Bildtext einblenden
Eng ging es zur Sache im Duell des TSV 1860 Rosenheim mit dem SBC Traunstein – so wie hier zwischen Rosenheims Kapitän Kenan Smajlovic (am Ball) und SBC-Kapitän Hannes Kraus (rechts). (Foto: Ziegler)

Jokic: »Ein 0:0 der besseren Sorte«

Nullnummer im Inn/Salzach-Nachholderby: Bei kühlen Temperaturen und tief einfallendem Nebel trennten sich der TSV 1860 Rosenheim und der SB Chiemgau Traunstein in der Fußball-Landesliga Südost mit einem 0:0-Unentschieden. Die torlose Begegnung war für beide Mannschaften das jeweils sechste Spiel in Serie ohne Sieg.


Die Sechziger erkämpften in fünf der letzten sechs Spiele jeweils ein Remis, vier davon ohne Torerfolg. Die Gäste aus der Großen Kreisstadt haben in vier der letzten sechs Spiele remisiert, in drei davon ohne Treffer. Fast logisch also, dass es beim direkten Aufeinandertreffen nichts zu jubeln gab. Vielleicht wäre es ja vor ein paar Wochen anders gelaufen, als der Schiedsrichter den Platz für unbespielbar erklärte und das Spiel absagte, obgleich beide Mannschaften spielen wollten.

Der Wille war den Teams auch diesmal nicht abzusprechen. Doch ein paar Wochen später – mit mehr Spielen in den Knochen und weniger Akteuren zur Verfügung – fällt alles noch ein bisschen schwerer. Das Selbstvertrauen ist natürlich nicht mehr so vorhanden – und so standen eigene Torsicherung und Fehlervermeidung an vorderster Stelle, während Mut und Wagnis nur noch eine untergeordnete Rolle spielten.

Folglich waren auch Torchancen absolute Mangelware. Die besten Gelegenheiten gab es noch im ersten Durchgang, die Top-Chance dabei für Traunstein: Nach einem Eckball kam Maximilian Hosp an den Ball, aber auch ihm fehlte beim Abschluss die Überzeugung. Rücklage und dadurch ein ungenaues Trefferbild sorgten dafür, dass das Leder aus wenigen Metern über den Kasten flog.

Auf der anderen Seite landete ein Kopfball von Steven Khong-In auf der Querlatte, hier wäre aber Traunsteins Tormann Moritz Hutt zur Stelle gewesen. Nicht mehr an den Ball kam Hutt etliche Meter außerhalb des Strafraums, als ihm der nach vorne gesprintete Simon Fischer zuvorkam. Der Lupfer des Rosenheimer Innenverteidigers fand aber nicht den Weg in Richtung Gehäuse.

Nach dem Wechsel hatten die Gäste die einzigen Offensivaktionen, bei denen man mal etwas näher hinschauen musste. Einmal lag der Ball sogar im Rosenheimer Netz, Traunsteins Schütze stand aber im Abseits. Danach gab es noch einen Versuch von Gentian Vokrri aus knapp 25 Metern, den 1860-Schlussmann Alin Goia aus dem Kreuzeck fischte, Sascha Marinkovic und Andrii Pelypenko hatten das Leder in aussichtsreicher Position auf dem Fuß, trafen den Ball dann aber nicht richtig – Chance vertan! Am Ende gab es keine Tore, keinen Sieger – aber auch keinen Verlierer.

»Es war ein 0:0 der besseren Sorte und ein temporeiches Spiel«, befand SBC-Trainer Slaven Jokic, der auch anmerkte, »dass wir 90 Minuten die Initiative hatten«. Er sei mit der Auswärtsleistung zufrieden. »Wir haben ein gutes Fußballspiel gezeigt, haben Druck ausgeübt und waren ballsicher. Leider haben uns die Tore gefehlt, um es zu einem sehr guten Spiel zu machen. Wir hätten es verdient gehabt, hatten aber auch keine zwingenden Aktionen«, erklärte Jokic weiter.

Sein Team will sich nun am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den VfR Garching belohnen. Die Sechziger hingegen hangeln sich aktuell in der »Eichhörnchen-Methode« Punkt für Punkt der heiß ersehnten Winterpause entgegen. Am Freitag (19.30 Uhr) geht es nach Schwaig zu einem absoluten Titelaspiranten.

TSV 1860 Rosenheim: Goia, Gratt, Rudolph, Grundner, Fischer, Mayerl, Khong-In (54. Jesse), Markulin (91. Lang), Summerer (77. Papapicco), Van de Wiel (65. Demolli), Smajlovic.

SB Chiemgau Traunstein: Hutt, Patrick Dreßl (59. Pelypenko), Kraus, Salihu, Trkulja, Discetti, Paranos (67. Alexander Dreßl), Vokrri, Hosp, Marinkovic (84. Hrvoic), Jolic.

Tore: Fehlanzeige.

Schiedsrichter: Michael Krug (FC Perlach München).

Zuschauer: 247. tn