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Monza-Triumph für Hamilton «das Sahnehäubchen»

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Monza-Sieger Lewis Hamilton ist ein gefragter Mann. Foto: Valdrin Xhemaj Foto: dpa

Monza (dpa) - Breit grinsend und in beinahe perfektem Italienisch sprach Lewis Hamilton nach der Champagnerdusche zu den tobenden Tifosi vom Siegespodest herunter: «Ciao a tutti. Es ist toll, hier zu gewinnen.»


Mit seinem traumhaften Triumph beim prestigeträchtigen Hochgeschwindigkeitsklassiker in Monza meldete sich der McLaren-Pilot eindrucksvoll im Formel-1-Titelrennen zurück. «Hier zu gewinnen ist das Sahnehäubchen.» Teamchef Martin Whitmarsh lobte seinen Fahrer: «Lewis hat das Rennen kontrolliert und einen super Job gemacht.»

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Seine Liebe zum Ferrari-Land drückte Hamilton mit einer auf seinen Helm lackierten italienischen Flagge aus - für einen britischen Formel-1-Piloten in einem britischen Team etwas ungewöhnlich. «Das war ein Zeichen des Respekts», begründete er dieses Design.

Bei der spontanen Siegesfeier an der McLaren-Garage herrschte dann eher unterkühlte Stimmung. Hamilton jubelte nicht, lachte kaum. Die Umarmung mit Teamchef Whitmarsh wirkte eher gezwungen. Pechvogel Jenson Button war wesentlich lockerer und fröhlicher. Dabei hätte der Spa-Sieger allen Grund zu Riesenfrust gehabt: Wegen Problemen mit der Benzinpumpe musste er aufgeben und verlor so den scheinbar sicheren zweiten Platz, wodurch der Champion von 2009 auch im Titelrennen aussichtslos zurückfiel.

Hamilton ist dagegen wieder voll im Geschäft. Der Weltmeister von 2008 ist dank seines dritten Saisonsiegs plötzlich erster Verfolger Fernando Alonsos. Vor dem Großen Preis von Singapur führt der Ferrari-Fahrer mit 179 Punkten vor dem McLaren-Rivalen (142). Aber in den zurückliegenden drei Grand Prix verkürzte der da zweimal erfolgreiche Hamilton den Rückstand auf den Spanier um 25 Punkte.

Holt Hamilton bei sieben noch ausstehenden Rennen weiter in diesem Tempo auf, wäre er am Schluss der neue Champion. So weit will der 27-Jährige jedoch derzeit nicht denken, auch wenn McLaren eindeutig das Team der Stunde ist: Hamilton - Button - Hamilton lauten die Sieger der zurückliegenden drei WM-Läufe. «Schön, dass es mal ein entspannter Grand Prix war, ohne Probleme», erinnerte Hamilton an seinen Ausfall in Belgien vor einer Woche. Ohne diesen Nuller wäre sein Rückstand auf Alonso sogar noch geringer, wobei dieser dort ebenfalls schuldloses Opfer des Startcrashs war.

Auch wenn die eher frostige Atmosphäre beim Gruppenfoto nicht unbedingt für eine Vertragsverlängerung Hamiltons spricht, wäre der Monza-Sieger schlecht beraten, als Michael Schumachers Nachfolger zu Mercedes zu wechseln, sollte der Rekordweltmeister aus Kerpen nach dieser Saison tatsächlich seine Karriere beenden.

Schließlich gilt der McLaren aktuell als bester Bolide. Vielleicht spekuliert der nach diesem Jahr vertragsfreie Hamilton aber auch auf ein Cockpit bei Ferrari, wo Felipe Massa auf der Kippe steht. Die grün-weiß-roten Farben auf seinem Kopfschutz könnten ein Indiz dafür sein. «Kein Kommentar», hatte Hamilton im Vorfeld des italienischen Grand Prix alle Fragen nach einem möglichen Wechsel zu Mercedes abgeschmettert. «Ich habe keine Deadline und bin in einer guten Position.» Nach Ferrari hatte keiner gefragt. McLaren will den Piloten mit dem Rapper-Image unbedingt halten - an interessanten Alternativen scheint es ihm aber nicht zu mangeln.