Als am Ende beide Mannschaften nur noch zu zehnt waren, gelangen den Gastgebern aber noch die entscheidenden Treffer.
»Wir hatten leider Phasen, in denen wir nicht gut im Spiel drin waren«, erklärte Traunsteins Spielertrainer Danijel Majdancevic, der ab der 83. Minute selbst noch auf dem Platz stand. »Am Ende war es ein Arbeitssieg und absolut wichtig für uns.«
Den besseren Start in die Partie erwischten die Gäste: Doch nach einem Pass von links in den Strafraum geriet der Abschluss von Michele Cosentino zu schwach, um ernsthaft gefährlich zu werden (2. Minute). Beide Mannschaften erspielten sich in der Folge Möglichkeiten, ohne aber für große Gefahr zu sorgen. Besser machte es erst Traunsteins Dennis Hrvoic, der nach einem Freistoß kurz vor der Mittellinie und einem weiten Ball auf die rechte Seite im Strafraum bedient wurde und den Ball volley unter die Latte knallte (9.).
Das Schlusslicht zeigte sich vom frühen Rückstand zwar nicht beeindruckt, blieb aber im Abschluss zu ungefährlich. So war auch Vinzenz Eggers Kopfball kein Problem für SBC-Torwart Issa Ndiaye, den der Bruckmühler als Aufhüpfer zentral vor den Schlussmann platziert hatte (13.). Traunstein unterband die Angriffsbemühungen der Gäste nun immer wieder oder blockte die Bruckmühler rechtzeitig am Strafraum.
Auf der Gegenseite setzte sich Sascha Marinkovic gegen einen Gegenspieler durch und kam gut positioniert zum Schuss, doch Bruckmühls Torwart Markus Stiglmeir war auf dem Posten. Der SBC war nun näher dran am nächsten Treffer, doch das Tor fiel auf der anderen Seite: Traunsteins Fabio Trkulja bekam den Ball in der 28. Minute bei einem Bruckmühler Angriff so unglücklich in die Beine gespielt, dass er ihn aus den Augen verlor und das Leder bei Vinzenz Egger im Rücken der SBC-Abwehr landete, der damit durch war und nur noch an Ndiaye vorbei zum 1:1-Ausgleich einschieben musste.
Die besseren Chancen boten sich weiterhin dem SBC, doch Karlo Jolic (30.), Mark Kremer mit einer Direktabnahme (32.) und Hrvoic blieben ohne Erfolg (35.). Nur eine Minute später zog Kremer mit dem Ball von links in den Strafraum und wurde gefoult – Elfmeter für den SB Chiemgau. Sascha Marinkovic trat an, doch Markus Stiglmeir tauchte ins richtige Eck und parierte. Beim Nachschuss versuchte sich Marinkovic an einem Seitfallzieher, erwischte das Leder aber nicht richtig.
Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte mussten die Gastgeber einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Alexander Dreßl sah nach der Gelben Karte in der 43. Minute nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff Gelb-Rot nach einer Grätsche. Bruckmühl drängt nun zwar, blieb im Abschluss aber zu ungenau, um Profit aus der Überzahl zu schlagen.
Keine Viertelstunde später war dann das Kräfteverhältnis wieder ausgeglichen: Bruckmühls Albin Krasnic musste nach einem Foulspiel ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz (56.). Kurz darauf war Traunsteins Alessandro Discetti auf der rechten Seite durch und spielte den Ball in die Mitte, wo Sascha Marinkovic es mit der Hacke versuchte, dabei aber zu wenig Druck hinter den Ball bekam.
Pech hatte Marinkovic in der 62. Minute: Traunstein schaltete nach einem Bruckmühler Freistoß schnell um, ein Gegenspieler verpasste Mark Kremers Pass von links in den Strafraum und auch Bruckmühls Torwart kam nicht schnell genug hinterher, sodass der SBC-Stürmer rechts ganz alleine im Fünfmeterraum war. Im Sprint erwischte er zwar noch den Ball, setzte ihn aber aus kurzer Distanz an die Latte.
Doch nur eine Minute später sorgte Marinkovic für das 2:1: Nach einem Einwurf von rechts in den Strafraum rutschte der Ball einem Bruckmühler über den Kopf und landete vor den Füßen des Traunsteiners, der abzog und den Ball im rechten Eck versenkte (64.).
Eine kleine Vorentscheidung war schließlich die Zehn-Minuten-Zeitstrafe für Bruckmühls Thomas Mühlhamer in der 76. Minute. Als die Gastgeber nur fünf Minuten später schnell konterten, hatte Patrick Dreßl auf der linken Seite viel Platz, zog in Richtung Strafraum und traf zum 3:1 ins lange Eck. Damit war das Spiel endgültig entschieden.
»Das war heute sehr, sehr wichtig«, betonte Danijel Majdancevic, der aber nicht ganz zufrieden war: »Die zweite Halbzeit war ganz in Ordnung, wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Aber wir haben auch viel zu viele Fehler in den Ketten gemacht. Wir müssen die Fehler vorne vermeiden, damit wir es gar nicht erst so weit kommen lassen.«
In einigen Phasen sei Bruckmühl »mental besser« gewesen, meinte der SBC-Trainer. Besonders bei der Rückwärtsbewegung nach einem Ballverlust sah er noch Verbesserungsbedarf. »Und unser Umschaltspiel dauert zu lange, das gibt dem Gegner natürlich immer Möglichkeiten.« Trotzdem gebe der Sieg »weiterhin Selbstvertrauen« für die nächsten Aufgaben. »Wir haben uns über das komplette Spiel mehr Chancen erarbeitet und man hat gesehen, dass wir Tore machen können. Da haben wir unsere Klasse gezeigt.«
SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Trkulja, Patrick Dreßl (89. Steinbacher), Hosp, Kremer (64. Salihu), Marinkovic (83. Majdancevic), Hrvoic (74. Paticchia), Vokrri, Alexander Dreßl, Jolic (50. Discetti), Kranzfelder.
SV Bruckmühl: Stiglmeir, Mühlhamer, Krasnic, Schweder, Huber (65. Koller), Cosentino, Egger (77. Bartl), Kraxenberger (85. Dziduch), Schreder, Kunze, Krasniqi (83. Wechselberger).
Tore: 1:0 Dennis Hrvoic (8.), 1:1 Vinzenz Egger (28.), 2:1 Sascha Marinkovic (64.), 3:1 Patrick Dreßl (81.).
Zeitstrafe: Thomas Mühlhamer (76./Bruckmühl).
Gelb-Rote Karte: Alexander Dreßl (48./Traunstein), Albin Krasnic (56./Bruckmühl).
Schiedsrichter: Martin Kagermeier (SpVgg Pondorf).
Zuschauer: 508. jom


