SC Inter Traunreut: Für mehr Vielfalt und Integration

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Aus unterschiedlichen Ländern kommen die Spieler und Verantwortlichen beim SC Inter Traunreut (von links): Andrei, Liam, Altin, Lucas, Florin, David, Alexandru, Erwin mit dem Vorsitzenden Horatiu Tatu (hinten, Mitte), seinem Stellvertreter Christian Dragomir (hinten, rechts) und Schriftführer Lucien Marie.

Zahnlücke und Fußball-Trikot: Stolz grinsen die acht Buben in die Kamera. Hinter ihnen stehen Marie Lucian, Horatiu Tatu und Christian Dragomir. Sie alle kommen aus unterschiedlichen Ländern. Was sie verbindet ist die Leidenschaft zum Fußball und seit kurzem der neu gegründete Verein SC Inter Traunreut. Christian Dragomir und Horatiu Tatu haben im vergangenen Winter den Fußballverein gegründet. Lucien Marie ist Schriftführer.


Aus Deutschland, Rumänien, Bulgarien, Nigeria, Ungarn, Albanien, Kroatien und aus der Türkei kommen die Spieler und Verantwortlichen des SC Inter Traunreut. Der Verein setze sich insbesondere für die Integration und für das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen ein und möchte vor allem Kinder und Jugendliche bei ihrer Entwicklung unterstützen, erzählen der Vorsitzende Horatiu Tatu und sein Stellvertreter Christian Dragomir in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

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Mittlerweile zählt der Verein 50 Mitglieder. Und darauf sind Tatu und Dragomir auch richtig stolz, wie sie verraten. Doch der Verein hat immer noch zu wenig Mitglieder für eigene Mannschaften. Zwar ist fast jedes Alter – von jung bis alt – im Verein vertreten. Doch immer noch zu wenig, um mit einer kompletten Mannschaft aus mehr als elf Spielern an Turnieren teilzunehmen, erklärt Christian Dragomir. Doch die beiden sind überzeugt, dass der Verein über den Sommer noch neuen Zuwachs bekommt. Und vielleicht klappt es ja dann in der nächsten Saison mit einem Turnierstart, hofft Dragomir.

Die Idee zum eigenen Verein kam Horatiu Tatu, als ihm auffiel, dass sich viele Klassenkameraden seines Sohnes nach der Schule kaum bewegen und immer nur daheim sitzen. Der Familienvater wurde daraufhin aktiv und versuchte, die Kinder in Bewegung zu bringen. Weil er selbst jahrelang Fußball gespielt hatte, war es klar, dass er das mit Fußball probieren möchte. Er hörte sich in Traunreut um, fragte bei einigen Familien und auch beim Asylantenheim nach, ob die Kinder nicht Interesse an einem Fußballverein hätten. Unterstützung bekam er von Christian Dragomir und mit der Zeit kamen immer mehr Interessierte dazu. Als Trainer holten die beiden unter anderem Bogdan Damian, der bei den Profivereinen FC Dinamo Bukarest und SK Brann aktiv war, ins Boot. Torwarttrainer ist Sergiu Nuta, der in der zweiten rumänischen Liga und zuletzt beim TSV Altenmarkt, beim SBC Traunstein und beim TuS Traunreut gespielt hatte. Trainiert wird seit Mai an unterschiedlichen Standorten: die Buben auf dem Platz an der Grundschule und bald zusätzlich auf dem Sportgelände an der Berufsschule; die Herren auf dem Fußballplatz in Hart. Zum Training könne jeder kommen, der mag – nur Spaß und die Leidenschaft am Fußball sollte man haben, meint Dragomir. Auch wenn die Spieler aus unterschiedlichen Ländern kommen, wird beim Training Deutsch gesprochen, erklärt der Jugendleiter. Gibt es dabei Probleme, helfen sich die Spieler gegenseitig und unterstützen einander, ergänzt Horatiu Tatu. Ein Spieler zum Beispiel übersetze immer für seinen bulgarischen Kollegen, der noch nicht so gut Deutsch sprechen könne, erzählt Tatu.

Für die Zukunft wünschen sich die Vorsitzenden, neben mehr Vereinsnachwuchs auch verschiedene Trainingslager anbieten zu können, um die Kinder weiter zu fördern. Es gehe ihnen dabei aber vor allem darum, die Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren. »Wir suchen nicht die besten Fußballer, der Spaß steht im Vordergrund«, betont Christian Dragomir. Aber wenn ein Spieler mit großem Talent heraussticht, dann soll er auch gefördert werden und die Chance bekommen, besser zu werden, hebt Tatu hervor.

aha