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Haug zu Schumacher: Eventualitäten einbeziehen

Monza (dpa) - Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat Verständnis für die Spekulationen um Michael Schumachers Formel-1-Zukunft und um Lewis Hamilton als dessen möglichen Nachfolger im Silberpfeil.

Fahrerfrage
Eine Abgang von Michael Schumacher (l) wird von Mercedes-Motorsportchef Haug (r) nicht bestätigt. Foto: Valdrin Xhemaj Foto: dpa

«So lange Plätze frei sind, muss man damit rechnen», sagte er in Monza. «Es ist naheliegend, dass man spekuliert. Wir haben die Gerüchte nicht gestreut, aber man muss damit leben.»

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Der ehemalige Teamchef Eddie Jordan hatte behauptet, es sei bereits entschieden, dass Hamilton ab 2013 für Schumacher bei Mercedes fahre. Der Vertrag des Briten bei McLaren endet ebenso wie der Kontrakt des Rekordweltmeisters bei Mercedes. Der 43-jährige Kerpener will frühestens im Oktober entscheiden, ob er weiterfährt.

Haug versicherte vor dem Großen Preis von Italien: «Fix ist nix.» Sobald die Fahrerfrage entschieden sei, werde die Öffentlichkeit informiert. «Es ist eine gemeinsame Entscheidung.» Schumacher hatte in Monza ebenfalls erklärt, dass das Team und er gemeinsam entscheiden würden. Haug bestätigte regelmäßigen Kontakt mit Hamilton, was angesichts der langen und engen Beziehung normal sei. «Lewis ist mit uns genauso aufgewachsen wie mit McLaren», sagte er. Der Brite holte seinen WM-Titel 2008 in einem McLaren-Mercedes.

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh sagte: «Die Medien lieben diese Art von Spekulationen, aber Lewis und sein Management haben mich über ihre Absichten unterrichtet, und wir sind derzeit auf unsere gemeinsame Arbeit fokussiert.» Dieses Wochenende sei für Hamilton im Hinblick auf seine WM-Chancen wichtig. «Wir alle sind darauf konzentriert, in Monza einen guten Job zu machen», meinte der Brite.

Haug erklärte, dass sich der Rennstall für den Ernstfall nach Alternativen umsehe. «Es ist klar, dass wir Etwaigkeiten und Eventualitäten in unsere Überlegungen mit einbeziehen.» Dass die Verhandlungen mit Schumacher dadurch belastet würden, sieht er nicht. «Michael ist so lange im Geschäft. Er weiß, dass das Team für den "Fall, dass..." sich nach Alternativen umschaut.»

Mercedes-Teamchef Ross Brawn sagte der Online-Ausgabe des Fachmagazins «auto, motor und sport» über Hamilton: «Er ist ein exzellenter Fahrer.» Zugleich lobte der Brite, der bei allen sieben WM-Titel Schumachers eine wichtige Rolle gespielt hatte, die besonderen Qualitäten des Deutschen. «Er ist immer noch ein Fahrer, der viel zu bieten hat. Sehen Sie sich sein Rennen in Spa an. Er hat das Maximum aus seinem Auto herausgeholt», sagte Brawn. «Seine Erfahrung könnte besonders 2014 nützlich sein, wenn in der Formel 1 mit neuen Motoren ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.»