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Eröffnungsspiel in Siegsdorf gegen Schönau

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So wollen sie auch in der kommenden Saison wieder jubeln: die Siegsdorfer Spieler (von links) Markus Mittermaier, Jonas Neuhofer und Patrick Petzka. Der TSV eröffnet am Freitag, 26. Juli, die Saison in der Fußball-Kreisliga II mit einem Heimspiel gegen die SG Schönau. (Foto: Weitz)

Die Kreisliga-Spiele im Fußball-Kreis Inn/Salzach werden in der neuen Saison von einem Schiedsrichter und zwei Assistenten geleitet. Mit 27:2 Stimmen sprachen sich die Kreisliga-Vereine für diesen Pilotversuch mit den Schiedsrichter-Gespannen aus, wie sie von der Bezirksliga aufwärts längst Standard sind. Der Preis dafür: Die C-Klassen werden nicht mehr mit neutralen Unparteiischen besetzt, die Heimvereine müssen den Schiedsrichter selbst stellen.


Kreisschiedsrichter-Obmann Sepp Kurzmeier (Ramerberg) warb für die Gespanne. Er hofft, dass junge Schiedsrichter eher am Ball bleiben, wenn sie zunächst einen erfahrenen Kreisliga-Referee an der Linie begleiten. Denn viele werfen schon nach kurzer Zeit wieder die Brocken hin. »Ich schicke keinen jungen Schiri mehr zu einem C-Klassen-Spiel – denn dann kann ich ihn gleich wieder von der Liste streichen«, sagte Kurzmeier. Doch um alle Spiele zu leiten, ist die Decke an Schiedsrichtern im Kreis dann zu kurz. Die 500 Unparteiischen pfeifen pro Jahr 13 000 Spiele. Besonders alarmierend für den Obmann: Von rund 220 Vereinen stellen 40 Prozent keinen einzigen Schiedsrichter, sogar unter den 29 Kreisligisten sind es acht. Gut ein Drittel der Schiris sind über 50 Jahre alt, »die meisten davon schon eher 60«, so Kurzmeier.

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In der Spitze steht der Kreis Inn/Salzach aber glänzend da. Michael Bacher (Amerang) pfeift in der II. Bundesliga und wird als Video-Assistent im »Kölner Keller« in der Bundesliga eingesetzt. In zwei oder drei Jahren könnte er in der I. Liga auch als Schiedsrichter selbst auf dem Platz stehen, hofft Kurzmeier. Zudem stellen die Gruppen Inn, Chiem und Ruperti zwei Regionalliga-, vier Bayernliga-, fünf Landesliga- und 14 Bezirksliga-Schiedsrichter. Michael Hochrinner (Grünthal) und Tobias Spindler (Ostermünchen) sind in die Bayernliga aufgestiegen, Benedikt Jany (Bernau), Felix Otter (Reichertsheim) und Patrick Schönherr (Piding) in die Landesliga. »Neuzugang« Patricia Simona Samsudean (Berchtesgaden), die für Rumänien bereits international im Einsatz war, winkt in der Frauen-Bundesliga.

Für das Kreissportgericht zeigte sich Hans Sickinger (Trostberg) zufrieden. Die abgeurteilten Fälle lagen 2018/19 knapp unter dem Niveau des Vorjahrs, die Hälfte davon machen die 269 Platzverweise aus. Angriffe auf die Schiedsrichter seien stark zurückgegangen, dagegen häufen sich die Anzeigen wegen unberechtigt eingesetzter Spieler. Dass immer mehr Vereine anonym beim Sportgericht angeschwärzt werden, ärgert die Kreisvorsitzende Carmen-Jutta Gardill (Pittenhart): »Das ist unfair.«

Auch die 100 Spielausfälle pro Saison landen beim Sportgericht, die meisten davon entfallen auf die C-Klassen. Damit diese Zahl sinkt, gilt dort 2019/20 das »Flex«-Modell. Wer absehbar zu wenig Spieler zur Verfügung hat, kann 48 Stunden vor Anpfiff bestimmen, dass mit »Neun gegen Neun« gespielt wird. Der einzige Preis dafür: Wer einmal diesen »Joker« zieht, kann nicht mehr aufsteigen.

»Ich bin der Neue«, stellte sich Kreisspielleiter Hans Mayer (Petting) vor und bedankte sich bei Gardill, die nach dem Rücktritt von Thomas Langner ein halbes Jahr die Doppelbelastung mit dem Spielbetrieb auf sich genommen hatte. Mayer bat um Geduld mit der fast komplett neuen Spielleiter-Mannschaft. »Wir sind nicht perfekt.«

Die Spielpläne zu erstellen und dabei »eine Flut von Terminwünschen« zu erfüllen, war Mayers erste große Aufgabe. Um ein Spiel am Freitagabend anzusetzen, brauchen die Vereine auch in der neuen Kreisliga-Saison nicht die Zustimmung des Gegners. Am Freitag, 26. Juli, beginnt die Spielzeit mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem TSV Siegsdorf und dem Bezirksliga-Absteiger SG Schönau. Die Derbys zwischen Hammerau und Piding sowie zwischen Altenmarkt und Traunreut werden verlegt. In der Kreisliga I, die wie alle anderen Ligen im Kreis erst zwei Wochen später startet, steht zum Auftakt das Lokalderby zwischen Absteiger ASV Au und Bad Aibling im Mittelpunkt. ah

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