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Zwei freie Wochenenden im Monat: Klinikärzte im Warnstreik

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Warnstreik der Klinikärzte
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Ein Mann mit einem Stethoskop und einer Trillerpfeife nimmt an einer Demonstration von Ärzten und Ärztinnen teil. Foto: Daniel Reinhardt Foto: dpa

Sie wollen nicht nur kurieren und Leben retten, sondern auch Zeit für Familie und Freunde: Die Klinikärzte fordern im Tarifstreit mit den kommunalen Arbeitgebern heuer nicht nur Lohnerhöhungen, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen. Dafür lassen sie sogar Patienten warten.


München (dpa/lby) - Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Lebensqualität: Um ihren Forderungen im Tarifstreit Nachdruck zu verleihen, sind zahlreiche Ärzte kommunaler Kliniken im Freistaat am Mittwoch in den Warnstreik getreten. Nach Schätzung der Polizei versammelten sich zudem rund 1500 Mediziner bei der zentralen Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz. »Die wollen zeigen, dass sie in diesem System sonst krank werden. Sie möchten so nicht weiterarbeiten«, erläuterte eine Sprecherin der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund.

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Durch den Warnstreik kam es für Patienten zu Wartezeiten, so manche Operation oder Untersuchung wurde verschoben. Zugleich war sichergestellt, dass Notfälle auf jeden Fall behandelt wurden, wie die Sprecherin versicherte. Schon im April hatten Ärzte bundesweit vorübergehend die Arbeit niedergelegt, seither gab es in Hamburg und Baden-Württemberg schon regionale Warnstreiks.

Die Verhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände waren Anfang Mai nach dreitägigen Gesprächen vertagt worden. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 55 000 Ärzte an kommunalen Kliniken unter anderem fünf Prozent mehr Geld, zwei arbeitsfreie Wochenenden im Monat und eine maximale Höchstbelastung mit Bereitschaftsdiensten. Die Arbeitgeber waren nach eigener Darstellung »sehr kompromissbereit«. Die verbliebenen Punkte sollten in der nächsten Verhandlungsrunde am 21. Mai in Berlin gelöst werden.

»Es ist das erste Mal seit langem, dass wir uns in den Verhandlungen auf die Arbeitsbedingungen, auf die Arbeitsentlastung fokussiert haben«, erläuterte die Gewerkschaftssprecherin. Bei vielen Ärzten habe sich über Jahre hinweg der Unmut angesammelt. Im Schnitt 10 bis 20 Überstunden pro Woche, kurzfristig geänderte Dienstpläne, Nachtbereitschaften, in denen man fast nie zum Schlafen komme, seien nur einige der Kritikpunkte. »Gerade die jüngeren Kollegen wollen aus diesem System raus«, erläuterte die Sprecherin.