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Volksbanken: Keine Gefahr flächendeckender Strafzinsen

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Das Logo der Volksbank ist auf einem Gebäude zu sehen
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Das Logo der Volksbank ist auf einem Gebäude in der Innenstadt zu sehen. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild Foto: dpa

Strafzinsen für Sparer sind ein politisch heikles Thema - Bayerns Volks- und Raiffeisenbanken bauen vor.


München (dpa/lby) - Bayerns 227 Volks- und Raiffeisenbanken wollen der großen Mehrheit ihrer Privatkunden auch in Zukunft keine Negativzinsen abverlangen. Derzeit müssen nach Hochrechnungen des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) 0,5 Prozent der Privatkunden Negativzinsen zahlen. Zwei Drittel der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken hätten bisher gar keine Negativzinsen für Privatkunden eingeführt, das verbleibende Drittel lediglich für vermögende Kunden mit großen Guthaben, sagte Verbandschef Jürgen Gros am Dienstag in München. Durchschnittsguthaben von weniger als 20 000 Euro sind nach Gros' Worten weit unterhalb der Summe, bei der die VR-Banken über Negativzinsen nachdenken.

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Im vergangenen Jahr haben die Genossenschaftsbanken demnach etwa 2 Millionen Euro Negativzinsen von ihren Privatkunden verlangt, diesen aber gleichzeitig 209 Millionen Euro Zinserträge gutgeschrieben. »Das zeigt in der Summe, dass die Betroffenheit der Privatanleger von Negativzinsen längst nicht so groß ist, wie es manchmal den Anschein hat.«

Die genossenschaftlichen Geldhäuser leiden ebenso wie Privatbanken und Sparkassen seit Jahren unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Zinserträge schrumpfen stetig, bisher helfen sich die Institute ebenso wie die Sparkassen hauptsächlich damit, dass sie Kosten sparen - häufig in Form von Filialschließungen - und sehr viel mehr Kredite vergeben. Im vergangenen Jahr stiegen die ausgereichten Kredite ein weiteres Mal sehr schnell um 6,3 Prozent auf knapp 109 Milliarden Euro, inklusive Bürgschaften und Krediten der Partnerunternehmen im genossenschaftlichen Verbund sogar um 7 Prozent auf knapp 129 Milliarden Euro. Trotzdem sank der Zinsüberschuss leicht um 26 Millionen auf 2,9 Milliarden Euro.

GVB-Chef Gros geht davon aus, dass das ungeachtet der Coronavirus-Epidemie auch in diesem Jahr funktionieren wird. Die Ausbreitung des Erregers bedeutet nach Einschätzung des Genossenschaftsverbands keine Störung der Baubranche, die für die Volks- und Raiffeisenbanken von großer Bedeutung ist. »Wir gehen davon aus, dass die Kreditnachfrage auf hohem Niveau bleibt«, sagte Gros. Anzeichen für Kreditausfälle gebe es bislang nicht.

Der maßgeblich durch die Nullzinspolitik der EZB und verschärfte Bankenregulierung verursachte Kostendruck führt aber dazu, dass die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken stetig schrumpft, weil kleine Häuser fusionieren. Ende 2019 gab es noch 227 Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern. Gros geht davon aus, dass es Mitte dieses Jahrzehnts nur noch 180 sein werden. »Die Zahl der Banken wird kleiner, aber die durchschnittliche Größe der Banken wird zunehmen«, sagte Gros dazu.


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