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38 Jahre lang immer ein Vorbild

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Viel Lob und Blumen gab es für Stefan Fritzenwenger (2. von links) und seine Frau Thea bei der Verabschiedung im Rahmen der Jugendleiter-Pflichtversammlung, hier mit Christian Wieninger (links) und Andreas Fenninger (rechts). (Foto: Konnert)

»Danke Stefan«: So begann Xaver Utzinger – Jugendleiter beim SV Ruhpolding – seine Laudatio auf Stefan Fritzenwenger, den langjährigen Jugendspielgruppenleiter der Spielgruppe Ruperti des Fußballkreises Inn/Salzach. Er muss nach mehr als 38 Jahren seine Tätigkeit als Funktionär im BFV aufgrund seines Alters von knapp 70 Jahren beenden.


Aus diesem Anlass überraschten Vertreter vieler Vereine ihren Gruppenleiter bei der Jugendleiter-Pflichtversammlung 2017 mit einer feierlichen Verabschiedung. Eingeladen war auch Ehefrau Thea Fritzenwenger, die genauso überrascht war wie ihr Mann.

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Xaver Utzinger umschrieb Fritzenwenger als Persönlichkeit in vier Punkten: a) Kompetenz und Genauigkeit, b) gigantische Einsatzbereitschaft für die Vereine, c) Offenheit, Hilfsbereitschaft und grenzenlose Geduld, d) und Menschlichkeit. »Dein Wesen ist so meilenweit weg vom 'Funktionärsgehabe', so fernab von 'billigen Gscheidmeiern' – das hat allen gutgetan«, lobte Utzinger. »Du warst für mich und du bist für mich ein Vorbild.«

Auch Christian Wieninger, (Besitzer der Brauerei Wieninger, die seit Jahren die Wieninger-Libella-Hallenturniere sponsert), dankte Fritzenwenger für die gute Zusammenarbeit bei den Turnieren und seinen hohen Einsatz. »Mit der Idee wären wir nicht weit gekommen, wenn wir nicht den Menschen Fritzenwenger gehabt hätten, der das in die Hand genommen hat«, so Christian Wieninger. Es tue ihm leid, dass diese Zusammenarbeit jetzt zu Ende gehe. Dennoch hoffe er, dass Fritzenwenger dem Jugendfußball erhalten bleibe. Er bedankte sich bei dem Geehrten und seiner Frau mit einem Essensgutschein und einer Gartenblume.

Seit dem 6. März 1979, also über 38 Jahre war Stefan Fritzenwenger aus Thumberg/Oberteisendorf Spielgruppenleiter der Rupertigruppe. Er hatte das Amt von Florian Maier übernommen und es immer zur vollsten Zufriedenheit seiner Vereine ausgefüllt. Liga-Einteilungen, Liga-Verwaltungen, kreative Turnierserien auf dem freien Feld und in der Halle, Schulturniere und eines der größten Jugendhallenturniere in Bayern mit über 300 Mannschaften jedes Jahr von den G- bis zu den A-Junioren sind zu Recht legendär. Nach höheren Ämtern hat Fritzenwenger nie gestrebt.

In Anerkennung seiner besonderen Verdienste als langjähriger Junioren-Spielleiter wurde Stefan Fritzenwenger zum »Ehren-Junioren-Spielleiter« ernannt. Die Urkunde des Bayerischen Fußballverbandes, Kreisausschuss Inn/Salzach überreichte der Kreisvorsitzende Bernd Schuster. Auch er hob die äußerst erfolgreiche und zuverlässige Arbeit für den Jugendfußball hervor.

Auch die Vereine hatten für ihren Jugendgruppenleiter ein gemeinsames Geschenk dabei. Dieses überreichten Max Graspointner vom SC Anger, Andreas Reichenberger vom ASV Piding und Xaver Utzinger vom SC Ruhpolding in einem Holzkästchen mit den Wappen aller Vereine der Spielgruppe Ruperti. Davon könne sich Familie Fritzenwenger langgehegte Wünsche erfüllen, sei es eine Busreise, ein E-Bike oder einen Fahrradständer, sagten sie.

Fritzenwenger selbst sagt, dass er mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehe. Dass er sich auf die gewonnene Freizeit freue, aber doch nicht so ganz gehen werde. Denn er möchte auch weiterhin Turniere organisieren, wie den Libella-Cup und das Sparkassenturnier. Die anwesenden Vereine und Kreisjugendleiter Bernhard Hellmich quittierten diesen Entschluss mit spontanem, langanhaltendem Applaus.

Seinem Nachfolger wünscht Stefan Fritzenwenger ein genauso gutes Verhältnis zu den Vereinen, wie er es hatte. Gefragt nach einem Ereignis, das für ihn in besonderer Erinnerung bleiben wird, zögert er nicht lange: »Das Benefizspiel zum Eishallenunglück in Bad Reichenhall, wo eine bayerische Auswahl gegen die U 19 des DFB spielte. Die U 19 wurde kurz darauf Europameister. Und auch heutige Stammspieler in der Nationalmannschaft wie Mesut Özil waren dabei. Das Spiel wurde vom Bayerischen Rundfunk live übertragen.«

Ehefrau Thea Fritzenwenger unterstützte ihren Mann bei seinem Ehrenamt über all die Jahre vorbehaltslos. Wenn er stundenlang am Computer saß, um Spielpläne zu entwerfen oder Anfragen zu beantworten, wenn er wieder mal in Sachen Jugendfußball unterwegs war, hatte sie ihren Garten und Freundinnen für gemeinsame Unternehmungen. Nur der Sonntag sei »Ehrenamtsfrei« gewesen und gehörte der Familie.

Die Frage, ob sich jetzt was ändern würde, verneint sie spontan. »Es wird sich nicht viel ändern, er hat doch noch andere Ehrenämter.« Einer der Anwesenden brachte es auf eine einfache Gleichung: Ehrenamt ist gleich Stefan Fritzenwenger. kon