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Der Ersatztorwart als Torjäger

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Er kam nach dem verletzungsbedingten Aus von Max Willinger als Feldspieler zum Einsatz und erzielte sogar das einzige Tor für den SVK: SVK-Ersatztorwart Dominic Zmugg (rechts). (Foto: Wengler)

Ersatzgeschwächt reisten die Gelb-Schwarzen des SV Kirchanschöring ins nördliche Schwaben zum letzten Saisonspiel in der Fußball-Bayernliga Süd. Dort erlebten die mitgereisten Fans eine ungewohnte Elf. 1:1 (0:0) hieß es am Ende dieser letzten Bayernliga-Begegnung vor 350 Zuschauern in der Gerd-Müller-Arena, beim Heimatverein des »Bombers der Nation« aus längst vergangenen Fußball-Zeiten.


Die Hausherren hatten nach nur drei Minuten die erste große Chance, aber Stefan Schönberger im Kasten bewahrte den SVK vor einem Rückstand. Die Elf von Michael Kostner und Alex Harsch kam in der ersten Halbzeit öfter vor das Tor der Nordschwaben. Die dickste Gelegenheit hatte Manuel Jung, aber da war Torwart Daniel Martin zur Stelle (20.). Die Nördlinger waren ihrerseits durch Alexander Schröter an der Führung dran (32.), Daniel Holzmann scheiterte nach einem Konter über rechts (36.).

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Nun folgte eine Geschichte, die wohl nur der Fußball schreiben kann: Max Willinger verletzte sich in seinem letzten Spiel vor dem Karriere-Ende und musste ausgewechselt werden. Da beim SVK nur Ersatzkeeper Dominic Zmugg und AH-Mann Gerhard Feil auf der Reservebank saßen, musste Zmugg für Willinger ein Spielertrikot überziehen (39.).

Nach der Pause waren gerade zwei Minuten gespielt, da setzte sich Manuel Omelanowsky bis zur Grundlinie durch. Er passte in die Mitte und dort stand der eigentliche Ersatztorwart Zmugg und schob das Leder aus der Drehung ganz cool zum 1:0 für den SVK ein (49.).

Während die Rieser nun reihenweise ihre verdienten Spieler mit Applaus der Zuschauer verabschiedeten, fiel der Ausgleich: Quasi aus dem Gewusel über rechts landete das Leder irgendwie im linken Teil des SVK-Tores zum 1:1 (57.). Insgesamt wirkten die Kirchanschöringer aber aggressiver und wollten mehr. Albert Deiter stand nach einer Hereingabe von Manuel Omelanowsky frei vor Torwart Martin, der aber glänzend reagierte (70.). Auf der Gegenseite glänzte wieder Schönberger, der gegen Alexander Schröter parierte (74.). Vier Minuten später war »Schönes« erneut mit beiden Händen zur Stelle.

Kurz vor dem Schlusspfiff wurde Zmugg dann im SVK-Sturm abgelöst. Kostner und Harsch brachten AH-Spieler Feil als letzten und einzigen Ersatzspieler so quasi zur Erfüllung eines Jugendtraums, denn der hatte in seiner aktiven Zeit »in der Bayernliga spielen« als Ziel auserkoren.

Fast hätte der »Feili« dann in der 88. Minute doch glatt den Siegtreffer erzielt, kam aber um Zentimeter nicht ans Leder (88.). »Wir haben uns hier gut präsentiert«, befand SVK-Co-Trainer Harsch nach dem Schlusspfiff. Er sprach von einer »läuferisch und spielerisch guten Leistung« der Gäste. Mit dem 1:1 »können wir auch gut leben.« Harsch und Cheftrainer Kostner äußerten unisono der Mannschaft gegenüber »großen Respekt, nicht nur diesmal unter diesen Bedingungen, sondern auch im Rückblick auf die ganze Saison.«

TSV 1861 Nördlingen: Martin, Käser, Holzmann, Buser, Halbmeyer, Lamprecht (53. Michel), Raab (55. Mayer), Dewein (48. Meyer), Schröter, Geiß, Schmidt.

SV Kirchanschöring: Schönberger, Janietz, Ban, Peter, Streibl, Deiter, Willinger (39. Zmugg/86. Feil), Pöllner, Omelanowsky, Urban, Jung.

Tore: 0:1 Zmugg (49.), 1:1 Ban (57./ Eigentor).

Schiedsrichter: Mario Hofmann (SpVgg/DJK Heroldsbach-Thurn).

Zuschauer: 350. mw