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Zukunftsmuseum macht Science-Fiction erlebbar

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Zukunftsmuseen stehen bisher nur in Tokio, Rio de Janeiro und seit kurzem in Berlin. 2020 folgt nun Nürnberg - mit einem weltweit einzigartigen Ansatz, sagen die Macher.


Nürnberg (dpa/lby) - Mit Robotern zusammenarbeiten, sich teilweise in einen Androiden verwandeln oder ein Wunschbaby designen - das Zukunftsmuseum in Nürnberg will Science-Fiction erlebbar machen. Auf einer Ausstellungsfläche von knapp 3000 Quadratmetern will die Zweigstelle des Deutschen Museums in München Zukunftsthemen und technische Visionen vorstellen, aber auch mit den Besuchern über deren Hoffnungen, Wünsche und Ängste diskutieren.

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»Genau das ist es, was das Deutsche Museum Nürnberg weltweit einzigartig macht«, sagte Andreas Gundelwein vom Deutschen Museum am Montag. Zukunftsmuseen gibt es schon in Tokio, Rio de Janeiro und seit September in Berlin. Ende 2020 soll nun Nürnberg mit dem knapp 30 Millionen Euro teuren Projekt mitten in der Altstadt folgen. Der Zeitplan und der Finanzrahmen würden eingehalten, sagte Gundelwein. Mit dem Land verhandelt werden müsse aber noch der Etat, der nach den Vorstellungen des Museums acht Millionen Euro jährlich betragen soll. Fünf Millionen davon sind für den Betrieb geplant.

Denn das, was die Ausstellungsmacher vorhaben, ist aufwendig. »Es ist nicht ganz einfach Science-Fiction auszustellen«, gab Gundelwein zu. »Wir behelfen uns damit, Prototypen auszustellen, Dinge, die es noch nicht gibt.« So können die Besucher in der Ausstellung einen Einblick bekommen, wie Arbeit und Alltag, die Medizin, das Leben in Städten, unsere Erde und die Raumfahrt in 20, 50 oder 100 Jahren aussehen.

Dabei sind die Besucher an vielen Stellen selbst gefragt: Sie können in einer Werkstraße mit Robotern interagieren, werden zu gläsernen Menschen, können auf einem Computer ein Designer-Baby erstellen oder votieren, welche geklonte Pflanzen sie hässlich finden. Am Ende des Tages wird ein Teil davon dann geschreddert. Die Ausstellungsmacher wollen die Besucher mit kritischen Fragen konfrontieren - und provozieren, wie Gundelwein erläuterte. Zu jeder vollen Stunde soll es deshalb im Forum eine Diskussionsrunde unter den Besuchern geben.

»Ein Museum ist auch nur so gut, wie es genutzt wird«, sagte die designierte Museumsleiterin Marion Grether. Die 46-Jährige ist Direktorin des Nürnberger Museums für Kommunikation und soll im März 2020 ihr neues Amt antreten. »In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Das ist eine der großen Fragen, über die wir wieder aktiver nachdenken müssen«, sagte sie. Ein Ort dafür soll das neue Zukunftsmuseum werden. Und weil Zukunft schnell zur Gegenwart wird, soll die Ausstellung alle zwei Jahre komplett umgebaut werden.

Infos zum Deutschen Museum Nürnberg

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