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1860 Rosenheim gewinnt das Geisterspiel beim SVK

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1860 Rosenheim gewinnt das Geisterspiel beim SV Kirchanschöring
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1860-Torwart Alin Goia (links) blieb hier im Duell mit dem Kirchanschöringer Tobias Schild der Sieger. (Foto: Butzhammer)

Irgendwann zu Landesliga-Zeiten in den 70er Jahren gab es für den SV Kirchanschöring mal eine Platzsperre, wird erzählt, an ein Geisterspiel konnte sich bisher allerdings niemand erinnern. Beim ersten Fußball-Testspiel der Gelb-Schwarzen nach der Corona-Zwangspause gegen den Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim hielten sich die SVK-Fans vorbildlich an die politischen Vorgaben und blieben dem Spiel fern. Die Partie gewann der Gast mit 3:2 (2:0).


Rosenheims Coach Thomas Kasparetti war nach diesem ersten Spiel nach so langer Pause das Ergebnis »relativ wurscht«. Erstmal wäre interessant gewesen, »wie sich die Jungs präsentieren«, ergänzte er. Das hätten sie ordentlich gemacht, wobei er den Auftritt nicht so hoch aufhängen wollte. Wichtig wäre, dass sich bei beiden Mannschaften niemand verletzt habe, betonte er. »Von daher war dieser erste Test wunderbar – gerade bei diesen Temperaturen. Von nun an können wir zielgerichtet weiterarbeiten«, bilanzierte er weiter.

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Man habe jedoch schon gespürt, dass nach einer so langen Pause zu Beginn des Vergleichs nicht jeder Zweikampf so intensiv geführt worden wäre, sagte Kasparetti – und zwar »von beiden Seiten«. Aber darüber war er nicht unglücklich, denn der ganze Muskel- und Band-Apparat müsse sich erst einmal wieder daran gewöhnen, dass da einer gegenhält. Der Einsatz werde sich aber über die nächsten Wochen steigern, ist er überzeugt. »Vor allem, wenn die Spieler wieder ein Ziel vor Augen haben.«

Was die Organisation betraf, lobte der Rosenheimer Regionalliga-Coach die Gastgeber. »Nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch hat sich der SVK als ein guter Gegner präsentiert«, sagte er. Die Kirchanschöringer Sportanlage wäre für solche Situationen wunderbar geeignet, man könnte flexibel reagieren, betonte er. So zogen sich die Gäste beispielsweise in den Kabinen in der Hans-Straßer-Halle um, der SVK nutzte seine Umkleidemöglichkeiten am Vereinsheim. So lief letztlich alles reibungslos.

SVK-Trainer Seppi Weiß war mit dem Verlauf der ersten 25 Minuten des Spiels nicht zufrieden. Ihm habe es am Zugriff gefehlt, was nach der Trinkpause besser geworden wäre, sagte er und ergänzte: »Da waren wir im Spiel drin.« Danach habe sich seine Mannschaft wirklich gute Möglichkeiten erarbeitet, in Halbzeit zwei sah er ein richtig gutes Spiel – mit Ballbesitz und vielen Möglichkeiten. »Da hätten wir noch mehrere Tore machen können, haben aber die Chancen nicht gut genug zu Ende gespielt«. fasste der SVK-Trainer zusammen.

Für Weiß war dieses Spiel insgesamt ein guter Test gegen einen richtig guten Gegner, der Fehler eben schonungslos aufdecke. Das erste Tor in diesem Geisterspiel erzielte Matthias Heiß (7. Minute) für den Viertligisten. Die Entstehung bemängelte Weiß: Ein langer Ball flog über die SVK-Abwehr. »Da waren wir nicht beim Mann«, kritisierte er. Allerdings wäre der Freistoß gut getreten gewesen und damit schwer zu verteidigen. Beim zweiten Tor für den Gast setzte sich Danijel Majdancevic am Sechzehner im Zweikampf durch, schoss aus der Drehung zum 0:2 ein (15.).

Danach folgte die besagte Trinkpause und die Gelb-Schwarzen konnten danach das Spiel offener gestalten. So folgte nach dem Seitenwechsel der Anschlusstreffer für den Bayernligisten nach Vorarbeit von Manuel Omelanowsky, der über links Neuzugang Manuel Sternhuber bediente, der im Zweikampf mit Torwart Alin Goia zum 1:2 einschob (51.).

Zehn Minuten später kam der Regionalligist wieder zurück: Über links wurde wieder Heiß in der Mitte bedient, und der stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her (62). Bei sengender Hitze kam der SVK trotzdem zu weiteren Einschussmöglichkeiten: Während Christoph Spitz noch den Kasten verfehlte (75.), gelang Omelanowsky mit einem schönen Schuss ins rechte Eck erneut der Anschlusstreffer zum 2:3 (80.). Das war auch der Endstand im ersten und hoffentlich letzten Geisterspiel ohne Fans beim SV Kirchanschöring. mw

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