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Andi Huber pulverisiert die Mountainbike-Bestmarke von 2006

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Profi-Skibergsteiger Toni Palzer aus der Ramsau setzte sich mit einem atemberaubenden Tempo an die Spitze des Radfeldes. Im Ziel lag aber Andi Huber dennoch fünf Sekunden vor ihm. (Fotos: Bittner)

»Das war ein Traumflugtag«, strahlte Wolfgang Nöhrig übers ganze Gesicht. Der Vorstand des Reichenhaller Gleitschirmclubs Albatros und sein großes Helferteam hatte sich exakt dieses Wetter verdient – nach dem Dauerregen just zum vermeintlichen und letztlich abgesagten Start der Paragleiter im vergangenen Jahr. Diesmal passte alles bei der 20. Auflage des Dreikampf-Staffel-Wettkampfes Grazi-Man.


3. Bürgermeister Hans Hartmann und Sportreferent Andreas Staller schickten die 79 Mountainbiker auf die 6,5 Kilometer lange Strecke. Gleich vom Start weg setzte sich Toni Palzer aus dem Team »Physio Fuchs - Die Welt ist nicht genug« mit einem atemberaubenden Tempo an die Spitze. Allerdings wurde er bald von Einzelstarter Andi Huber überholt. Nach 400 Bergauf-Höhenmeter am Ende der MTB-Route an der Höllenbachalm hatte der Ruhpoldinger dann die alte Grazi-Man-Bestmarke von Thomas Brengartner aus dem Jahre 2006 um sagenhafte 39 Sekunden auf 19:31 Minuten pulverisiert. Sogar die beiden nächstplatzierten Radler, Toni Palzer (19:36) und Christian Ortner (21:09), blieben noch unter Brengartners ehemaligem Rekord, der seine Ablösung sportlich nahm: »Es musste irgendwann passieren, und heute waren die Bedingungen dazu einfach perfekt«, lachte der Reichenhaller. Tom Brengartner, Jahr für Jahr beim Grazi-Man dabei, erzielte in 21:24 Minuten als viertbester Bergradler selbst eine Top-Zeit.

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Den anschließenden Berglauf auf die Zwieselalm dominierte erwartungsgemäß Toni Palzers Teamkollege in der Skibergsteiger-Nationalmannschaft, Anton Leitenbacher, in starken 28:45 Minuten. Dahinter reihten sich Stefan Knopf (29:18), Lokalmatador Stefan Holzner (31:34) vom Thumsee und der Angerer Routinier Daniel Pickl (32:43) ein.

Rad-Champion und Einzelteilnehmer Andreas Huber kam in 38:01 Minuten auf Rang 25. Und da der Ruhpoldinger auch mit dem Gleitschirm eine hervorragende Figur abgab und die 18.-beste Zeit hinlegte, gewann er nicht nur die Einzel-Konkurrenz, sondern hätte sich mit seiner Endzeit von 1:08:09 Stunden im Team-Gesamtfeld obendrein auf einem fantastischen 7. Platz eingereiht.

Eine starke Leistung bot auch der Traunsteiner Pele Faßbender: Er hielt in allen drei Disziplinen mit ausgeglichenen Leistungen gut mit und kam so in der Einzel-Konkurrenz auf den sechsten Platz.

Harter Gegenwind für die Paragleiter

Als schließlich Paragleiter Chrisitan »Gri« Reichenberger als Erster ins Ziel lief, atmete er erst einmal tief durch: »Brutal, dieser Gegenwind heute«, zeigte sich der Profi-Ski-Freestyler aus Piding erleichtert. Die Bedingungen waren sehr gut, wechselten aber stark. Während die einen locker um die Boje am Weitwiesen-Wendepunkt kamen und dann mit Rückenwind »zurück« zu den Landepunkten am Bolzplatz schweben durften, mussten einige andere irgendwo auf der Weitwiese »notlanden« und mit dem Schirm ein gutes Stück zu Fuß ins Ziel laufen.

Als Schnellster auf der rund 1000-Höhenmeter-Flugstrecke zwischen Zwieselalm und Ziel war Albatros-Sportwart Helmut Metzler in nur 8:09 Minuten unterwegs. Damit gewann er die Flugsparten-Wertung deutlich vor Stefan Sindelka (8:38) und Teamsieger Gri Reichenberger (8:46). 2014 noch auf Platz 1, holte sich Metzler mit den Team-Partnern Thomas Brengartner und Stefan Holzner diesmal Bronze. Platz 2 ging an die »Boarischen Buama« Christian Ortner, Stefan Knopf und Cornelius Unger.

Die Gleitschirmflieger wurden aus Sicherheitsgründen intervallweise abgelassen. Die ersten Vier in den zeitlichen Abständen der ersten Bergläufer, um den zahlreichen Zuschauern im Ziel einen »echten Siegeinlauf« bieten zu können: Somit war der Erste im Ziel, Gri Reichenberger, der Erste im Gesamtfeld. Dahinter konnte sich die Reihung freilich verschieben. Bei den Damen führte kein Weg an den »Drei Engeln für Charlie« Christina Höller, Verena Streitberger und GSC-Schatzmeisterin Ursula Pötsch vorbei: Platz 1 in starken 1:13:01 Stunden.

Notlandung beim Listwirt

Grazi-Man-Kuriositäten gab es einmal mehr: Mit der Schnapszahl-Zeit von exakt 1:11:11 Stunden schnitt das Team BMK Jettenberg hervorragend auf Rang 9 im Gesamtfeld ab – Platz 11 wäre noch passender gewesen. Stefan Birnbacher von der »Feuerwehr Anger« musste aufgrund eines »Verhängers« mit seinem Gleitschirm sicherheitshalber auf der Listwirt-Wiese notlanden. Er bewies Moral, packte seinen Schirm ein und lief die gut zwei Kilometer ins Ziel.

In kompletter Feuerwehr-Montur mit Blaulicht und Fahne begaben sich Danny Richter, Christoph Paulus und Gerald Warthmann auf den Grazi-Man-Parcours – und landeten auf Gesamtrang 37 (1:26.38).

Letztlich am wichtigsten: »Alles ist gut gegangen, es gab keine Unfälle«, freute sich Ziel-Moderator Martin Dufter, wenngleich einige Gleitschirmpiloten kleinere Bruchlandungen hinlegten, weil sie sich nicht rechtzeitig aus ihrem Beinsack befreiten oder von starken Seitenböen etwas »verweht« wurden. Mit der Siegerehrung und einem rockigen Konzert von »Salei, Hasei, Andi & Band« klang der Rekord-Grazi-Man-Tag mit 217 aktiven Wettkampf-Teilnehmern stimmungsvoll aus. bit