Vorschulkinder: Spucktest lieber als einen Nasenabstrich

Würzburg (dpa) - Kindergartenkinder ziehen bei der Untersuchung auf eine Coronavirus-Infektion Spucktests einem Nasenabstrich vor. Das haben Forscher bei einer halbjährigen Studie in neun Kindertagesstätten in Würzburg unter anderem herausgefunden, wie sie am Montag auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilten. Regelmäßige Tests von Kindern und Betreuern ohne Symptome seien zudem effizienter, um einen Corona-Ausbruch zu verhindern, als die alleinige Untersuchung von Menschen mit Symptomen, berichten die Forscher weiter. Diese Methode sei weniger gut dazu geeignet, Infektionsketten in Kitas zu unterbrechen, da der Nachweis zu spät erfolge, um die Weiterverbreitung rechtzeitig aufzuhalten, sagte der Mikrobiologe Oliver Kurzai von der Universität Würzburg.


Etwa 1000 Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren und deren Betreuer waren zwischen Oktober 2020 und März 2021 regelmäßig auf eine Infektion getestet worden. Ziel: die Methode zu finden, mit der Kinder und Beschäftigte regelmäßig, unkompliziert und sicher untersucht werden können.

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Für die Mundspülwasser-Methode mussten die Kinder zu Hause zweimal in der Woche einen Esslöffel Leitungswasser im Mund verteilen und in ein Röhrchen spucken. Ein Labor untersuchte die Proben. Dieser Spucktest, den bis zu 75 Prozent bevorzugten, ist allerdings erst für Kinder ab einem Alter von zwei Jahren geeignet. Er war den Wissenschaftlern zufolge akzeptierter als ein Nasenabstrich.

Auch stellten die Forscher fest, dass im untersuchten Zeitraum die in den Kitas betreuten Kleinkinder keine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielten. Häufiger als die Kinder hätten sich Erzieherinnen und Erzieher mit Sars-CoV-2 infiziert. Bislang sind die Ergebnisse nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht.

© dpa-infocom, dpa:210503-99-448801/2

Informationen zur Wü-Kita-CoV-Studie


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