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»Eklatante Fehler«: Deutliche Niederlage für den SB Chiemgau

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Traunsteins Mike Opara hatte zwar gute Möglichkeiten, Hallbergmoos nutzte aber die Fehler des SB Chiemgau eiskalt aus und gewann mit 4:0. (Foto: Butzhammer)

Der SB Chiemgau Traunstein hat seinen Saisonauftakt in der Fußball-Landesliga Südost mit 0:4 beim VfB Hallbergmoos verloren. »Das Ergebnis spiegelt aber in keiner Weise das Spiel wider«, betont Traunsteins Trainer David Balogh. »Man hat gemerkt, dass wir eine junge Mannschaft haben. Aber sie hat das toll gemacht.«


Jedoch leisteten sich die Traunsteiner in der ersten Hälfte zu viele Fehler. »Diese individuellen Fehler haben uns wehgetan«, sagt David Balogh. »Ich hätte früher wechseln und umstellen müssen. Die Niederlage nehme ich auf meine Kappe.« Die Fehler ärgerten auch Traunsteins Sportlichen Leiter Uli Habl: »Die Niederlage war hausgemacht«, kritisiert er. »Hallbergmoos hat mich nicht überzeugt, da wäre sicher mehr möglich gewesen. Deshalb bin ich natürlich enttäuscht.«

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Fabian Diranko verpasste nach einem guten Start beider Mannschaften alleine vor SBC-Torwart Ilija Tomic zunächst noch die Führung für die Gastgeber (30. Minute), Malcom Olwa-Luta war nur kurz darauf erfolgreicher und vollendete einen Konter zum 1:0 (36.). Hallbergmoos legte dann schnell nach: Daniel Bauer erhöhte in der 37.  Minute auf 2:0.

Kurz vor der Pause hatte Traunsteins Ivan Savric noch die Chance zum Anschluss, sein Freistoß landete aber am Kreuzeck. »Wenn wir das 2:1 machen, schaffen wir auch den Ausgleich«, ist David Balogh überzeugt. So aber blieb es beim 2:0 zur Pause.

Die Traunsteiner stellten ihr System in der zweiten Hälfte um und waren nun die tonangebende Mannschaft auf dem Platz. »Nach der taktischen Umstellung war die zweite Halbzeit wirklich gut«, sagt Uli Habl. »Wir haben nur versäumt, ein Tor zu machen. Aber in der ersten Halbzeit war die Mannschaft einfach zu naiv und fahrlässig. Da darf man sich über solche Tore nicht wundern.«

Maximilian Vogl traf in der zweiten Hälfte bei seinem Schuss aus 25 Metern den Ball nicht richtig und als Mike Opara nach einem Zuspiel von Yannick Beyouma Beyouma den Ball in den Strafraum brachte, war VfB-Torwart Ferdinand Kozel rechtzeitig zur Stelle. Die Traunsteiner hatten allerdings ein klares Handspiel eines Hallbergmooser Abwehrspielers gesehen, die Pfeife des Schiedsrichters blieb jedoch stumm. »Es gab einige Entscheidungen, mit denen wir hadern«, meint David Balogh. Dazu zählte auch eine Situation vor dem 4:0: Als ein Hallbergmooser Spieler bei dem Angriff den Ball an die Hand bekam, »haben wir für eine Sekunde abgeschaltet«, sagt der SBC-Trainer. Doch der Pfiff blieb aus und die Gastgeber nutzten ihre Chance – Fabian Diranko erzielte den 4:0-Endstand (88.).

Kurz zuvor war erneut Malcom Olwa-Luta erfolgreich gewesen: Er sah, dass Ilija Tomic zu weit vor seinem Tor stand und zog von der Mittellinie ab. Der SBC-Torwart rutschte auch noch weg und kam nicht mehr an den Ball – mit dem 3:0 war die Partie bereits entschieden. »Das war der K.o.-Schlag für uns«, sagt David Balogh. Dabei sei seine Mannschaft in der zweiten Hälfte am Anschluss dran gewesen. »In der zweiten Halbzeit hatten wir fast 90 Prozent Spielanteil und haben fußballerisch gezeigt, was wir können. Das haben wir in der ersten Halbzeit leider vermissen lassen.«

Trotzdem mache das Auftreten Mut, wie der Trainer betont: »Wir haben gegen einen Champion verloren, aber für uns fühlt sich das nicht an wie eine Niederlage.« Selbst vom gegnerischen Trainer habe es nach dem Spiel Lob für die junge Traunsteiner Mannschaft gegeben »Wir können das richtig einordnen: Das Ergebnis fällt ein bisschen zu hoch aus – ein 2:1 wäre verdient und selbst ein 2:2 in Ordnung gewesen«, erklärt David Balogh. »Jetzt sind die Jungs gegen Kastl gefragt.«

Uli Habl hofft ebenfalls, dass die Traunsteiner bereits am Dienstag im ersten Saisonheimspiel gegen den TSV (Anstoß ist um 19 Uhr) einen anderen Auftritt hinlegen: »Wir haben den entsprechenden Kader, die Mannschaft ist absolut konkurrenzfähig. Aber das Spiel in Hallbergmoos sollte allen Beteiligten eine Lehre sein.« Vier Kontertore sprechen für den Sportlichen Leiter eine klare Sprache: »Wir sind ins Spiel gegangen, als wären wir der Favorit und sind ins offene Messer gelaufen. Man muss die Liga schon annehmen und Respekt vor ihr haben.«

Besonders ärgert ihn, dass »Hallbergmoos fußballerisch sicher nicht besser war als wir. Wenn es zur Halbzeit 0:0 steht, wäre alles möglich gewesen. Solche eklatante Fehler können wir uns in dieser Liga nicht erlauben. Wir sind in Schönheit gestorben und haben am Ende nichts auf dem Konto.« Dabei sei auch klar: »Für uns heißt es Punkte sammeln, um die Klasse zu halten. Wir haben nicht verloren, weil Hallbergmoos so stark war, sondern weil wir solche Fehler gemacht haben.«

VfB Hallbergmoos: Kozel, Michael Schrödl, Zeisl, Mömkes, Beierkuhnlein, Neudecker (66. Mangasaros), Kostorz, Bauer (78. Willberger), Diranko, Arzberger (59. Florian Schrödl), Olwa-Luta.

SB Chiemgau Traunstein: Tomic, Schön, Fenninger, Weixler (46. Mustafic), Galler (65. Beyouma), Vogl, Schwarz, Topic, Savric, Opara, Divkovic (46. Finkenthei).

Tore: 1:0 Olwa-Luta (36.), 2:0 Bauer (37.), 3:0 Olwa-Luta (88.), 4:0 Diranko (87.).

Schiedsrichter: Gürkan Günebakan (FC Alemannia München).

Zuschauer: 268. jom