinhard Brodschelm von den Trostberger Sportschützen. Die beiden Letztgenannten sind neu in der Gauvorstandschaft und lösen Alois Wimmer und Tobias Gerauer ab. Beide wurden ebenso ohne Gegenstimmen gewählt wie die folgenden Mitglieder der Gauvorstandschaft. Für alle Posten hatte es jeweils nur einen Kandidaten gegeben.

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Gaukassier bleibt Peter Kiefersbeck, sein Stellvertreter ist Peter Heinze. Den Posten der Schriftführerin bekleidet weiter Mathilde Leitl, eine Stellvertreterin für sie wurde nicht gefunden. Neuer Gausportleiter wurde Stefan Baumgartner der Hans-Georg Arlt ablöst. Stellvertreter ist Leo Brandl. Zum neuen Jugendleiter wählten die Mitglieder einstimmig Robert Wölfle, dem Thomas Miesgang und Alexander Ross als Stellvertreter zur Seite stehen werden.

Thomas Oettl bleibt Rundenwettkampfleiter

Als Rundenwettkampfleiter wurde Thomas Oettl im Amt bestätigt. Zur Damenleiterin wurde wieder Angelika Bartl gewählt; ihre Stellvertreterin bleibt Anna Künzner. Fähnrich ist Robert Feichtner, 2. und 3. Fähnrich sind Hans Siglreithmaier und Alexander Lehrer. Um die Belange der Senioren, um Kurse und Seminare kümmert sich auch künftig Winfried Jung. Gewählt wurden außerdem Beisitzer, Kassenprüfer und Schiedsgericht.

Der wiedergewählte Gauschützenmeister Anton Hochreiter würdigte die ausscheidenden Vorstandsmitglieder und äußerte die Hoffnung auf eine gute und harmonische Zusammenarbeit mit den neuen. Seine Stellvertreter Alois Wimmer und Tobias Gerauer seien ihm »immer treue Begleiter« gewesen. Großes Lob zollte er dem ausgeschiedenen Sportleiter Hans Georg Arlt, der sich große Verdienste um den Alzgau erworben, das Sportwesen koordiniert und perfekt organisiert habe.

Zu Beginn der Versammlung hatte Hochreiter eine lange Liste von Mitgliedern verlesen, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Ihnen und besonders dem erst wenige Tage vor dieser Versammlung zu Grabe getragenen Ehrengauschützenmeister Ernst Saxberger galt ein stilles Gedenken. Bezüglich der Finanzen des Alzgaus verwies der Vorsitzende auf den Gaukurier, der allen Vereinen zur Verfügung gestellt wurde. Einnahmen und Ausgaben halten sich die Waage; das Vereinsvermögen ist minimal gestiegen.

Sorge bereiten allerdings die zurückgehenden Mitgliederzahlen. So sank die Zahl der im Alzgau Trostberg registrierten Schützen von 2017 bis 2019 von 3312 auf 3229, bei den jugendlichen Mitgliedern sogar von 388 auf 316. Angesichts der Corona-Pandemie ist zu befürchten, dass sich dieser Trend verstärkt fortsetzen wird. Das liegt daran, dass die Übungsmöglichkeiten eingeschränkt sind und auch die Zahl der Veranstaltungen zurückgegangen ist. Als Beispiel nannte Hochreiter die acht im Gau organisierten Böllerschützengruppen, für die man keinen Referenten habe finden können. Ihr gehören 164 Mitglieder mit 138 Handböllern an. Die seien aber nicht mehr zum Einsatz gekommen, weil ja alle Veranstaltungen abgesagt wurden, bei denen traditionsgemäß die Böllerschützen auftreten. Hochreiters Jahresbericht bezog sich überwiegend auf Veranstaltungen im Jahr 2019, da die Versammlung ja eigentlich bereits im April hätte stattfinden sollen. Außerdem wurden die erarbeiteten Hygienerichtlinien ausgiebig erläutert.

Im neuen Bürgersaal begrüßte Kienbergs Bürgermeister Hans Schmidhuber die Schützen und würdigte deren ehrenamtliches Engagement. Er bezeichnete es als einen Baustein für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Schmidhuber berichtete, dass die SG Kienberg hier ein neues Zuhause bekommen habe, das in erster Linie dank der großen Eigenleistung der Schützen geschaffen werden konnte. Die Gemeinde, so räumte er ein, hätte das nicht leisten können. Als Vertreterin des Landkreises überbrachte Resi Schmidhuber die Grüße von Landrat Sigi Walch. Sie würdigte vor allem die Jugendarbeit, denn »jeder Jugendliche im Verein ist weg von der Straße.« Zu der in der Versammlung kritisierten erneuten Verschärfung des Waffenrechts sagte die Landrats-Stellvertreterin, »die Politik behindert die Vereinsarbeit. Wir müssen das Beste daraus machen.«

Stagnation auf Bezirks- und Landesebene

Der Bezirksschützenmeister Alfred Reiner meinte zwar, es gehe nun auch bei den Schützen wieder los, denn das sei seine dritte Versammlung innerhalb von vier Tagen; auf Bezirks- und Landesebene gebe es aber bei den Schießveranstaltungen »eine ziemliche Stagnation.« Man plane zwar, die Bezirksmeisterschaft in Hochbrück, könne aber wegen der Hygienevorgaben die bisherigen Teilnehmerzahlen nicht bewältigen. Er hoffe, dass es im Frühjahr besser werde. Reiner berichtete über die Renovierungsarbeiten auf der ehemaligen Olympia-Schießanlage in München-Hochbrück und beklagte, dass dort mittelfristig keine internationalen Wettkämpfe mehr stattfinden werden. Russland habe jetzt den Vorsitz in der Internationalen Schießsportverband. Man müsse viel bezahlen, um internationale Wettkämpfe ausrichten zu dürfen.

Auch er ging auf das seit Monatsanfang geltende neue Waffenrecht ein und das Verbot, Bleimunition zu verwenden. Das betreffe aber vor allem Jäger und weniger die Sportschützen. Für das Bezirkskönigsschießen im kommenden Jahr kündigte er an, dass auch jene mitschießen können, die heuer beim ausgefallenen Königsschießen teilnahmeberechtigt gewesen wären.

Der Rundenwettkampfleiter Thomas Oettl informierte, dass sich heuer im Alzgau sechs Mannschaften vom Wettkampfbetrieb abgemeldet, aber nur drei neue angemeldet haben. Während die Zahl der Teams in der Schützenklasse gleich geblieben ist, werde es in der Disziplin Luftpistole nur noch eine Gauklasse und eine A-Klasse geben. Bei den Senioren ist ein Team dazugekommen. Hier gibt es ab heuer eine Gauklasse sowie eine A- und eine B-Klasse.

Es gab noch eine Vorschau auf geplante Veranstaltungen. Man muss aber das Corona-Geschehen abwarten. Wenn es stattfinden sollte, wird das 125. Gründungsfest in Traunwalchen, verbunden mit dem Gauschützenfest, am 16. Mai die größte Veranstaltung im kommenden Jahr sein. Einig war man sich aber in der Einschätzung, dass dieser Termin wie alle weiteren »gewaltig wackelt« und man bald entscheiden müsse. -K.O.-

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