Große Freude beim SC Anger

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Der SC Anger hat den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga geschafft. Sebastian Mayer und seine Teamkollegen freuen sich über die Meisterschaft. (Foto: Butzhammer)

Schon bevor sich die Vereine für den Abbruch der Saison mit Auf- und Absteigern entschieden hatten, war klar: Sowohl bei einer Regelung nach der aktuellen Spielordnung als auch bei der Variante »Nur Aufsteiger, keine Absteiger«, greift die Quotienten-Regel. Was sich bereits abgezeichnet hatte, ist nun also fix: Die Fußballer des SC Anger sind Meister der Kreisklasse 4.


37 Punkte in 17 Spielen bescherten dem SC Anger (11 Siege/4 Unentschieden/2 Niederlagen) zwar »nur« Rang 2 in der Abbruch-Tabelle, aufgrund des besseren Quotienten von 2,18 gelingt aber der Sprung auf Platz 1. Die DJK Otting (12/2/4) kommt mit 38 Zählern aus 18 Partien auf einen Wert von 2,11 und muss damit die Spitze abgeben. Durch die nun festgelegte Ordnung – nur die Meister steigen auf, die Relegation entfällt – hat die DJK keine Aufstiegschance.

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Anger stellte die beste Offensive und verbuchte die wenigsten Niederlagen – eine durchaus meisterliche Bilanz. 54 Treffer stehen zu Buche – Otting kommt auf 41 – wobei Angers Stefan Plößl (11 Tore), Michael Mayer und Andreas Nitzinger (je 10) in der Torjägerliste ganz oben mitmischen. Die Torjägerkanone geht an Daniel Larisch, der für den SV Linde Tacherting zwölfmal traf. Erfolgreichster Ottinger Torschütze war Matthias Zahnbrecher (10).

Gemeinsam ist den beiden Teams die starke Defensive – Otting und Anger ließen jeweils nur 21 Gegentreffer zu, die DJK verzeichnete jedoch vier Niederlagen, der SC nur zwei. Auch das direkte Duell beider Teams hat Anger für sich entschieden. Auswärts gab es ein 1:1, daheim dann einen 3:2-Erfolg.

»Es wäre natürlich schöner gewesen, die Runde zu Ende zu spielen, aber wir haben relativ viel gespielt – drei Viertel der Saison. Ich glaube, auch wenn wir die Runde fertig gespielt hätten, wären wir nicht schlechter als Zweiter geworden. Wir waren eine relativ spielstarke Mannschaft, auch wenn es ein paar Gurkenspiele gab. Und auch den direkten Vergleich gegen Otting haben wir gewonnen. Von dem her ist es schon verdient«, sagt Angers Trainer Christian Berger zur Meisterschaft. »Aber Otting hätte es sich genauso verdient. Die haben eine gute Qualität und haben guten Fußball gespielt.«

»Die Spieler freuen sich natürlich«, gemeinsam jubeln auf dem Platz können sie aber nicht. »Eine Meisterfeier ist aber Pflicht in Anger«, weiß Berger, der auf einen »Nachholtermin« hofft, wenn denn Feiern wieder erlaubt ist. Mit Blick auf die neue Saison freut sich Berger auf die Derbys in der Kreisliga gegen Hammerau, Surheim, Schönau und gegen den TSV Teisendorf, der aus der Bezirksliga absteigt.

Kurios bei der ganzen Abbruchs-Geschichte ist, dass die Quotienten-Regel den Angerern in der Kreisklasse die Meisterschaft beschert, dafür kostet sie den Verein den Titel in der C-Klasse 7. Dort steht die SC-Zweite auf Platz 1 der Tabelle. 80-mal klingelte es im gegnerischen Kasten – fast doppelt so oft wie beim SV Unterwössen II und der SG Scheffau-Schellenberg, die als zweitbeste Sturmreihen auf jeweils 45 Treffer kommen.

Das Problem für Anger (9/6/1): Ein Spiel mehr und ein Remis mehr als Unterwössen (9/5/1) bedeuten nun »nur« noch Platz 2. 30 Punkte aus 16 Spielen ergeben für Anger einen Quotienten von 1,88, Unterwössen kommt bei 29 Zählern aus 15 Partien auf einen Wert von 1,93 und ist damit C-7-Meister. So muss der SCA II auf den Aufstieg verzichten. Dabei hatten die Angerer gute Gründe, darauf zu hoffen: »Wir gehen den Kreisliga-Aufstieg positiv an, da ist es auch von Vorteil, wenn die Zweitein der B-Klasse spielt«, hatte Christian Berger gehofft.

Auch für seinen Trainerkollegen der 2. Mannschaft, Ludwig Huber, hätte es Berger gefreut, wenn der Aufstieg gekommen wäre. »Er macht das schon so lange, leistet hervorragende Arbeit und holt das Optimale raus. Und dabei hat er es nicht leicht – ich nehme ihm immer wieder Spieler für die Ersatzbank weg.«

Doch diese Wünsche erfüllten sich vorerst einmal nicht – ebenso wenig wie die Hoffnungen des Schlusslichts TSV Tittmoning (13./3 Siege/3 Remis/10 Niederlagen) und des TSV Fridolfing (12./3/6/8) auf den Klassenerhalt in der Kreisklasse 4. Dagegen ist der SB Chiemgau Traunstein II (11./5/3/9) auf dem »Relegationsplatz« schon gerettet – und hat den gleichen Quotienten (1,06) wie der ebenfalls gerettete Tabellenzehnte TSV Bad Reichenhall (5/2/9).

pk