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Turbulente Schlussphase: SB Chiemgau schenkt einen Punkt her

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Ihm gelang in der Nachspielzeit das vorentscheidende 2:3: der Hauzenberger Fabian Wiesmaier (Mitte), hier gegen die SBC-Spieler Christian Wimmer (links) – der in der 55. Minute Gelb-Rot sah – und Michael Angerer. (Foto: Weitz)

Oh, wie ist das bitter! In einer turbulenten Schlussphase mit drei Toren innerhalb von drei Minuten hat der SB Chiemgau Traunstein in der Fußball-Landesliga Südost vor 200 Zuschauern im Jakob-Schaumaier-Sportpark beim 2:4 alle Punkte an den FC Sturm Hauzenberg abgeben müssen. Dabei schafften die fast eine Halbzeit lang in Unterzahl spielenden Traunsteiner erst in der 90. Minute den 2:2-Ausgleich, um dann noch zwei Gegentreffer in der Nachspielzeit zu kassieren.


»Das ist schon extrem bitter«, sagte SBC-Trainer Rainer Elfinger nach dem Schlusspfiff. »Diese Niederlage zeigt uns aber vor allem auch eines ganz klar, dass wir noch zu grün sind, um ganz oben mitspielen zu können.« Der Sportliche Leiter des SB Chiemgau, Stefan Hafner, ergänzte: »Ein Punkt heute wäre natürlich ein Traum gewesen, dann wären wir mit einem sehr guten Gefühl aus diesem Spiel gegangen, jetzt ist das Gefühl natürlich nicht so gut.« Aber man müsse gerade den jungen Spielern auch mal Fehler zugestehen, fügte er hinzu. »Wir müssen aus dieser Niederlage jetzt lernen und uns dann weiter verbessern.«

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Die erste Niederlage nach dem Re-Start

Für den SB Chiemgau war’s übrigens die erste Niederlage im fünften Spiel nach dem Re-Start Mitte September. Davor hatten sich die Traunsteiner zwei Siege und zwei Unentschieden erarbeitet. In der Tabelle ist der SB Chiemgau jetzt Vierter.

Die abstiegsbedrohten Gäste zeigten von Beginn an, dass sie die Punkte gerne nach Niederbayern mitnehmen wollten. Den ersten Warnschuss auf den SBC-Kasten gab Fabian Wiesmaier nach Vorlage von Fabian Gastinger ab, aber Marko Kao war der gewohnt sichere Rückhalt im Tor der Traunsteiner und hatte den Ball (12.). Fünf Minuten später musste der Schlussmann aber das erste Mal hinter sich greifen, als Dominik Manzenberger einen Freistoß aus rund 18 Metern über die Mauer ins Eck zirkelte. SBC-Trainer Elfinger rief seinen Spielern sofort zu: »Köpfe hoch. Weiter geht es!« Nach der Partie ärgerte sich der Coach aber noch mächtig über dieses Gegentor. Die Staffelung der Mauer sei falsch gewesen. »Das verstehe ich nicht, dass uns so etwas passiert«, monierte er.

Die Heimelf rannte fortan einem Rückstand hinterher und hatte bis auf zwei Chancen von Julian Galler (19./Drehschuss und 23./gefährlicher Freistoß) auch kaum Ideen im Spiel nach vorne – gelungene Kombinationen waren Mangelware. Elfinger gab zudem zu, »dass unsere Fehlpass-Quote viel zu hoch war.«

Die Hauzenberger, die ja mit großen Ambitionen in die Saison gestartet waren und jetzt aber erst einmal das Abstiegsgespenst vertreiben wollen, hätten in der 25. Minute den zweiten Treffer nachlegen können. Aber Manzenberger scheiterte an Kao und der Nachschuss von Michael Scheßl fiel zu schwach aus. Brenzlig wurde es für den SBC erneut in der 44. Minute: Einen Freistoß von Wiesmaier köpfte Johannes Schäffner an den Pfosten und von dort sprang der Ball direkt in die Arme von Kao – Glück für die Traunsteiner! Aber auch auf der Gegenseite gab’s noch eine Riesenchance. Zunächst lenkte Torwart Christoph Obermüller einen Freistoß von Galler aus 25 Metern zentraler Position noch mit den Fingerspitzen über die Latte. Die darauffolgende Ecke von Galler köpfte Mike Opara, der völlig frei im Sechzehner stand, über den Kasten.

Nach dem Wechsel zeigten die Traunsteiner gleich einmal, dass sie den Ausgleich erzielen wollten. Galler zog ab, aber sein Schuss ging rechts am Tor vorbei (46.). Dann schwächten sich die Hausherren selbst: Christian Wimmer bekam von Schiedsrichter Thomas Wagner in der 52. Minute (wegen Ballwegschlagens) die Ampelkarte gezeigt. Die Unterzahl der Traunsteiner nutzten die Gäste gleich eiskalt aus und legten in der 55. Minute das 2:0 nach. Einen Freistoß von Manzenberger in den Fünfmeterraum nutzte Johannes Schäffner aus.

Wer nun gedacht hatte, das Spiel sei gelaufen, wurde eines Besseren belehrt. Denn die Traunsteiner stemmten sich nun gegen die drohende Niederlage – und wurden dafür belohnt. Zunächst traf Opara zum 1:2 (69.), Kurt Weixler hatte die Vorlage von Patrick Dressl stark auf seinen besser postierten Mitspieler durchlaufen lassen. In den letzten Minuten der Partie überschlugen sich dann die Ereignisse. Galler drosch zunächst einen Freistoß von der Mittellinie in den Strafraum der Gäste, dort stand Weixler goldrichtig und machte den Ausgleich (90.). In dieser Phase sah Torwarttrainer Tobias Rohleder auf der Bank der Traunsteiner wegen Meckerns auch noch die Rote Karte und musste den Innenraum verlassen.

Daniel Massinger leitet das 2:3 ein

Mit diesem Unentschieden wollte sich Daniel Massinger aber nicht abfinden. Er schnappte sich den Ball nach dem Wiederanpfiff, marschierte durch das komplette Mittelfeld, ließ dabei mehrere SBC-Spieler alt aussehen und passte im richtigen Moment auf Fabian Wiesmaier. Dieser stand völlig frei im Strafraum und konnte sich die Ecke aussuchen. Der Jubel bei den Hauzenbergern kannte keine Grenzen. Die Gäste setzten dann sogar noch einen weiteren Treffer drauf. Torschütze war der eingewechselte Fabian Hirz (93.). »Wir haben uns in Unterzahl super zurückgekämpft«, lobte Elfinger zuerst, setzte dann aber nach, »der dritte Treffer von Hauzenberg darf nicht mehr passieren. Unsere Außenbahn war da offen wie ein Scheunentor. Das war der Wahnsinn. Schade, dass wir das Unentschieden nicht über die Zeit retten konnten.«

SB Chiemgau Traunstein: Kao, Markus Unterhuber, Wimmer, Smajlovic (59. Gorzel), Schön (59. Schwarz), Opara, Angerer, Weixler, Galler (90. Furch), Knauer, Dressl (87. Schiller).

FC Sturm Hauzenberg: Obermüller, Scheßl (64. Jandera), Schäffner, Traxinger, Wiesmaier, Geiger (61. de Lima), Gastinger (64. Hirz), Massinger, Weber, Manzenberger (74. Gerhartinger), Raml (74. Schätzl).

Tore: 0:1 Manzenberger (17.), 0:2 Schäffner (50), 1:2 Opara (69.), 2:2 Weixler (90.), 2:3 Wiesmaier (91.), 2:4 Hirz (93.).

Gelb-Rote Karte: Wimmer (SBC/52.).

Besondere Vorkommnisse: SBC-Torwarttrainer Tobias Rohleder auf der Bank sieht Rot wegen Meckerns (90.).

Schiedsrichter: Thomas Wagner (Grassau).

Zuschauer: 200. SB