weather-image
24°

Fußball in Bayern: Wie geht es weiter? – BFV erörtert verschiedene Szenarien

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Auch auf den Fußballplätzen in unserer Region ruht seit Wochen der Spielbetrieb. Foto: dpa

Per Online-Konferenz informierten der Bezirksvorsitzende und Vizepräsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), Robert Schraudner, mit Geschäftsführer Wolfgang Hauke und dem Kreisspielleiter Hans Mayer den Fußball-Kreis Inn/Salzach über die »momentane Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie«. In zwei Konferenzen gaben die drei den Gruppen Inn, Chiem und Ruperti einen Überblick.


Eine Botschaft gab Schraudner den Vereinen mit auf den Weg: »Wir handeln nicht im Geist des BFV, sondern wir werden die Vereine mit einbeziehen!« Der Bezirksvorsitzende blickte zurück: »Vor sechs bis acht Wochen hätten wir uns das nicht träumen lassen, dass es heute so ist.« Er stellte aber auch gleich klar, dass die Gesundheit oberste Priorität hat.

Anzeige

Die brennendste Frage der Vereine lautet derzeit sicherlich: Wie geht es weiter? Einen Masterplan konnte Schraudner mit seinen Mitstreitern Hauke und Mayer in der Videobotschaft nicht vorstellen. »Wir haben ein 3-Phasen-Modell«, erklärte der BFV-Vize. »Das geht über Training, dann Freundschaftsspiele zur Meisterschaft.« Aber auch das Abbruchszenario mit der Annullierung der Saison und einem Neustart wurde durchgesprochen. »Was ist dann mit Auf- und Absteigern? Da gibt es eine gewisse sportliche Ungerechtigkeit«.

Aber über alledem steht die Gesundheit. »Wir haben wöchentliche Sitzungen«, berichtete Schraudner, »wir werden von Woche zu Woche entscheiden und ziehen auch den Rat der Ärzte hinzu.« Er sicherte zu, dass die angekündigte 14-Tages-Frist vor einem Neubeginn eingehalten wird.

Er schweifte auch in den finanziellen Aspekt aus: Der BFV rechnet mit einem Verlust von 7,5 Millionen Euro, das ist ein Drittel des Haushalts. Es fehlen die Einnahmen der Meldungen, des Sportgerichts, der Lehrgänge und auch des Spielbetriebs. Momentan fließen auch die Abgaben der Profivereine nicht. »Wir streben aber zugleich auch vier Millionen Euro an Einsparungen an.«

Der BFV hat 80 hauptamtliche Mitarbeiter, wobei schon über Kurzarbeit nachgedacht wird. »Der Verband kann die Vereine nicht unterstützen«, brachte Schraudner es auf den Punkt. Er versuchte, dies auch zu erklären: »Wir haben 4500 Vereine, wenn wir jedem Hundert Euro geben würden, würde das Geld verpuffen und die Ausgaben würden sich auf 450.000 Euro belaufen.«

Darum forderte er die Vereine auf, sich beim Bayerischen Landessportverband (BLSV) zu melden. Das ist der Indikator für den Rettungsschirm. Er wies auch noch auf die Internetseite des BFV unter www.bfv.de hin, hier gibt es einen eigenen Corona-Katalog.

Er berichtete auch noch über die Rahmenbedingungen. Es müssen Fristen über den 30. Juni hinaus geändert werden. »Wenn ein Spieler sechs Monate nicht gespielt hat, ist er automatisch für einen aufnehmenden Verein frei. Dies wird aktuell eingefroren und wird eine Neuregelung geben.« Zudem ist bei einer Insolvenz der Abstieg ausgesetzt.

Für den Spielbetrieb gab es noch folgendes mit auf den Weg: Es werden alle sieben Bezirke mit ihren 22 Kreisen gleich spielen. »Wir werden nichts machen, in dem die Vereine dagegen sind.« Er will aber jetzt erstmal abwarten, was die Bayerische Staatsregierung am Ende der Osterferien entscheidet. td