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»In der Relegation Blut geleckt«

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Özgur Kart will auch in der kommenden Saison für den SV Kirchanschöring auflaufen. (Foto: Butzhammer)

Özgur »Özi« Kart spielte bereits für den Hamburger SV II und beim SSV Jahn Regensburg Fußball, zuletzt rettete er im letzten Bayernliga-Saisonspiel mit einem Tor in der 90. Minute den SV Kirchanschöring in die Relegation. Dort schaffte das Team dann den Klassenerhalt. Der 36-Jährige will nun beim SVK weitermachen.


Es war kein leichtes Jahr für Sie. Was war so schwierig?

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Kart: Ich habe an meinen Stärken nie gezweifelt und gewusst, was ich kann. Natürlich bin ich keine 20 oder 25 mehr, sondern 36 Jahre alt. Mit meiner Erfahrung kann ich die Liga spielen, habe das auch immer klar gesagt. Irgendwann kam Unruhe auf, nicht von den Zuschauern, das will ich klar sagen. Die waren immer loyal, da kam meist Rückendeckung. So lange ich Fußball spiele und noch laufen kann, werde ich nie ein »Söldner-Typ« sein.

In der Relegation haben Sie noch zweimal getroffen. Welches Tor war denn jetzt das Wichtigste in dieser Saison?

Das wichtigste Tor war das in der 90. Minute im letzten Liga-Spiel in Wolfratshausen. Der Fallrückzieher in der Relegation gegen Freising war eines der schönsten Tore, die ich für den SVK gemacht habe.

Stimmt es, dass Sie teilweise nach der Nachtschicht nur ein paar Stunden Schlaf hatten und dann wieder für den SVK am Platz standen?

Das stimmt. Aber das sehen viele nicht. Ich arbeite Schicht und habe versucht, so viel wie möglich zum Fußballspielen frei zu bekommen. Da bin ich dem Betrieb sehr dankbar. Ich hatte teilweise Schichten und dazwischen die Fußballspiele. Da hatte ich teilweise nur ein paar Stunden Schlaf.

Ursprünglich haben Sie Ihren Abschied vom SVK verkündet. Sie sind jetzt doch dabeigeblieben, was gab den Ausschlag?

Eigentlich waren wir uns einig, dass wir uns trennen. Der Vertrag wurde aufgelöst. Aber ich verstehe mich sehr gut mit Trainer Michi Kostner, wir telefonieren auch privat. Der Michi ist nicht nur mein Trainer, er ist auch mein Freund. Wir kennen uns jetzt 16, vielleicht 17 Jahre und das ist die x-te Station, bei der ich mit ihm zusammenarbeite. Da gilt es, ihn einfach zu unterstützen, gerade auf dem Platz. Er war immer ein Befürworter von mir, kennt meine Stärken und hat gefragt, ob ich als »Standby« noch zur Verfügung stehen würde.

In der Relegation habe ich Blut geleckt, das hat unheimlich Spaß gemacht. Dann habe ich gesagt: Ich mach's für Michi, den Verein und die Zuschauer. Das ist in »Anschöring« echt klasse, für den Amateurbereich sensationell. Egal wo man hinschaut. Für die Region ist das super, wir spielen als einziger Verein höherklassig, da ist der SVK einfach eine gute Adresse.

Das Interview führte Michael Wengler