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Ein Spitzenspiel der besonderen Art

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Er hofft mit dem SV Kirchanschöring auf eine Überraschung beim Spitzenreiter: Lukas Pöllner. (Foto: Butzhammer)

Im Lager des SV Kirchanschöring weiß man nicht so recht, ob man sich auf das Gastspiel beim SV Türkgücü-Ataspor München freuen soll oder nicht: Am Sonntag (Anstoß um 16 Uhr in Heimstetten bei München) treten die Schützlinge von Trainer Michael Kostner nämlich beim souveränen Tabellenführer der Fußball-Bayernliga Süd an.


Der Gastgeber führt das Klassement mit zehn Zählern Vorsprung auf den SV Pullach an und ist auch aufgrund seines Luxus-Kaders klarer Favorit auf den Sprung in die Regionalliga Bayern.

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Zudem haben die Gelb-Schwarzen den Spitzenreiter im Hinrunden-Duell extrem geärgert, denn am Ende stand ein 1:0-Heimsieg im Stadion an der Laufener Straße zu Buche – ein triftiger Grund also für die Türken, im Rückspiel Vollgas zu geben und Revanche zu nehmen. Kostner erinnert sich ans Hinspiel: »Da müssen wir schon ehrlich sein, dass unser Sieg glücklich war – wir hätten ja nach einer Viertelstunde schon 0:4 hinten liegen können. Das war schon der Wahnsinn, was für Chancen sie da vergeben haben. Dominic Zmugg hat damals überragend gehalten.« Und so nutzte der SVK die Gunst der Stunde, stabilisierte sich im zweiten Durchgang und kam durch das entscheidende Tor von Maximilian Vogl zum 1:0-Überraschungserfolg.

Allerdings kann Vogl dieses Kunststück diesmal auf keinen Fall wiederholen, denn er ist privat verhindert. Ob Albert Deiter (erkältet), am vergangenen Wochenende Siegesgarant gegen den SSV Jahn Regensburg II (1:0), auflaufen kann, ist obendrein fraglich.

Trotzdem können die Kirchanschöringer mit breiter Brust im Heimstettener Sportpark antreten. Schließlich führen sie mit einer Traumbilanz von sechs Siegen und einem Remis die Rückrundentabelle der Liga an. In dieser nehmen die Mannen von Türkgücüs Trainer Andreas Pummer übrigens nur Position fünf ein (Bilanz: 3-2-2).

Insgesamt blieben die SVK-Spieler um Kapitän Albert Eder sogar in den letzten neun Begegnungen (sechs Siege, drei Unentschieden) ungeschlagen. In dieser Phase haben sie den Klassenerhalt fast schon in trockene Tücher gebracht. Momentan beträgt der Vorsprung des SVK auf die Abstiegszone neun Punkte – dieses Polster sollte man nicht mehr verspielen.

Die Türken haben sich im bisherigen Verlauf des Kalenderjahres 2019 auch noch nicht als jene Übermacht erwiesen, die sie eigentlich sein wollen. Der 1:3-Niederlage bei der DJK Vilzing folgte vor 14 Tagen ein 2:2-Heimremis gegen den TSV Nördlingen. Das jüngste Gastspiel bei Schlusslicht TuS Holzkirchen wurde abgesagt.

Doch auch wenn es jüngst nicht optimal lief für die Landeshauptstädter, so sind viele Experten felsenfest überzeugt, dass die Pummer-Elf – in der ja mehrere Klasse-Leute wie Orhan Akkurt oder Sebastian Mitterhuber zu finden sind – nichts mehr anbrennen lässt und den Aufstieg in die Regionalliga feiern wird. Möglicherweise schon ein paar Runden vor dem Saisonende.

Diese Möglichkeit sieht natürlich auch Michael Kostner, der die Partie deshalb intern als »ein Spiel mit Pokal-Charakter« bezeichnet hat. Soll heißen: »Wir spielen zwar in der selben Liga, doch die Voraussetzungen sind ganz andere.« Dennoch wolle man sich am Sonntag »nicht verstecken, auch wenn es natürlich Priorität hat, den Gegner nicht ins Rollen kommen zu lassen.« Kostner ergänzt selbstbewusst: »Auch wir können kicken, und meine Jungs sind heiß darauf, für eine neuerliche Überraschung zu sorgen.«

Obwohl die Null auch gegen den Jahn wieder stand (jahresübergreifend zum vierten Mal in Folge), muss Keeper Stefan Schönberger um seinen Platz zwischen den Pfosten bangen. Ähnlich wie in der Vorwoche (als er nicht zustande kam), so sei auch diesmal ein Torwartwechsel möglich – vor allem auch deshalb, weil Zmugg in der Vorrunde so stark hielt.

Fans, die nicht nach Heimstetten reisen können, können übrigens das Spiel am Sonntag ab 15.45 Uhr bei einem Public Viewing auf der Leinwand im SVK-Sportheim verfolgen. »Ich würde mich freuen, wenn viele Anhänger diese Möglichkeit wahrnehmen«, sagt Simon Wadislohner aus der Abteilungsleitung. cs