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Rätselraten um den Neustart

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»Nebulös«: Noch immer ist unklar, wann es im Amateurfußball wieder weitergehen kann. Foto: dpa

Schon gibt es angesichts der Pandemie-Lage wieder erste Rufe nach einem Abbruch, doch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) ist trotzdem fest entschlossen, die XXL-Saison 2019/21 zu einem guten Ende zu bringen. Doch mit einem Saisonende vor Pfingsten, wie es die Spielpläne im Herbst vorsahen, wird es nichts werden. Bis zum 30. Juni, wenn die Spielzeit offiziell endet, sollten sich Trainer, Spieler und Funktionäre auf jeden Fall nicht viel anderes vornehmen, sagt Bayernliga-Spielleiter Andreas Mayländer (Teisendorf). Hier im Überblick die wichtigsten Fragen rund um den Neustart im Amateurfußball.


Wann geht es wieder los?

Das ist die Frage, die im Moment niemand mit Sicherheit beantworten kann. Auch beim BFV blickt man gespannt auf die Runde der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am heutigen Mittwoch, um Fingerzeige für den Neustart zu erhalten. Klar ist: Sobald echtes Mannschaftstraining mit mehr als zehn Spielern erlaubt ist, bekommen die Vereine drei Wochen Vorlauf bis zu den ersten Punktspielen. Verbands-Spielleiter Josef Janker (Cham) hatte eigentlich auf einen Neustart um Ostern gehofft, doch das gilt inzwischen als illusorisch.

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Wenn es am letzten April-Wochenende (23. bis 25. April) weitergehen könnte, so haben es die Spielplangestalter ausgerechnet, ließe sich nicht nur die Punkterunde unterbringen, sondern auch der Ligapokal. Für die Ligen allein würde sogar ein Starttermin im Mai reichen. In den meisten Ligen stehen noch sechs oder sieben Spieltage aus, doch haben einige Mannschaften im Herbst bis zu fünf Nachholpartien angehäuft. Notfalls kann im Zwei-Tages-Rhythmus gespielt werden – zwischen zwei Spielen muss nur noch ein Tag (bisher zwei) Abstand sein.

Wie lange wird gespielt?

Bis Mitte Juni sollten die Vereine auf jeden Fall für die Punktspiele einplanen. In den zwei Wochen danach könnte die Relegation durchgezogen werden. Bis zum 30. Juni soll die Saison auf jeden Fall beendet sein, sagt Janker. Das ist vor allem für die Verbandsligen wichtig, enden doch an diesem Tag die meisten Spielerverträge für die Vertragsamateure. Und die Saison 2021/22 soll nicht auch noch in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Sommerpause fällt ohnehin praktisch flach. Eine Hintertür hat sich der BFV aber offengelassen: Einzelne Spiele – etwa die Kreisfinals im Toto-Pokal – könnten auch noch im Juli ausgetragen werden.

Was wird aus dem Ligapokal?

Die Ligen haben absoluten Vorrang, doch aufgeben will der BFV den neuen Wettbewerb noch nicht. Wie versprochen sollen über den Ligapokal auch zusätzliche Aufsteiger ermittelt werden. In seiner ursprünglichen Form wird er aber sicher nicht mehr stattfinden. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die meisten Spiele wochentags ausgetragen werden müssten. Zuerst sollen die Vereine in jeder Liga gefragt werden, ob sie weiterhin mitmachen würden. Je nachdem, wie viele es sind – auch wenn nur drei oder vier übrig bleiben –, wird ein neuer Modus ausgearbeitet. Nur wenn sich eine Liga komplett verweigern sollte, wird der Ligapokal nicht ausgespielt.

Und wenn doch abgebrochen wird?

Wer auf eine Annullierung der Saison hofft, etwa um nicht absteigen zu müssen, wird auf jeden Fall enttäuscht. In der geänderten Spielordnung heißt es: Die Saison wird gewertet, wenn mindestens 75 Prozent der Mannschaften mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert haben. Das ist praktisch in jeder Spielklasse der Fall. Bei einem Abbruch würde eine Quotientenregelung greifen (Punkte pro Spiel). Die Relegation würde dann natürlich ausfallen, es gäbe also nur Direkt-Auf- und Absteiger. Das aber würde für die Saison 2021/22 viele übervolle Ligen schaffen: In die fünf Landesligen stiegen dann 15 Bezirksliga-Meister auf, aber nur zehn Vereine in die Bezirksligen ab.

Gilt das auch für die Regionalliga?

Nur mit Einschränkungen. Denn sie muss immer die Regionalliga Nord im Blick haben, gegen deren Meister der bayerische Titelträger um den Aufstieg in die 3. Liga spielt. Auch im Norden ruht (anders als im Südwesten und Westen, wo mit Hygienekonzepten unter Profibedingungen gespielt wird) der Regionalliga-Spielbetrieb, dort ist nicht einmal die Vorrunde, die in zwei Gruppen ausgetragen wird beendet, die Auf- und Abstiegsrunde haben noch nicht begonnen.

Auch dort könnte es also länger dauern – dann hätte Bayern mehr Luft. »Plan B«, wenn am Ende doch die Zeit fehlt, ist offenbar eine Aufstiegsrunde mit den drei oder vier bayerischen Mannschaften, die die Lizenzunterlagen für die 3. Liga abgegeben haben. Bei einem Abbruch müsste wohl nur der VfR Garching direkt absteigen. ah

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