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Die erste Pause für die Ruperti-Hallenturniere

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Stefan Fritzenwenger organisiert in diesem Winter zum ersten Mal seit 36 Jahren keine Hallenturniere.

Winterpause bedeutet für die Fußball-Junioren der Gruppe Ruperti in diesem Jahr tatsächlich genau das: Pause. Denn auch die Wieninger-Libella-Hallenturniere finden nicht statt. »Wir könnten die Auflagen einfach nicht erfüllen«, betont Organisator Stefan Fritzenwenger. Die Vereine seien bereits informiert.

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Im Frühjahr war die 47. Auflage des laut Organisator größten Hallenturniers in ganz Bayern noch vor dem ersten Lockdown zu Ende gegangen, nun verhindern die Einschränkungen, dass die Vereine mit ihren A- bis F-Junioren sowie Zweiten Junioren-Mannschaften um die Siege in ihren Altersklassen kämpfen – zum ersten Mal in der Geschichte der Turnierserie. »Wir hatten sonst höchstens mal Unterbrechungen wegen des Schneechaos'«, erinnert sich Stefan Fritzenwenger.

Die Vorbereitung beginnt im Oktober

Normalerweise beginnt er im Oktober mit der Vorbereitung für die Turniere, fragt Vereine und Hallen ab. »Es war aber schon absehbar, dass es nichts wird«, sagt der 73-Jährige. »Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder geht.« Zumindest hätten auch die Sponsoren bereits signalisiert, ihr Engagement fortzusetzen. »Ich bedaure das schon, weil die Turniere immer ein Highlight waren«, erklärt der Organisator. »Aber die Gesundheit geht vor und die Turniere mit Gewalt durchzuziehen, wollte ich nicht. Die Turniere sind nur interessant, wenn auch alle Mannschaften teilnehmen können, die Interesse haben.«

Genau deshalb gebe es auch immer die Turniere für Zweite Mannschaften: »Es war von Anfang an ein wichtiger Punkt, dass alle Spieler zum Einsatz kommen und die Vereine mit den Turnieren den langen Winter überbrücken können«, sagt Stefan Fritzenwenger.

Langweilig werde ihm ohne die Turniere im Winter nicht. »Ich habe genug Ehrenämter.« Stefan Fritzenwenger, der am Sonntag seinen 73. Geburtstag gefeiert hat, trainiert Jugend-Fußballmannschaften beim SV Oberteisendorf, engagiert sich als Kirchenpfleger und ist Vorsitzender der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Oberteisendorf. »Ich finde immer etwas«, sagt er und lacht.

Vor 36 Jahren hat er als Jugendspielgruppenleiter der Gruppe Ruperti die Organisation der Turniere übernommen, an denen inzwischen rund 70 bis 80 Prozent aller Vereine der Gruppe teilnehmen, die auch im Freien antreten. »Es gibt ein paar Vereine, die nichts von der Halle halten«, weiß Stefan Fritzenwenger. Trotzdem hatten sich an den im Frühjahr zu Ende gegangenen Turnieren 231 Mannschaften mit etwa 2300 Spielern beteiligt. »Wir hatten auch schon 350 Mannschaften«, erzählt der Turnier-Organisator. Die Zahlen seien aber auch rückläufig, weil es immer weniger Teams und mehr Spielgemeinschaften gebe. »100 Mannschaften mehr wären aber auch kein Problem.«

Während Stefan Fritzenwenger die Termine abstimmt und Spielpläne erstellt, müssen die Vereine die Hallen zur Verfügung stellen und die Zuschauer versorgen. »Da hängt schon was dran«, weiß der 73-Jährige. »Ich habe aber wirklich Glück, dass die Vereine mit geeigneten Hallen so toll mitziehen. Ich bekomme immer mindestens dreimal so viele Termine angeboten, wie ich brauche.«

»Ich habe das immer für meine Vereine gemacht«

So stehe Anfang November das »Grobgerüst« für die Turniere – dabei kann Stefan Fritzenwenger auf ein Programm zurückgreifen, das Markus Schrobenhauser extra für die Turniere entwickelt hat, um die Spielpläne zu erstellen. Die Teilnehmer kommen ausschließlich aus der Gruppe Ruperti, Ausnahmen gebe es nur ganz selten. »Es war nicht mein Bestreben, die Turniere nach außen zu öffnen«, erklärt Stefan Fritzenwenger. »Ich habe das immer für meine Vereine gemacht.« Schließlich war er 38 Jahre lang Jugendspielgruppenleiter für die Gruppe Ruperti im Fußballkreis Inn/Salzach und organisierte die Turniere zusätzlich zu den Verbandsspielen. »Sie sind von Anfang an gut angenommen worden und inzwischen eine Selbstverständlichkeit.«

Mit 70 Jahren musste Stefan Fritzenwenger sein Amt zwar abgeben, um die Hallenturniere kümmert er sich aber weiterhin – mit großem Erfolg. »Die Vereine sind sehr zufrieden mit den Zuschauerzahlen und ich erlebe bei den Endrunden eine gute Stimmung«, erklärt der Organisator. »Die Anmeldungen sind von Jahr zu Jahr etwa gleich hoch.«

Deshalb hat Stefan Fritzenwenger auch nie daran gedacht, aufzuhören. »Dieser Gedanke war nie da«, betont er. »Es gibt genügend Leute in den Vereinen, die mich unterstützen.« Wie viel Zeit er in die Organisation steckt, weiß der 73-Jährige gar nicht genau. »Wenn mir etwas Spaß macht, schaue ich nicht auf die Uhr oder schreibe Stunden auf.« Zudem kann er die Arbeiten von Zuhause erledigen. »Wichtig ist, dass meine Frau und meine Familie mitspielen«, sagt er.

An das 50. Jubiläum der Hallenturniere denkt Stefan Fritzenwenger aber noch nicht. »Wenn die 50 voll sind, wird es ein Turnier wie jedes Jahr geben«, erklärt er. Von mir aus ist da nichts Besonderes geplant.« Denn auch ohne große Feier wird dem Organisator so schnell nicht langweilig. jom