15-Jährige aus Erlstätt spielt zum zweiten Mal beim FC Bayern

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Magdalena Schwarz aus Erlstätt freut sich auf ihre zweite Saison in der U 17 II des FC Bayern München. Die junge Fußballerin trainiert auch ab und an im heimischen Garten mit ihren Brüdern und ihrem Vater. (Foto: Brenninger)

Was für eine tolle erste Saison! Die junge Fußballerin Magdalena Schwarz aus Erlstätt spielt nun seit einem Jahr beim FC Bayern München und die 15-Jährige schaffte trotz starker Konkurrenz aus ganz Bayern gleich auf Anhieb, sich in der U 17 II einen Stammplatz zu erkämpfen.


Ihre Mannschaft schloss die Saison in der Bayernliga auf einen hervorragenden 3. Platz ab. Nun möchte die Mittelfeldspielerin nach einer kurzen Sommerpause erneut beim FC Bayern angreifen.

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Das Sport-Gen ist Magdalena Schwarz praktisch in die Wiege gelegt worden. Mutter Gitta und Vater Sepp sowie ihre beiden älteren Brüder Samuel und David sind allesamt sportbegeistert. Lange Jahre stand bei der Familie Handball hoch im Kurs, doch dann ging's plötzlich mit Fußball weiter. Und so ging Magdalena schon ganz früh mit ihren Brüdern, die übrigens beide beim SB Chiemgau spielen, zum Kicken. »So mit vier oder fünf Jahren«, erinnert sie sich. Und bald schon schnürte sie die Fußballschuhe für die G-Jugend des SV Erlstätt. Als dann ein paar Buben ihres Jahrgangs nach Traunstein wechselten, ging sie mit.

Dort machte die sympathische Sportlerin dann auch die Sichtung des 2001-Jahrgangs für den DFB-Stützpunkt mit – und wurde prompt aufgenommen. »Da waren über 100 Spieler dabei«, erinnert sich Schwarz, die sich dennoch gegen die Buben behaupten konnte. Bis zur C-Jugend kickte sie erfolgreich im BFV-Nachwuchsleistungszentrum des SB Chiemgau Traunstein und spielte auch mit einem Zweitspielrecht für die Mädchen des SC Vachendorf.

Die Zeit im Nachwuchsleistungszentrum, das das Traunsteiner Tagblatt ja gerade in einer Serie vorstellt, und beim Stützpunkt haben Schwarz viel gebracht, betont sie. »Das war sehr wichtig für mich. Ich bin dort gezielt gefördert worden.« Und auch das Training mit den Buben hat sie weitergebracht. »Die gehen einfach schon ganz anders zum Ball hin.« Ihre Trainer bescheinigten ihr jedenfalls ein großes Talent. »Magdalena hatte schon immer ein Wahnsinnsballgefühl«, betont ihre Mutter Gitta stolz.

»Einige Vereine haben angefragt«

Doch im vergangenen Jahr stand ihre Tochter plötzlich am Scheideweg. Bei den Buben durfte sie nicht mehr mitspielen. Sie musste fix in eine Mädchenmannschaft wechseln. Doch wohin? »Einige Vereine haben angefragt«, erzählt Schwarz. Und schließlich kam der Kontakt mit dem FC Bayern zustande – und obwohl der Bayern-Kader zu diesem Zeitpunkt für die neue Spielzeit schon stand, durfte die Erlstätterin noch zum Probetraining an der Säbener Straße vorbeikommen. Nervös sei sie damals schon gewesen, erinnert sie sich zurück. »Der erste Eindruck war beeindruckend.«

Bayern-Trainer Alexander Bayer war sofort von der Mittelfeldspielerin angetan. Nach nur einem Probetraining bot er Schwarz einen Platz in der U 17 II des FC Bayern an. Die Erlstätterin musste natürlich nicht lange überlegen, sagte zu – und blickt nun auf eine äußerst erfolgreich erste Saison bei den Bayern zurück.

»Der Trainer steht voll hinter mir«, sagt sie mit Stolz. »Ich habe mich sehr schnell wohlgefühlt.« In der Vorrunde lief für die Münchnerinnen noch nicht alles rund. »Da mussten wir uns auch erst einspielen. Aber die Rückrunde war dann gut«, erinnert sich Schwarz, die fünf Tore in der abgelaufenen Saison schoss. »Mit dem 3. Platz waren wir am Ende zufrieden.«

Doch für Magdalena Schwarz, die das Chiemgau-Gymnasium in Traunstein besucht und ab Herbst in die Abiturklasse gehen wird, bedeutete der Wechsel auch einige enorme Veränderungen: Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte sie sich nämlich neben der Schule nur noch auf den Fußball, hörte alle anderen Hobbys auf. Denn sie musste ab sofort ja wöchentlich mehrmals nach München pendeln. Abwechselnd brachten sie die Eltern zu den Trainings und den Spielen. Die Hausaufgaben machte sie dabei oft im Auto. Doch den Stress tut sie sich gerne an. »Schließlich will ich fußballerisch so weit kommen, wie es geht.«

Gerade hat Schwarz Pause und auch schon Sommerferien. Sie ist froh, dass sie einmal nicht nach München pendeln muss. »Wir haben aber einen Laufplan bekommen«, sagt sie. Denn so ganz ohne Sport geht es auch jetzt nicht – und natürlich auch nicht ohne Fußball: Deshalb steht direkt im Garten der Schwarzs auch ein Fußballtor. Und ab und an kommt es dann schon einmal vor, dass sie mit ihren Brüdern und ihrem Vater dort Fußball spielt. Und wer spielt da dann wen aus? »Ich die anderen natürlich«, lacht Magdalena Schwarz.

Auch in der neuen Saison möchte Schwarz, die ab sofort bei den Bayern die Nummer 10 tragen wird, mit ihrer Mannschaft wieder vorne mitspielen. Bereits am Montag beginnt nun die Vorbereitung auf die neue Spielzeit, die für die U 17 II mit dem Auswärtsspiel am 9. September (13 Uhr) beim SV Frauenbiburg wieder startet. Ab sofort muss die Familie übrigens noch ein bisschen weiter fahren als bisher. Denn auch die Bayern-Mädchen ziehen ins neue Bayern-Leistungszentrum nach Fröttmaning um.

Noch ein Jahr bei den Juniorinnen

Ein Jahr noch darf Magdalene Schwarz jetzt noch in der U 17 spielen, dann muss sie bereits zu den Damen wechseln. »Der Sprung ist groß«, weiß die Fußballerin, die dann auch das Abitur in der Tasche haben will. Auf eine gute Ausbildung legt sie ebenfalls ganz viel Wert. Wohin ihre Reise dann gehen wird, weiß Magdalena Schwarz noch nicht ganz genau. Einen großen Traum hat sie allerdings schon: Sie möchte in den USA aufs College gehen – und dort beides kombinieren, also Ausbildung und Fußball. Und irgendwann möchte sie auch zurückkehren – und in der Frauen-Bundesliga spielen. Natürlich am liebsten beim FC Bayern. SB

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