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Abraham knackt beinahe den Fabel-Streckenrekord

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Die Gewinner des 33. Trostberger Alzauenlaufs strahlten bei der Siegerehrung um die Wette: Filimon Abraham und Maria Kerres. (Foto: M. Müller)

Hochklassigen Sport, Spannung und beste Unterhaltung gab es beim 33. Trostberger Alzauenlauf des TSV Trostberg. Bei immer besser werdendem Wetter (nachmittags kam sogar die Sonne heraus) erreichten in allen Wettbewerben über 300 Teilnehmer das Ziel – 215 beim Hauptlauf und über 100 bei den Kinderläufen und dem Schülerlauf. Premierensiege beim 10 Kilometer langen Hauptlauf durch die landschaftlich reizvollen Alzauen (vom Jahnstadion bis Wäschhausen und zurück) feierten Filimon Abraham (LG Festina Rupertiwinkel) und Maria Kerres (SWC Regensburg).


Der Großglocknerberglauf-Champion Abraham machte sich an seinem 27. Geburtstag selbst das schönste Geschenk und gewann überlegen in 30:47 Minuten (drittschnellste jemals gelaufene Zeit) vor Samuel Blake (LG Stadtwerke München/33:09 Minuten) und dem Pallinger Vorjahressieger Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg/33:48).

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Bei seinem Premierenstart in Trostberg wollte der Traunsteiner Abraham nicht nur gewinnen, sondern auch den Fabel-Streckenrekord von Hans Hopfner (30:17 Minuten/aufgestellt 1992) brechen – am Ende fehlten nur rund 30 Sekunden. »Bis Kilometer sieben lag ich deutlich über dem Streckenrekord, doch dann habe ich Bauchschmerzen bekommen und konnte nicht mehr voll durchziehen«, so Abraham, der die beste Saison seiner Karriere läuft.

Vorjahressieger Benedikt Huber musste seine Träume vom fünften Titel schnell begraben, denn nach Verlassen des Stadions hatte er nach eigener Aussage Abraham nur noch auf den langen Geraden kurz gesehen. Der 30-jährige Pallinger befand sich längere Zeit in einer Verfolgergruppe mit Samuel Blake und Christian Bonauer. »Nachdem ich kurz abreißen lassen musste, konnte ich zumindest den späteren Gesamtvierten Bonauer bei Kilometer acht wieder einholen und dann auch überholen«, so Huber, der sich nun auf die Leichtathletik-Hallensaison konzentrieren wird. Denn seinen Traum von Olympia 2020 in Tokio kann er sich nur erfüllen, wenn er mit starken Ergebnissen viele Quali-Punkte sammelt.

Bei den Damen holte sich die 23-jährige Maria Kerres (SWC Regensburg) bei ihrer ersten Teilnahme gleich den Sieg. Mit ihrer Spitzenlaufzeit von 36:23 Minuten kam sie sogar dem Streckenrekord (35:08 Minuten) der 2017 in Italien tödlich verunglückten siebenfachen Rekordsiegerin Julia Viellehner relativ nahe, den diese 2011 aufgestellt hatte. »Ich wollte heuer unbedingt noch ein schnelles Rennen laufen und da habe ich mir den Alzauenlauf ausgesucht«, betonte Kerres bei der Siegerehrung und fügte lächelnd an: »Ich wollte einfach Spaß haben, und den habe ich gehabt«. Die Berglauf-, Straßen- und Crosslaufspezialistin Kerstin Esterlechner (TSV Bad Endorf/38:30) aus Eggstätt lief zwar ähnlich schnell wie bei ihrem Premierensieg im Vorjahr, musste sich am Ende aber mit Platz zwei begnügen. »Ich wollte nach einer harten Saison nicht überpacen«, betonte die amtierende Berglauf-Europameisterin, die zuletzt bei der Berglauf-WM in Italien Bronze im Einzel (Frauen W 35) und Silber mit dem deutschen Team gewann.

Bereits mittags hatten die jüngsten Teilnehmer bei den Kinderläufen (800 Meter) und dem Schülerlauf (2,6 Kilometer) ihr Bestes gegeben und die Zuschauer begeistert. Urkunden, Pokale und Süßigkeiten waren der verdiente Lohn. Informativer Stadionsprecher war TSV-Geschäftsführer Hans Brems.

Auch wenn es an den Vortagen viel geregnet hatte und die Lufttemperatur beim Rennen nur bei rund fünf Grad plus lag, lobten die Teilnehmer die lauffreundlichen Bedingungen auf der abwechslungsreichen 10-km-Strecke. »Es war richtig gut zu laufen«, sagte Florian Prambs vom TSV Palling. Die Stadt Trostberg habe die Laufstrecke im Vorfeld wieder optimal hergerichtet, bedankte sich Sepp Obergröbner, der mit Rita Maurer in bewährter Weise die Organisationsleitung innehatte. Beide konnten bei der Siegerehrung nachmittags in der Sportgaststätte ein rundum positives Resümee ziehen und freuten sich über die vielen strahlenden Gesichter. Einziger Wermutstropfen sei der deutliche Rückgang der Schüler-Teilnehmerzahl gewesen. Die Hauptlauf-Sieger Abraham und Kerres erhielten hochwertige Uhren. Für die jeweils drei besten Läufer einer Klasse gab es wieder die begehrten Lebkuchen-Medaillen. Die Mannschaftswertung gewann die Firma AlzChem (die schnellsten drei Männer und zwei Damen wurden gewertet). Als Geschenk gab es einen großen Geschenkkorb. Zudem warteten bei der Tombola tolle Sachpreise. Ohne die rund 30 freiwilligen Helfer vom TSV, die Stadt Trostberg und alle Partner und Sponsoren wäre die Durchführung so nicht möglich, bedankte sich Leichtathletik-Abteilungsleiterin und Lauftrainerin Rita Maurer und hoffte auf eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit.

Voll des Lobes war auch Bürgermeister und Schirmherr Karl Schleid: »Für uns ist der Alzauenlauf eine sehr wichtige Veranstaltung, eine Traditionsveranstaltung, die über die Grenzen der Stadt hinauswirkt«, betonte der Rathauschef. Der Alzauenlauf war übrigens auch wieder die Auftaktveranstaltung des EuRegio-Zweiländer-Cups. Der Erlös aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf bekommt die Leichtathletikjugend des TSV. mmü