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Am Ende reichte es nur zum Unentschieden

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Ein Feuerwerk an technisch hochkarätigen Aktionen zog TVT-Ringer Artur Tatarinov gegen seinen Lichtenfelser Kontrahenten Christopher Kegel ab und besiegten diesen mit Technischer Überlegenheit. (Foto: Wittenzellner)

Am Ende hatte es nicht ganz gereicht für die Traunsteiner Ringer. Im ersten Bayernliga-Heimkampf des TVT gegen den AC Lichtenfels II erreichte die Mannschaft um Cheftrainer Petar Stefanov nur ein Remis. 17:17 stand es nach knapp eineinhalb Stunden beziehungsweise 33 Minuten Nettokampfzeit.


Dabei hatten es die Traunsteiner selbst in der Hand, den zwei Saison-Auftaktniederlagen nun in der heimischen Halle einen Sieg folgen zu lassen. Am Ende fehlte das nötige Quentchen Glück – oder die Gäste aus der Korbstadt wollten einfach nicht einen Korb mit den Siegerpunkten in Traunstein lassen, wie es Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel formulierte. Am Ende konnten sich die Gäste, die wie Traunstein nicht in Bestbesetzung antreten konnten, mehr über den Punkt freuen als die Hausherren.

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Einen verheißungsvollen Auftakt hatten die Traunsteiner mit David Geister (57 kg, Freistil) trotz seines ersten Auftritts auf einer Ringermatte. Der Traunsteiner hielt mit dem Lichtenfelser Niklas Zillig gut mit und hatte diesen einmal sogar am Rande einer Schulterniederlage. Nach knapp zwei Minuten »erwischte« der Gästeringer den Traunsteiner aber und schulterte ihn: Es gab 0:4 Mannschaftspunkte.

Konzentriert ging im Schwergewicht (bis 130 kg, Greco) Felix Dietschek zu Werke und erarbeitete sich eine 6:0-Führung. Das Duell gegen den Lichtenfelser Sebastian Reuther eigentlich schon sicher »heimschaukelnd«, »fiel« er in der fünften Minute in einen Kopfzug, aus dem es kein Entrinnen mehr gab: 0:8.

Routinier Stanislaw Dziopak (61 kg, Greco) überzeugte wieder einmal: Der 50-Jährige beherrschte das junge Lichtenfelser Talent Leon Raps von Anfang an und verbuchte nach gut zwei Minuten einen 16:0-Vorsprung. Damit stand es 4:8.

Einkalkuliert war die Niederlage des jungen Andreas Boschko (98 kg, Freistil) gegen den ehemaligen Bayerischen Meister Christoph Meixner. Der Gästeringer siegte noch in der ersten Runde durch eindrücken der Brücke: 4:12.

Bärenstaarke Vorstellung

Eine bärenstarke Vorstellung mit vielen technischen Feinheiten lieferte TVT-Ringer Eduard Tatarinov gegen seinen Kontrahenten Dominik Sohn ab. Zu keinem Zeitpunkt der knapp zweieinhalb Minuten währenden Begegnung ließ der Traunsteiner mit seinen konzentrierten Beinangriffen locker und erhielt dafür 15 Punkte, die eine vorzeitige technische Überlegenheit bedeuteten: 8:12 stand es zur Pause.

Beim TVT herrschte Hoffnung, hatte man doch noch mehrere heiße Eisen im Feuer. Schwer tat sich Gökhan Tetik (86 kg, Greco) gegen Johannes Großmann, der nur einen knappen 2:0-Punktsieg zuließ. Ein Mannschaftspunkt für Traunstein war gemäß neuer Punkteregelung die »Ausbeute«. 9:12.

Eines der heißen Traunsteiner Eisen kam nach der Pause auf die Matte: Für die Zuschauer und die gesamte TVT-Ecke war es eine Augenweide, den Aktionen von Artur Tatarinov (66 kg, Greco) zuzusehen. Bedingt durch die mutige und offene Ringweise seines Gegners Christopher Kegel kam ein aktionsreicher Kampf zustande. Spektakuläre Aktionen – einmal belohnt mit der Höchstwertung von fünf Punkten – waren die Folge.

Nach knapp drei Minuten stand der Sieg Tatarinovs mit technischer Überlegenheit fest: 13:12, erstmals ging Traunstein in Führung. Diese wurde weiter ausgebaut, als Borislav Dobrev (86 kg, Freistil) zum Leidwesen der Zuschauer nur als kampfloser Sieger gewertet wurde: 17:12.

Einen guten Auftritt lieferte der Spitzenjudoka Adrian Kulisch (75 kg, Freistil) ab. Die gefährlichen Beinangriffe von Johannes Lurz wehrte er immer wieder geschickt ab. Die 0:8-Punkteniederlage durfte als Erfolg für den TVT-Ringer gewertet werden: 17:15.

Das letzte Duell musste die Entscheidung bringen und da hatte man auf Traunsteiner Seite mit Ivan Dobrev bis 75 kg einen Siegringer aufgeboten. Allerdings musste dieser Stilartfremd im klassischen Stil auf die Matte und war dazu durch eine hartnäckige Grippe geschwächt. Der Lichtenfelser Christian Lurz nutzte seine Vorteile geschickt aus und feierte zum Leidwesen der Traunsteiner einen 5:0-Punktsieg, der den Gästen das 17:17-Unentschieden rettete.

Auf Traunsteiner Seite gab es erstaunte, und zum Teil lange Gesichter, hatte man doch nach Bekanntwerden der Mannschaftsaufstellung insgeheim einen Sieg einkalkuliert.

Ligafavorit war zu stark

Eine erwartete Niederlage mussten die jungen TVT-Ringer in der Schüler-Grenzland-Liga einstecken. Gegen den hohen Meisterschaftsfavoriten AC Wals mussten sie sich mit 12:27 geschlagen geben. Siegreich waren Maxi Bach (34 kg), Tobias Einsiedler (42 kg) und Luca Zeiser (46 kg). Weitere Mannschaftsringer waren Mateo Gmaz, Leopold von Ellerts, Leonard Rube, Ben Wittenzellner, Mario Stefanutti, Philipp Schrag und Leon Anfang. André und Robert Stump traten in einem Freundschaftsduell mit Walser Ringern an, wobei Robert Stump einen Sieg verbuchte. awi