Tresor mit Abi-Aufgaben geknackt: Angeklagte gestehen

Justitia
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Eine Statue der Justitia in Bamberg eine Waage in ihrer Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Bamberg (dpa) - Im Prozess um gestohlene Abitur-Prüfungsaufgaben haben drei ehemalige Schüler eines Bamberger Gymnasiums die Tat gestanden. Zwei von ihnen seien nachts in das Büro des Direktors eingedrungen und hätten den Tresor aufgesägt, wie die beiden 19-Jährigen am Montag vor dem Amtsgericht Bamberg über ihre Anwälte zugaben. Darin lagen die Prüfungen der Fächer Deutsch, Englisch und Latein.


Laut Staatsanwaltschaft waren die Schüler mehrfach in das Kaiser-Heinrich-Gymnasium eingedrungen. Ein 18-Jähriger sei zwar Mitwisser der Tat vom Mai 2020 gewesen, habe das Gebäude aber vor dem Entwenden der Aufgaben verlassen.

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»Am Anfang war es Abenteuerlust«, sagte einer der Angeklagten, der es dem Richter zufolge von seiner schulischen Leistung her nicht »nötig« gehabt hätte. »Anerkennung« sei wohl auch ein Grund gewesen. Die zur Tatzeit 18-Jährigen seien sich der eskalierenden Dynamik nicht bewusst gewesen. Rund 33.000 Prüflinge mussten nach Angaben des Bayerischen Kultusministeriums anschließend Ersatzaufgaben gestellt bekommen.

Vor Gericht entschuldigten sie sich unter anderem bei den geschädigten Schülern, der Schule und dem Direktor.

© dpa-infocom, dpa:210502-99-440330/5

Pressemitteilung der Polizei vom 18.5.

Pressemitteilung der Polizei zur Täterermittlung am 27.7.


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