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Üben für den Kampf um die WM-Plätze

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So will er auch in der kommenden Saison wieder im Grand Prix über das Eis flitzen: Günther Bauer. (Foto: Weitz)

Allmählich steigt die Anspannung: Für den Eisspeedway-Piloten Günther Bauer (Schleching) steht bereits an diesem Wochenende der Abflug nach Russland und damit der Start in die Vorbereitung an. Denn: In Russland sind derzeit die Bedingungen winterlich, »es hat ungefähr 15 Grad minus, da gibt es gutes Eis«, freut sich Bauer.


Der 42-Jährige, im Vorjahr als Achter der Eisspeedway-WM wieder einmal bester deutscher Fahrer, will sich gut vorbereiten, um am 17. Januar 2015 gut gerüstet zu sein: Dann soll es in St. Johann/Pongau um die Plätze in der WM-Serie (Grand Prix) gehen.

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Denn für den Grand Prix sind nur die ersten Drei der WM 2014 – Weltmeister Daniil Iwanow, Vizeweltmeister Dimitri Koltakow und der WM-Dritte Dimitri Khomisewitsch – bereits gesetzt.

Der Rest muss sich qualifizieren. Die WM-Fahrer, die 2014 auf den weiteren vorderen Plätzen gelandet waren – darunter der schwedische Routinier Stefan Svensson, der Tscheche Jan Klatovsky, Günther Bauer und Per-Anders Lindström (Schweden) – sind für die Challenge-Runde bereits gesetzt. Fehlen wird dagegen der WM-Zehnte des Vorjahres, Grzegorz Knapp: Der Pole, der im Speedway in der Ersten Liga in Polen für den Verein GTZ Grudziadz fuhr, verstarb im Sommer nach einem Unfall bei einem Speedwayrennen in Heusden-Zolder (Belgien) – im Alter von 35 Jahren.

Die anderen Fahrer, die an der entscheidenden Runde teilnehmen wollen, müssen sich zunächst einmal am 10. Januar in Hallstavik (Schweden) mit guten Leistungen für die Challenge-Runde qualifizieren.

Für die erste Qualifikationsrunde in Schweden sind bereits Max Niedermaier (Edling) und Hans Weber (Schliersee) gesetzt. Sie dürfen sich aufgrund ihrer Leistungen in der vergangenen Saison mindestens die Teilnahme in St. Johann ausrechnen. Sich dort direkt für die WM zu qualifizieren, wird allerdings für alle Beteiligten eine schwere Aufgabe.

Bei der Challenge-Runde in Österreich sichern sich nur die ersten Acht auf jeden Fall einen Platz im Grand Prix. Dazu vergibt der Motorradsport-Weltverband FIM vier Dauer-Wildcards für den Grand Prix, und pro Veranstaltung gibt es voraussichtlich auch wieder je eine Veranstalter-Wildcard.

Darum geht auch Günther Bauer die Vorbereitung akribisch an. Er fliegt nun für gut zwei Wochen mit seinem Sohn Luca (16) nach Russland, um an Trainings und Testrennen teilzunehmen. Auch der Junior soll dabei schon Eis-Erfahrungen sammeln.

Für Routinier Günther Bauer geht es darum, nicht nur seine eigene Form zu verbessern, sondern auch sein Material entsprechend vorzubereiten. Nach den Weihnachtsfeiertagen plant der Schlechinger, der schon seit Jahren in Reit im Winkl wohnt, ein weiteres Trainingslager, um optimal für die Saison gerüstet zu sein.

Für diese waren die Planungen erheblich erschwert: Bis Mitte November lag noch kein offizieller Terminkalender vor, »das ist doch ein Witz« schimpft Bauer. Gerade die Mechaniker der meisten Piloten müssten ja rechtzeitig ihre Urlaube planen, schließlich sind bei den WM-Teilnehmern lange Auslandsaufenthalte zu absolvieren.

WM-Auftakt mit dem Grand Prix I und II ist in Krasnogorsk (31. Januar/1. Februar), am folgenden Wochenende geht es in Togliatti (ebenfalls Russland) mit dem GP III und IV weiter. Der GP V und VI folgen wiederum eine Woche später in Kasachstan, nämlich in Almaty.

Dann ist eine Woche Pause, ehe am 27. Februar die Deutsche Meisterschaft und am 28. Februar und 1. März die Team-WM in Berlin auf dem Programm stehen. Am 7./8. März ist der GP in Assen (Niederlande) geplant, am Wochenende 14./15. März dann in der Inzeller Max-Aicher-Arena. Für dieses große Finale vor eigenem Publikum läuft bereits der Kartenvorverkauf. Bauer will sich natürlich auch in seinem »Wohnzimmer« in Inzell gut präsentieren. Im März 2014 gelang ihm dies: Er kam zweimal ins Halbfinale der acht punktbesten Fahrer. who