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Anna Weidel hat große Ziele

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Anna Weidel hat bei ihrem Debüt im Weltcup gezeigt, dass sie mit der Weltspitze mithalten kann. An die guten Platzierungen will die 22-Jährige bei weiteren Einsätzen anknüpfen.

Ihr Debüt beim Biathlonweltcup Anfang Dezember im slowenischen Pokljuka wird Anna Weidel wohl nie vergessen. Die 22-Jährige erreichte mit dem 10. Platz im Sprint und dem 11. Rang in der Verfolgung auf Anhieb die Norm für die Weltmeisterschaft in Östersund. Zuvor hatte sie über die 15 Kilometer noch Lehrgeld bezahlen müssen, sich dann aber gesteigert.


»Damit habe ich und auch andere nicht gerechnet. Umso erfreulicher ist es, dass es gleich so gut geklappt hat«, sagt die Sportlerin vom WSV Kiefersfelden, die am Stützpunkt Ruhpolding trainiert. »Wenn auch der Einstieg zäh gewesen ist – ich habe wenig zu verlieren gehabt. Ich habe es als Bonus betrachtet, im Weltcup starten zu dürfen«, meint sie bescheiden. Die Nominierung hatte Anna Weidel ihren guten Platzierungen zuvor im IBU-Cup zu verdanken.

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»Im Weltcup weht ein anderer Wind«

»Im Weltcup weht ein anderer Wind«, hat Anna Weidel schnell festgestellt. »Wenn es nicht so läuft, kannst du gleich mal weit hinten landen«, analysiert sie ihren Einstand über 15 Kilometer und Rang 66. »Im nächsten Rennen wollte ich es besser machen und Spaß haben, das ist mir auch gelungen«, freut sie sich über den 10. Platz.

Das Umfeld war für Anna Weidel dabei kaum neu: Unter Damen-Cheftrainer Kristian Mehringer hat sie bereits in Ruhpolding trainiert. »Er hat mich nach meinen Durchhänger damals wieder herausgeholt. Ich bin froh, dass er mein Trainer ist.« Einen großen Teil der Damenmannschaft kennt sie ebenfalls schon aus der Chiemgau-Arena. »Sie haben mich gut aufgenommen, es ist eine coole Truppe. Im Unterschied zum IBU-Cup macht im Weltcup aber jede Sportlerin ihr eigenes Ding. Man merkt, es ist ein Einzelsport. Ich habe versucht, ebenfalls mein Ding zu machen und das ist alles gut gelungen.«

Vor allem am Schießstand zeigte die junge Sportlerin eine gute Leistung und hielt mit der Weltspitze in Sachen Geschwindigkeit beim Schießen mit. Defizite hatte sie beim Laufen, geschuldet der mäßigen vergangenen Saison. »Davon habe ich mich noch nicht richtig erholt. Ich hoffe, dass ich mich in diesem Bereich verbessern kann«, sagt die 22-Jährige.

Nach Pokljuka durfte Anna Weidel auch am Weltcup in Hochfilzen teilnehmen. Für den Weltcup in Nove Mesto wurde ihr vom Trainerteam eine Pause verordnet. »Zunächst bin ich etwas enttäuscht gewesen, die Rennen dort sind immer cool mit einer tollen Stimmung. Jetzt weiß ich, es war die beste Entscheidung für mich. Ich habe gemerkt, wie wichtig diese Pause gewesen ist.« Derzeit kuriert sie eine leichte Erkältung aus und hofft, beim nächsten Weltcup in Oberhof wieder nominiert zu werden.

»Noch ein weiter Weg« bis zur Weltmeisterschaft

Dort will sie sich mit einer guten Leistung für ihr Heimspiel in Ruhpolding empfehlen. »Zuvor muss ich mir Einiges für meinen Feinschliff im Laufen und Schießen holen«, weiß die 22-Jährige. Im März steht dann die Weltmeisterschaft in Östersund ganz dick im Kalender, für die sie bereits die Qualifikation in der Tasche hat. »Das hat bei der Leistungsdichte in unserem Team nicht viel zu bedeuten«, gibt Anna Weidel zu. »Ich bin froh, es geschafft zu haben, und würde mich freuen, dabei zu sein. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und diesen will ich Schritt für Schritt gehen.«

Wenn Anna Weidel nicht gerade an Biathlon denkt, schwärmt sie für den Radsport. Ihr großes Idol ist der dreimalige Straßenweltmeister Peter Sagan. »Der ist ein toller Typ. Von den Radsportlern kann ich mir einiges abschauen«, sagt sie. Den nötigen Rückhalt findet Weidel bei ihrer Familie. »Egal ob ich von einem Wettkampf als Erste oder Letzte heimkomme – bei meiner Oma bekomme ich trotzdem immer mein Essen«, erklärt sie lachend.

Zum Biathlon ist Anna Weidel als 14-Jährige gekommen und auf Anhieb Gesamtsiegerin im Deutschen Schülercup geworden. In der Folge hat sie in ihren Altersklassen immer eine dominierende Rolle gespielt, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften geholt. Mittlerweile ist Anna Weidel Behördensportlerin beim Zoll. 2017 hat sie in Kontiolathi die Verfolgung im IBU-Cup gewonnen. Aktuell hofft die 22-Jährige auf weitere Top-10-Platzierungen im Weltcup. In den nächsten Jahren will sie ein fester Bestandteil des Weltcupteams sein und die Olympischen Spiele 2022 hat sie ebenfalls im Visier. SHu