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Aufsteiger Teisendorf lässt den ESV zittern

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Ein eher seltenes Bild während des Bezirksliga-Startderbys im ESV-Stadion: Freilassings enorm starker Edeltechniker Viktor Vasas muss Gästeangreifer Markus Aicher verfolgen. (Foto: Bittner)

Ein hartes Stück Arbeit war es für den ESV Freilassing das Spiel gegen den TSV Teisendorf zum Saisonstart in der Fußball-Bezirksliga Ost. Der starke Neuling hielt gut mit, letztlich aber gewann der ESV vor 500 Zuschauern mit 3:1.


Wer dabei nur zwei Minuten zu spät ins ESV-Stadion kam, hatte die Hälfte der Tore bereits verpasst. Stefan Hoiß traf bereits nach exakt 19 Sekunden für die Teisendorfer. TSV-Kapitän Raimund Gasser hatte den Ball fast vom eigenen Strafraum aus weit in die gegnerische Hälfte gebracht. Dort misslang Tobias Schindler die Kopfball-Abwehr und Simon Schlosser drosch über den Ball. Dieser sprang zu Hoiß, der mit einem Außenristschuss sehenswert vollendete - 0:1 (1.).

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Doch nach einem Freistoß von Denis Krojer bugsierte Viktor Vasas den Ball ins Netz - 1:1 (2.). Kurz darauf verhinderte TSV-Torhüter Patrick Brunold einen möglichen Rückstand – Simon Schlosser hatte fulminant abgezogen (13.). Stück für Stück erarbeitete sich die routiniertere Mannschaft des ESV die Oberhand. Gleichwohl stand Teisendorf kompakt, ließ der Elf von Franz Pritzl wenig Räume. Zudem hielt Brunold einen 18-Meter-Kracher (33.) von Viktor Vasas top. Gar 39 Minuten dauerte es, ehe der zweite Torschuss der Teisendorfer durch Dennis Freudenreich für Raunen auf der Tribüne sorgte. Der erste Durchgang war trotz des 1:1-Halbzeitstands klar an den ESV gegangen.

Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte zunächst der Aufsteiger für Aufsehen: Christoph Mitterauer flankte auf Timo Fritzenwenger, der völlig frei an Schlussmann Hauthaler hängenblieb (51.). Kurz darauf musste Andi Högler Kopf und Kragen riskieren, um bei einer Riesen-Gelegenheit durch Hoiß noch ein Abwehrbein dazwischen zu bekommen (52.). Teisendorf krönte seine beste Phase aber nicht: Timo Fritzenwenger ließ sich abdrängen (54.), Augenblicke darauf scheiterte Dennis Freudenreich völlig frei an Torwart Hauthaler. Das punktgenaue 50 Meter-Zuspiel war von Neuzugang Tom Burghartswieser gekommen.

Diese Gelegenheiten waren der Weckruf für die heimische Elf, die vom kommenden Derby-Gegner am Mittwoch – dem SV Saaldorf – ganz genau beobachtet wurde: Franz Pritzl brachte Daniel Leitz (62.) nach längerer Verletzungspause ins Spiel und wechselte mit ihm den Sieg ein. Denn schlagartig kam wieder mehr Zug in die ESV-Bemühungen. Jetzt trumpfte auch Viktor Vasas wieder auf, der nach einer starken ersten Hälfte etwas untergetaucht war. Nach einer Flanke von Leitz auf den völlig freistehenden Vasas zog dieser ab – stark abgefälscht landete das Leder zum 2:1 (76.) im Netz.

Fünf Minuten darauf brachte Gästetrainer Andi Brandl Daniel Stippel als zweiten Stürmer neben dem unermüdlichen Christoph Mitterauer in die Partie. Doch seine Truppe schaffte keine Wende mehr, fünf weitere Minuten später fiel die Entscheidung: Mit einem herrlichen Trick verschaffte sich Vasas viel Platz und flankte perfekt auf Leitz, der aus vollem Lauf zum 3:1 (87.) ins lange Eck köpfte.

Bei diesem Spielstand blieb es. »Wenn ihr so weiterspielt, habt ihr hier keine Probleme«, tröstete Denis Krojer seinen Kapitänskollegen auf Teisendorfer Seite, Raimund Gasser. Für Teisendorfs Abteilungsleiter Moritz Bauregger war von vornherein klar: »Wir müssen uns in dieser Liga erst noch finden – und zurechtfinden.« TSV-Trainer Andreas Brandl ergänzte: »Es war im Endeffekt ein bitterer Auftakt für uns. Klar, der ESV war in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Nach der Pause hatten wir vier hervorragende Chancen, machen sie aber nicht. Und dann bekommst du so ein blödes, abgefälschtes 1:2. Ich meine, dass ein Unentschieden gerecht gewesen wäre, aber im Fußball wird nun mal nach Toren abgerechnet. Wir haben jedoch gesehen, dass wir in der Liga mitspielen können. Jetzt heißt es für uns, am Mittwoch daheim gegen Waldkraiburg den ersten Sieg zu holen.«

Franz Pritzl war erleichtert: »Unser Sieg war sicher verdient, auch wenn wir nach der Pause brutal gebettelt haben – wenn Teisendorf hier das absolut mögliche 2:1 macht, geht’s vermutlich anders aus.« Geärgert hatte sich Pritzl über das 0:1 nach 19 Sekunden: »Wir wussten, dass sie das oft so machen. Und ich hatte meine Leute genau davor noch eindringlich gewarnt.« bit