Tod eines Mädchens: Verteidiger legt Revision ein

Plädoyers im Mordprozess um getötete Jugendliche
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Der Angeklagte sitzt im temporären Gerichtssaal im Schloss Johannisburg auf der Anklagebank. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild Foto: dpa

Aschaffenburg (dpa/lby) - Nach dem Prozess um einen Vater, der wegen des Todes seiner Tochter angeklagt war, hat die Verteidigung Revision eingelegt. Diese richte sich allerdings nicht gegen den Freispruch nach dem Mordverdacht, sondern gegen das Urteil wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an dem Freund der Tochter, teilte das Landgericht Aschaffenburg am Freitag mit.


Nach dem Verschwinden seiner Tochter hatte der 46-Jährige nach Auffassung des Gerichts im Juni 2017 deren Freund mit einem Messer attackiert. Das Schwurgericht hatte den Angeklagten in diesem Fall zu einer Haftstrafe von acht Jahren und neun Monaten verurteilt. Außerdem müsse er an das Opfer 6000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen zahlen.

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Im Hauptverfahren war der Syrer zudem wegen des Mordverdachts an seiner Tochter angeklagt gewesen. Trotz Indizien war die Kammer mangels handfester Beweise nicht überzeugt, dass der Vater im Mai 2017 die 19-Jährige tötete und sie in einem Betonschacht im Wald bei Aschaffenburg ablegte. Vergangene Woche wurde er in diesem Anklagepunkt freigesprochen.

Auch die Nebenklage, der Anwalt des Freundes, legte Revision gegen das Urteil ein. Der Freispruch in Bezug auf den Mordvorwurf an der jungen Frau dürfte davon aber unberührt bleiben. Die Staatsanwaltschaft legte kein Rechtsmittel gegen das Urteil ein.

Für das Revisionsverfahren wird dem Sprecher zufolge der 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofes mit Sitz in Leipzig zuständig sein.

© dpa-infocom, dpa:210430-99-416783/3


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