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Umweltpreis an Bodenwissenschaftlerin und Unternehmer

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Ingrid Kögel-Knabner
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Ingrid Kögel-Knabner, Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2019. Foto: Astrid Eckert/Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Foto: dpa

Der Deutsche Umweltpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen seiner Art in Europa. In diesem Jahr werden eine Forscherin und ein Unternehmer für ihr Umweltengagement gewürdigt.


Osnabrück (dpa) - Den renommierten Deutschen Umweltpreis erhalten in diesem Jahr eine Bodenforscherin und der Unternehmer, der die Putzmittelmarke Frosch vertreibt. Die mit 500 000 Euro dotierte Auszeichnung teilen sich die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner von der Technischen Universität München und der Unternehmer Reinhard Schneider, Chef der Firma Werner & Mertz aus Mainz, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Freitag in Osnabrück berichtete.

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Kögel-Knabner habe bahnbrechende Forschung zur Speicherfähigkeit von Kohlenstoff in Böden geleistet. Schneider lebe Nachhaltigkeit in allen unternehmerischen Entscheidungen. Der Preis wird am 27. Oktober in Mannheim von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.

DBU-Chef Alexander Bonde würdigte Schneider (51) für dessen »unternehmerischen Rundum-Nachhaltigkeitsstrategie«. Zu seinen Verdiensten gehöre das konsequente Wiederverwenden von Altplastik für neue Verpackungen, umwelt- und gesundheitsfreundlich bedruckte Etiketten und die Verwendung von heimischen Pflanzenölen für seine Wasch- und Reinigungsmittel, womit er auf problematisches Palmöl aus tropischen Regionen verzichte.

Schneider, der seit 2000 das Familienunternehmen in fünfter Generation leite, habe Nachhaltigkeitsmanagement zur Chefsache gemacht, sagte Bonde. Er habe sich zudem dafür eingesetzt, dass »in einer kompletten Wirtschaftsbranche Umweltinnovationen auf immer höherem Standard etabliert werden konnten«.

Trotz höherer Produktionskosten habe Schneider 2012 eine Rezyklat-Initiative mit Partnern aus Industrie, Handel und Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufen. Damit soll der Anteil von Recyclingprodukten schnell erhöht und am Massenmarkt etabliert werden, sagte Bonde. Schneider sei »ein Mittelständler mit Haltung, der mit seiner erkennbaren und durchgängigen Einstellung für das Thema Umweltschonung steht«. Der gelebte Nachhaltigkeitsgedanke sei national wie international sichtbar, so Bonde. Er manifestiere sich auch in der 2010 eröffneten Hauptverwaltung in Mainz mit Sonnenkollektoren, Windrädern und Geothermie.

Die aus einem fränkischen Bauernhof stammende 60-jährige Forscherin Kögel-Knabner habe die zentrale Rolle des Bodens in den Fokus zu gerückt, sagte Bonde. Sie habe bedeutende Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Kohlenstoff im Boden gebunden werde. Dass die deutsche Bodenkunde heute führend in der Forschung sei, sei ein Verdienst von Kögel-Knabner.

Böden seien über die Aufnahme des klimaschädigenden Kohlendioxids aus der Luft durch Pflanzen zwar einerseits einer der weltgrößten Speicher für Kohlenstoff, aber beim Zersetzungsprozess der Pflanzen gäben sie andererseits auch Treibhausgase frei. Daher sei ihre Funktion wichtig auch für den Verlauf des Klimawandels. »Aus ihrer Forschungsarbeit ergab sich ein völlig neues Verständnis für die Kapazität von Böden, Kohlenstoff aufzunehmen und zu speichern«, sagte Bonde. »Vor allem aber lieferte Kögel-Knabner Antworten auf die Frage, auf welchen Böden eine Kohlenstoffspeicherung nachhaltig möglich ist, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.«

Die Arbeit Kögel-Knabners ermögliche es, Umweltveränderungen im Boden zu überwachen, frühzeitig zu erkennen und Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Ein Verlust von Böden bedeute einen Verlust von Lebensraum und von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Mit dem Klimawandel verstärke sich in Zukunft auch das Problem der Bodenerosionen. Kögel-Knabner sagte, in Klimamodellen sei der Boden noch weitgehend unterrepräsentiert. Sie untersucht derzeit welche Bewirtschaftung geeignet ist, um Pflanzenreste tief in den Boden einzubringen.