Der SVK bleibt im Ausnahmezustand

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Er nahm mit Erfolg Maß: Lukas Pöllner traf in dieser Szene per Freistoß zum 2:1 für den SV Kirchanschöring. (Foto: Butzhammer)

Der SV Kirchanschöring punktet weiter fleißig in der Fußball-Bayernliga Süd. Diesmal bezwangen die Gelb-Schwarzen den TSV Kottern vor 426 Zuschauern mit 3:1.


»Man will im Fußball ja immer alles irgendwie erklärt haben und es verstehen. Manchmal ist es dann aber einfach der Spirit einer Mannschaft, der die Spiele auf deren Seite zieht«, so Gästetrainer Matthias Günes. Weiter analysierte er: »Beiden Teams war der Respekt voreinander anzumerken. Nach der ausgeglichenen ersten Halbzeit hat Kirchanschöring dann eine Überlegenheit aufgebaut, keine spielerische, sondern von der Wucht her. Mit Disziplin, Struktur und Leidenschaft – und auch wenn der Freistoß zum 2:1 glücklich fällt: Wenn sich solche Dinge wiederholen, ist es auch kein Zufall mehr.«

Und tatsächlich, bei genauerem Hinsehen ergeben sich deutliche Parallelen zu dem Heimspiel gegen Dachau vor zwei Wochen. Der erste Standard führte zur Führung und am Ende machte Manuel Omela-nowsky (90.) per Elfmeter den Deckel drauf. Welches Personal dabei auf dem Platz steht, scheint dabei gerade eine untergeordnete Rolle zu spielen, die Abläufe sitzen. Yasin Gürcan, mal wieder von Beginn an mit dabei, schlug einen scharfen Eckball in die vielbesetzte Gefahrenzone vor dem Tor. Aus dem Getümmel ging Luca Obirei als Sieger im Luftduell hervor und köpfte den Ball zum 1:0 (5.) ins kurze Eck. Ein Start nach Maß.

Ansonsten bearbeiteten sich die Teams mit Vorsicht, »wir wollten den Ball gar nicht immer haben«, so SVK-Trainer Mario Demmelbauer. Der Gast aus Kottern wusste um das gute Konterspiel des SVK und ging sehr behutsam mit seinem eigenen Ballbesitz um. Trotzdem hätte es fast ein zweites Mal geklingelt. Julian Galler zog nach einem schön vorgetragenen Angriff über rechts ab, doch sein satter Linksschuss wurde von Torhüter Antonio Mormone in Handballmanier entschärft (17.).

Die Gäste kamen zum Ausgleich: Die Allgäuer kombinierten sich fast bis an die Grundlinie, und letztlich spitzelte Achim Speiser das Leder nach einer flachen Hereingabe flach ins Eck – 1:1. Für SVK-Torhüter Florian Krammer gab´s da nichts zu halten. Der Vertreter von Stammtorhüter Egon Weber machte seine Sache wieder gut. Mario Demmelbauer beschwor in der Pause seine Truppe, »noch intensiver die Zweikämpfe zu führen, noch mehr zu laufen.« Und das setzte die Mannschaft um. Zunächst wurde Linksverteidiger Thorsten Nicklas per Spielverlagerung schön in Szene gesetzt, drosch den Ball aber an den Pfosten (47.). Daraus entstand sogar ein Konter, doch Luca Obirei spitzelte in dieser Unterzahl-Situation noch Roland Fichtl im letzten Moment den Ball vom Fuß.

So musste für den SVK dann eben wieder ein Standard her: Omelanowsky wurde an der Strafraumkante gefoult, Lukas Pöllner schoss flach unter der Mauer hindurch zum 2:1 (69.) ein, wobei der Ball noch leicht abgefälscht wurde.

Christoph Dinkelbach – kam für Startelfdebütant Maxi Hosp und stabilisierte in gewohnter Manier das Team. In der Offensive war er dann einen Schritt schneller als sein Gegenspieler und wurde von diesem getroffen. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte wiederum Manuel Omelanowsky (wie vor zwei Wochen gegen Dachau) souverän und traf zum 3:1-Endstand (91.).

SV Kirchanschöring: Krammer, Pöllner, Obirei, Vogl, Nicklas (84. Urban), Mühlbacher, Galler (63. Schmitzberger), Gürcan (63. Dinkelbach), Hosp (78. Huber), Peter (46. Sternhuber), Omelanowsky.

TSV Kottern: Mormone, Kaya, Jocham, Geiger (74. Szostak), Fichtl (78. Meisinger), Beutel (84. Dusch), Miller, Özden (46. Rausch), Speiser, Wujewitsch, Schad (63. Lutz).

Tore: 1:0 Obirei (5.), 1:1 Speiser (26.), 2:1 Pöllner (69.), 3:1 Omelanowsky (91.).

Zuschauer: 426.

Schiedsrichter: Tobias Wittmann.

bts