Über Garching an die Tabellenspitze?

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Er nimmt heute mit dem SV Kirchanschöring die 30-Punkte-Marke ins Visier: Kirchanschörings Co-Spielertrainer Christoph Dinkelbach (am Ball). Ob er allerdings selbst auf dem Feld ins Geschehen eingreift, ist noch offen: Er vertritt schließlich diesmal den verhinderten Cheftrainer Mario Demmelbauer. (Foto: Butzhammer)

Ein bisschen ungläubig schauen immer noch viele Fans des SV Kirchanschöring auf die Tabelle in der Fußball-Bayernliga Süd: Dass der SVK nach 13 Spieltagen immer noch ohne Niederlage ist und den 3. Platz einnimmt, ist eine große Überraschung. Diese könnte sogar noch größer werden: Sollten die Gelb-Schwarzen das Nachholspiel am heutigen Dienstag (19.30 Uhr) beim VfR Garching mit mehr als zwei Toren Unterschied gewinnen, übernähmen sie sogar die Tabellenspitze. Bei einem knappen Sieg zögen sie zumindest mit der führenden SpVgg Hankofen-Hailing nach Punkten gleich.


Die Begegnung in Garching ist bereits die zweite Auflage dieser Saison – denn die erste musste abgebrochen werden. Am ersten Spieltag hatte der Tross von der Ache die 143 Kilometer zurückgelegt und führte beim Regionalliga-Absteiger mit 1:0, bis die Partie in der 65. Minute wegen eines Sommergewitters abgebrochen werden musste. Zwei Monate später kommt es heute zur Neuauflage.

Zum Saisonstart Ende Juli hatten die Kirchanschöringer ungewollt gerade einen kleinen Umbruch hinter sich und mussten zum Teil kurzfristig Leistungsträger ersetzen. Niemand wusste, was der jungen Mannschaft unter den neuen Dirigenten Mario Demmelbauer und Christoph Dinkelbach zuzutrauen wäre. Inzwischen kann man getrost sagen: Alles.

Heute könnten die SVK-Fußballer mit einem Sieg die 30-Punkte-Marke erreichen und sogar die Tabellenführung übernehmen. »Ich bin ehrlich gesagt schon ganz froh, dass wir jetzt so ein Polster nach hinten haben«, zeigt sich Co-Spielertrainer Dinkelbach erleichtert.

Der SVK will dabei auf das bewährte Rezept setzen, das Cheftrainer Demmelbauer der Mannschaft beigebracht hat: Physisch sehr präsent, mutig und leidenschaftlich mit klaren Vorgaben ergibt sich bei den Gelb-Schwarzen eine tolle Balance aus defensiver Stabilität und offensiver Unberechenbarkeit. Demmelbauer selbst kann heute übrigens nicht mit von der Partie sein, weshalb auch nicht klar ist, ob Dinkelbach auf dem Feld oder von außen gefragt ist.

»Da überlegen wir noch zusammen. Aber wir haben in dieser Saison immer wieder gesehen, dass wir nominell vielleicht nicht die beste Elf auf dem Platz hatten, aber dafür die Zufriedenheit bei den Spielern da ist und Vertrauen und Stimmung folglich gut sind«, weiß Dinkelbach. Diese Dynamik ist wohl der Erfolgsfaktor beim SVK. Und: dass der Kader breit und fit ist. Das hat in den Englischen Wochen sicher viele Punkte gebracht und könnte auch gegen Garching wieder ein Zünglein an der Waage sein.

21 von 25 Mann kamen bislang zum Einsatz. Zwar fallen Simon Jauk, Egon Weber und Dominik Buxmann weiter aus, dafür überzeugt Ersatztorwart Florian Krammer zwischen den Pfosten und Spieler wie Florian Hofmann rücken Einsätzen näher. Ähnlich wie Maxi Hosp, der am vergangenen Spieltag sein Startelfdebüt gab, rückt Hofmann näher ans Team ran. »Er ist mit seiner Erfahrung und Mentalität eindeutig ein wichtiger Spieler. Er soll nach und nach mit eingebaut werden«, verkündet Dinkelbach. Damit könnte es gleich zwei Debüts geben, »je nachdem wie's läuft.«. Jonas Kronbichler – der 18-Jährige traf in der U 23 des SVK bislang 17 Mal – wird in Garching mit dabei sein, »das hat er sich einfach verdient.«

Egal mit welcher Kapelle der SVK also wieder antritt, es wird marschiert für die gemeinsame Sache. »Tatsächlich ganz oben stehen zu können, wäre natürlich schön«, lässt Dinkelbach trotz aller Bescheidenheit durchklingen.

bts