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Die Strecke des Ultratrails Capetown führte rund um den Tafelberg und hatte einige Herausforderungen parat, wie der Sieger Hannes Namberger betonte.

Anspruchsvolles Rennen mit »einem echt schönen Moment«

Es war das i-Tüpfelchen auf eine ganz starke Saison: Der Ruhpoldinger Hannes Namberger vom Team Dynafit hat den Ultratrail Capetown zusammen mit Dmitry Mityaev aus Russland gewonnen. Die beiden Sieger überquerten nach anspruchsvollen 100 Kilometern und 5400 Höhenmetern nach exakt 10:45 Stunden Hand in Hand die Ziellinie.

Namberger zeigte sich begeistert vom Rennen rund um den Tafelberg und auch vom Land. »Ich war zum ersten Mal in Kapstadt. Es ist ein Wahnsinnsort, um Sport zu machen – egal ob man hierher zum Radfahren, zum Triathlon, zum Mountainbiken oder zum Laufen kommt.« Und der 33-Jährige ergänzte: »Es ist natürlich auch ein geiles Gelände, um Trailrun zu machen.«

Genau aus diesem Grund reiste der Bundespolizist ja nun nach Südafrika. »Ich habe mich gut auf den Wettkampf vorbereitet«, berichtete er, schob aber auch gleich noch hinterher, dass vieles in der Vorbereitung nicht so funktioniert habe. »Aber ich war dann doch genau zum richtigen Zeitpunkt fit und halbwegs schmerzfrei«, ergänzte er.

Von Tag zu Tag stieg damit auch die Vorfreude auf den letzten Höhepunkt seiner langen Saison. »Es war auch etwas ganz Neues, ein ganz anderes Gelände wie zu Hause«, erzählte der seit Jahren erfolgreiche Ultraläufer. »Es war wirklich brutal schwer und brutal technisch, weil es dort sehr verblockt ist – es waren also immer wieder große Steine drin.« Folglich konnte man an diesen Stellen der Strecke nicht so schnell laufen und bergab konnte man sich auch nur wenig erholen. »Das fordert wirklich jegliches Können«, hob Namberger hervor. Eine Herausforderung war auch die Tatsache, dass es von 1000 Metern Höhe plötzlich wieder runter zum Strand ging. »Man hat so auch plötzlich wieder einen Temperaturunterschied und das zieht dir wirklich sehr viel Energie«, erzählte er. Zudem war es am Wettkampftag auch noch sehr heiß. »Wir haben viel mit Eis kühlen müssen. Was man jetzt von uns daheim nicht so kennt.«

Hannes Namberger fühlte sich aber gut und lief von Anfang an vorne. »Ich habe immer Position 1 oder 2 gehalten«, berichtete er. Doch so richtig absetzen, konnte er sich nicht. Das Feld war eng beisammen. Immer vorne mit dabei war auch Dmitry Mityaev aus Russland. »Ich kenne ihn schon lange. Er ist ein toller Sportsmann und über die Jahre ein guter Freund geworden«, erzählte Namberger.

Beide Trailrunner liefen im weiteren Verlauf des Rennens doch einen kleinen Vorsprung heraus und ab Kilometer 40 waren sie tatsächlich auch gemeinsam unterwegs. Die Verfolgergruppe hatte nun einen Rückstand zwischen fünf und zehn Minuten. Als zum Schluss des Wettkampfs das Gelände immer leichter wurde, nutzten das die Verfolger eiskalt aus und holten plötzlich immer weiter auf. Namberger und Mityaev änderten daraufhin ihre Taktik. »Wir haben dann richtig zusammenarbeiten müssen. Er war bergauf besser, ich bergab – und so haben wir uns gut ergänzt.« Zusammen schafften es die beiden Führenden, dass die Gruppe hinter ihnen nicht mehr weiter aufholen konnte. Zwischenzeitlich, gab Namberger zu, »haben wir schon geschwitzt, dass sie uns noch abfangen«.

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Was für ein einmaliges Siegerbild! Der Ruhpoldinger Hannes Namberger (links) und Dmitry Mityaev aus Russland haben den Ultratrail Capetown gewonnen. Die beiden Sieger überquerten nach 100 Kilometern und 5400 Höhenmetern nach 10:45 Stunden die Ziellinie und feierten im Anschluss ihren Erfolg. (Fotos: @riffraff002 Raphael Weber/adidas)

Erst die letzten sechs bis sieben Kilometer konnten sich Namberger und Mityaev wieder etwas entspannen. »Dann war klar, dass wir die Lücke bis zum Ziel halten können.«

Die beiden Läufer zeigten nun einen tollen Sportgeist und entschieden, dass sie gemeinsam ins Ziel laufen wollen! »Wir haben den ganzen Tag zusammengearbeitet, da wollten wir es auch miteinander ins Ziel schaffen und uns nicht noch gegenseitig vernichten«, betonte Namberger. Kurze Zeit später war es endlich soweit! »Und das war echt ein schöner Moment«, freute sich der Ruhpoldinger. »Die Situation hat das so ergeben – und das kann man dann auch miteinander teilen.«

Für Hannes Namberger, der in diesem Jahr unter anderem auch beim Lavaredo-Ultrai-Trail in Italien und beim Peyagolosa-Trail in Spanien Siege eingefahren hat, ist jetzt erst einmal Pause angesagt. Im Dezember werde er jetzt nur just for fun trainieren, sagte er. »Und dabei schmiedet man natürlich die Pläne für das neue Jahr.« Was kommt? »Ich habe noch keine Ahnung, was ich machen möchte. Ich habe genau bis zu dem Rennen in Südafrika gedacht und nicht weiter.« Eines ist aber klar, so Hannes Namberger: »Ich freue mich auf das, was als nächstes kommt.«

SB

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