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Altes Lied, gewohntes Leid

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Stefan Gruber (links, hier im Duell mit dem Unterhachinger Severin Hohn) feierte sein Comeback. Letztlich konnte aber auch er die Niederlage nicht verhindern. (Foto: Weitz)

Schlechter konnten die Vorzeichen nicht stehen für die Korbjäger des Turnverein Traunstein. Als Schlusslicht mit fünf aufeinanderfolgenden Niederlagen im Gepäck traf man auf die junge und hungrige Truppe des TSV Unterhaching. Die Gäste gingen als Tabellenzweiter der Bayernliga Süd in den neunten Spieltag und reisten mit allen Leistungsträgern an. Darunter fanden sich auch einige Spieler, die in der renommierten Nachwuchsabteilung des FC Bayern München Basketball ausgebildet wurden und sogar schon mit Einsätzen in der II. Basketball-Bundesliga für Aufsehen gesorgt hatten.


Einen Hoffnungsschimmer für die zahlreichen Traunsteiner Fans, die am ausgerufenen »Nikolausspieltag« den Weg in die Halle fanden, bot das Comeback von Stefan Gruber. Der Traunsteiner Topscorer hatte seine Fußverletzung halbwegs ausgeheilt und stand nun am drittletzten Hinrundenspieltag erstmals seit der Heising-Kottern-Begegnung wieder im Kader. Gegen die athletische und technisch gut ausgebildete Mannschaft aus dem Münchner Süden sollte er sich bei seiner Rückkehr bereits wieder als ungemein hilfreich erweisen.

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Von Beginn an übten die jungen und flinken Unterhachinger viel Druck auf die TVT-Guards Valentin Rausch und Thomas Weber aus. So konnten die Gäste einige leichte Ballverluste erzwingen und schnell die Oberhand im Spiel gewinnen. Ab dem Zeitpunkt, als die Truppe von Enes Tadzic ein geregeltes Offensivspiel zu etablieren vermochte, merkte man aber durchaus, dass das Schlusslicht jedem Gegner auf Augenhöhe begegnen kann. Der Vorsprung der Hachinger hielt sich über die gesamte erste Halbzeit im einstelligen Bereich, wodurch das Selbstvertrauen der Gastgeber von Minute zu Minute wuchs.

Lukas Schwankner mit schwerer Aufgabe

Nun war es vor allem Stefan Gruber, der seine Bedeutung für das TVT-Angriffsspiel zeigte. In der Defensive hatte es Lukas Schwankner fast durchwegs mit Starspieler Niklas Kropp zu tun, der letzte Saison noch zu den Leistungsträgern der Zweiten Mannschaft des FC Bayern München gezählt hatte – keine leichte Aufgabe. Der drittbeste Werfer der Bayernliga scorte auch nahezu nach Belieben und erzielte überragende 32 Punkte. Sollte die Traunsteiner Verteidigung ihn einmal erfolgreich vor sich halten können, schickten die Unparteiischen Kropp mit teils fragwürdigen Pfiffen an die Freiwurflinie.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit baute Unterhaching den Vorsprung in zweistellige Sphären aus. Angeführt von acht Punkten durch Thomas Weber schaffte das Heimteam jedoch wieder den Anschluss. Auch die Traunsteiner Bank leistete hierzu ihren Beitrag. Neuzugang Marko Vasic, der nach seiner Einwechslung sowohl unter den Körben als auch von der Dreierlinie nach Belieben traf, hielt den TVT weiter im Spiel. So konnten die Traunsteiner das dritte Viertel offen gestalten und schnupperten weiter an der Sensation.

Die spürbare Euphorie in der Halle sollte im finalen Abschnitt aber schnell einen Dämpfer erhalten. Letztendlich mussten die Chiemgauer Korbjäger dem hohen Tempo der Gäste Tribut zollen und erlitten in der Offensive die eine entscheidende Schwächephase. Die Hachinger Angriffswalze rollte erbarmungslos bis zur Schlusssirene und brachte satte 98 Zähler auf die Anzeigetafel. Die 87 Traunsteiner Punkte, bis dato zweitbeste Saisonleistung, sollten also nicht ausreichen, um den Tabellenzweiten in die Knie zu zwingen.

Die Enttäuschung war auf TVT-Seite entsprechend groß, hatte man sich doch wie fast immer im bisherigen Saisonverlauf teuer verkauft. Einmal mehr kann sich der Aufsteiger davon jedoch nichts kaufen und rangiert nun weiterhin am Tabellenende. Nun liegt es an Trainer Enes Tadzic, seine geknickte Mannschaft wieder aufzubauen. Sollte in absehbarer Zeit kein Ende der Ergebniskrise vollzogen werden können, droht der direkte Wiederabstieg.

In den letzten zwei Spielen vor Weihnachten bekommt man es ebenfalls mit Mannschaften aus dem oberen Tableau zu tun. Nach dem Auswärtsspiel am Samstag beim Sechsten DJK Landsberg gastiert zum Vorrundenabschluss am 15.12. der Fünfte TV Memmingen in der großen Kreisstadt.

Für den TVT spielten: Stefan Gruber (27 Punkte/2 Dreier), Thomas Weber (20/5), Marko Vasic (13/2), Valentin Rausch (10/1), Lukas Schwankner (7/1), Julian Rosnitschek (6), Sebastian Kösterke (2), Marinko Varnica (2), Franz Hell, Alexander Guggenberger, Simon Haunerdinger und Florian Pavic. TW/SK

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