»Geradliniger und schöner Fußball«

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So entstand das 3:0 für den SV Kirchanschöring: Manuel Omelanowsky (links) wollte flanken und schoss dabei Martin Bauer (rechts) an, von dessen Bein dann der Ball unhaltbar für Torwart Marjan Krasnic im Netz einschlug. (Foto: Butzhammer)

Im letzten Heimspiel der Hinrunde der Fußball-Bayernliga Süd siegte der SV Kirchanschöring vor über 500 Zuschauern gegen den SV Pullach mit 4:0 (1:0). Die Elf von Trainer Mario Demmelbauer rangiert damit weiterhin auf Platz 2 der Tabelle, mit mittlerweile sechs Punkten Vorsprung vor dem Tabellenvierten.


Nach Ansicht von Gästetrainer Orhan Akkurt, der früher als Aktiver selbst schon einige Tore gegen den SVK erzielt hatte, ging der Sieg »absolut in Ordnung, auch in dieser Höhe.« Seiner Mannschaft fehle es an Erfahrung und Qualität auf dem Platz, bekannte er.

Dafür lobte er die Gastgeber: SVK habe »geradlinigen und schönen Fußball« gezeigt, während bei seiner Mannschaft »viele Schnörkel, aus denen Fehler entstanden sind« festzustellen gewesen seien. »Und das nutzt Kirchanschöring eiskalt aus.« Die Pullacher müssten laut Akkurt nun »zusehen, dass wir gegen andere Gegner Punkte holen.«

In Kirchanschöring sei die Grundidee gewesen, kompakt und tief zu stehen, um im Umschaltspiel Akzente zu setzen. Das sei nicht gelungen. »Wir haben einen sehr guten Torwart«, lobte Akkurt seinen Schlussmann Marjan Krasnic, »aber wenn wir den nicht beschützen, ist es halt schwierig.«

Besagter Krasnic war schon nach 30 Sekunden gefordert, da hätte es im Kasten der Gäste aus dem Münchner Isartal klingeln können. Der Torhüter reagierte zweimal glänzend: Zunächst parierte er einen Schuss von Manuel Omelanowsky aus dem linken Eck und war beim Nachschuss ebenso zur Stelle. Einige Minuten später war Krasnic aber machtlos: Manuel Omelanowsky spielte aus dem linken Teil des Strafraums einen Querpass zurück ins rechte Halbfeld auf Yasin Gürcan, der das Leder volley knallhart aus 20 Metern neben den rechten Pfosten ins Netz donnerte – 1:0 (10.). Kurz darauf zog Julian Galler über den Kasten der Isartaler (12.). Diese SVK-Drangphase brachten die »Raben« hinter sich, außer einem Pfostentreffer von Luca Schmitzberger (33.) passierte bis zur Pause nichts mehr.

Nach dem Seitenwechsel ging es so weiter. Respekt zeigten beiden Seiten, bis der emsige Omelanowsky rechts Simon Jauk bediente, der das Leder links unten ins Gästegehäuse schoss – zum 2:0 – die Vorentscheidung (60.). Wenige Minuten später setzte sich Galler im Mittelfeld gegen mehrere Gegenspieler durch, passte uneigennützig auf rechts zu Omelanowsky, dem zunächst das 3:0 (67.) zugeschrieben wurde, was er jedoch hinterher so schilderte: »Ich habe die Kugel zur Mitte gegeben, leider einen Gegenspieler getroffen – und dann war das Ding drin.« Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, nahm Lukas Pöllner aus vollem Lauf im Mittelfeld Fahrt auf, lief auf die Abwehrkette zu, »keiner hat mich angegriffen, dann habe ich einfach geschossen« – knochentrocken, wieder zappelte das Leder links unten im Tor, 4:0 (70.).

Der wiedergenesene SVK-Trainer Mario Demmelbauer freute sich über den zweiten Sieg in Folge. Die Führung hätte noch früher fallen können, »wenn der Krasnic nicht so sensationell hält.« Pullach sei zwar »immer gefährlich«, aber er habe der Mannschaft gesagt: »Wenn wir körperlich so weiterspielen, können die nicht viel dagegensetzen.« Das setzten seine Schützlinge gut um – und das sah Demmelbauer als entscheidend an. Dementsprechend hallte es »We are the Champions« nach dem Schlusspfiff aus den Lautsprechern im Stadion an der Laufener Straße.

Und so soll es nach Ansicht des SVK auch kommenden Sonntag (14 Uhr) sein, wenn die Rupertiwinkler bei der U 21 des TSV 1860 München II im Trainingszentrum der »Löwen« an der Grünwalder Straße antreten. Für SVK-Anhänger gibt es einen Fanbus, der gelb-schwarze Höhenflug in der Fünften Liga soll mit entsprechender Unterstützung auch auf Giesings Höhen weitergehen.

SV Kirchanschöring: Weber, Obirei, Galler (76. Peter), Jauk (77. Hofmann), Dinkelbach (70. Hosp), Nicklas, Pöllner (82. Vogl), Omelanowsky, Schmitzberger, Huber (82. Sternhuber), Gürcan.

SV Pullach: Krasnic, Horndasch (73. Saibou), Heinzlmeier, Zander, Diep, Yildiz (76. Dietl), Burghard, Bauer, Amdouni (73. Buyar), Gaigl (66. El Sayed), da Silva Lopes.

Tore: 1:0 Gürcan (10.), 2:0 Jauk (60.), 3:0 Bauer (68./Eigentor), 4:0 Pöllner (70.).

Zuschauer: 523.

Schiedsrichter: Huber (Niederbergkirchen).

mw